Neue Hoffnung für Auslandschweizer

Parlament befasst sich erneut mit Krankenkassenfrage

Viele Auslandschweizer in Thailand hoffen auf eine Möglichkeit, ihre Schweizer Krankenversicherung auch nach der Auswanderung weiterführen zu können. Bild: KI generiert
Viele Auslandschweizer in Thailand hoffen auf eine Möglichkeit, ihre Schweizer Krankenversicherung auch nach der Auswanderung weiterführen zu können. Bild: KI generiert

BERN: Seit mehreren Jahren setzen sich Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer dafür ein, ihre Schweizer Krankenkasse auch nach einer Auswanderung weiterführen zu können. Besonders groß ist der Druck aus Thailand, wo viele pensionierte Schweizer leben. Dort haben Ausländer keinen Zugang zur staatlichen Krankenversicherung und sind auf private Anbieter angewiesen. Gerade ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen müssen sehr hohe Prämien bezahlen oder erhalten gar keine Versicherung mehr.

Wer in ein EU/EFTA-Land auswandert, findet dort in den neuen Ländern oft gleichwertige Angebote – dank Sozialversicherungsabkommen. Fehlen solche Abkommen, wird eine Krankenversicherung für ältere Ausgewanderte aber schnell teuer – oder je nach Vorerkrankungen sogar unmöglich.

Neuer Vorstoß im Nationalrat zur Prüfung

Dieses Anliegen wird nun erneut im Parlament aufgegriffen. Die Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter hat ein neues Postulat eingereicht, nachdem ein ähnlicher Vorstoß 2024 im Nationalrat nur knapp gescheitert war. Der Bundesrat soll prüfen, wie eine Krankenversicherung für Auslandschweizer möglich gemacht werden könnte, die vor ihrer Auswanderung während vieler Jahre Beiträge an die Schweizer Krankenkasse bezahlt haben. Gleichzeitig soll untersucht werden, welche finanziellen Auswirkungen eine solche Lösung auf das Schweizer Gesundheits- und Sozialversicherungssystem hätte.

Die Befürworter stützen sich auf das Solidaritätsprinzip der Schweizer Krankenversicherung. Sie argumentieren, dass Versicherte während ihres Erwerbslebens jahrzehntelang Prämien bezahlen und damit ältere oder kranke Menschen mitfinanzieren. Mit der Auswanderung verlieren sie jedoch ihren Versicherungsschutz vollständig. Nach Ansicht der Auslandschweizer widerspricht dies dem Gedanken der Solidarität.

Weniger Kosten durch Schutz im Ausland

Ein weiteres Argument betrifft die Kosten. Viele ausgewanderte Pensionierte kehren bei schweren Erkrankungen oder im Alter in die Schweiz zurück, weil sie dann wieder Anspruch auf die obligatorische Krankenversicherung haben. Dadurch entstehen hohe Kosten für das Schweizer Gesundheits- und Sozialversicherungssystem. Würden sie dagegen auch im Ausland über eine Schweizer Versicherung verfügen, könnten sie sich häufiger vor Ort behandeln lassen. Da medizinische Behandlungen und Medikamente in Ländern wie Thailand deutlich günstiger sind als in der Schweiz, könnte dies die Gesundheitskosten sogar senken. Zudem würden Schweizer Alters- und Pflegeheime entlastet, weil viele Pensionierte länger im Ausland bleiben könnten.

Der Bundesrat hat ähnliche Forderungen bisher abgelehnt. Er argumentiert, dass die obligatorische Krankenversicherung an den Wohnsitz in der Schweiz gebunden sei und es kein individuelles „Gesundheitskonto“ gebe, das einen Anspruch aufgrund früherer Beitragszahlungen begründe. Ob das Parlament dem neuen Vorstoß zustimmen wird, ist offen. Da der erste Anlauf nur äußerst knapp scheiterte und die möglichen Einsparungen stärker in den Vordergrund gerückt werden, hoffen die Befürworter dieses Mal auf bessere Erfolgschancen.

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