Nachrichten zum Thema Seefahrt am Freitag

Foto: Freepik
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Boot mit Migranten in der Karibik gekentert - mindestens elf Tote

MIAMI: Nach dem Kentern eines Bootes nahe Puerto Rico sind die Leichen von elf Menschen geborgen worden. Weitere 38 Menschen wurden gerettet - 36 Haitianer und zwei Bürger der Dominikanischen Republik, wie die US-Küstenwache am Freitag mitteilte. Acht von ihnen würden in Krankenhäusern behandelt. Es handelte sich den Angaben zufolge mutmaßlich um eine illegale Überfahrt. Die Zahl der Menschen, die im Wasser gewesen seien, sei unklar.

Die Küstenwache sei gegen Donnerstagmittag (Ortszeit) benachrichtigt worden, dass der Grenzschutz aus der Luft ein gekentertes Boot rund zehn Seemeilen (knapp 19 Kilometer) nördlich der unbewohnten Desecheo-Insel entdeckt habe - diese gehört zum karibischen US-Außengebiet Puerto Rico. Es seien demnach Menschen im Wasser gewesen, die keine Rettungswesten getragen hätten. An dem Rettungseinsatz waren der Mitteilung zufolge die Küstenwache, der Grenzschutz und die puerto-ricanische Polizei beteiligt.

Die Mona-Passage zwischen Puerto Rico und der Insel Hispaniola, wo das Unglück geschah, ist nach einem Bericht der Zeitung «Miami Herald» eine übliche Route für oft überfüllte Boote mit Migranten aus den Hispaniola-Ländern Haiti und Dominikanische Republik in Richtung Puerto Rico. Wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen, unsicherer Boote und gefährlicher Seebedingungen sei die Überfahrt schwierig.


Hauptuntersuchung des «Estonia»-Wracks soll kommende Woche beginnen

TALLINN: Estland will in der kommenden Woche weitere offizielle Untersuchungen am Schiffswrack der 1994 gesunkenen Ostsee-Fähre «Estonia» vornehmen. Nach Angaben der Havariekommission in Tallinn soll am 22. Mai ein dreidimensionales Laserscanning an dem Wrack auf dem Meeresgrund durchgeführt werden. Dies soll je nach Wetterbedingungen und Sichtverhältnissen unter Wasser etwa vier bis fünf Tage dauern, teilte die Behörde am Freitag mit. Daran beteiligt sein wird auch ein deutsches Tauch- und Bergungsunternehmen.

«Die Untersuchungen am Wrack der Fähre MS Estonia haben die nächste Phase erreicht, wir werden mit den Hauptuntersuchungen beginnen», wurde Behördenleiter Rene Arikas in einer Mitteilung zitiert. Demnach sollen neben dem Laserscanning weitere Untersuchungen und verschiedene Simulationen mit dem digitalen Abbild des Schiffes erfolgen.

Der Untergang der «Estonia» gilt als die schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Fähre war in der Nacht zum 28. September 1994 mit 989 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der finnischen Südküste gesunken. 852 Menschen starben, nur 137 überlebten.

Dem offiziellen Untersuchungsbericht von 1997 zufolge war das abgerissene Bugvisier die Ursache für den Untergang. Es gibt bis heute aber Zweifel daran. Überlebende und Hinterbliebene fordern seit langem eine Wiederaufnahme der Untersuchungen.

In Auftrag der Hinterbliebenen-Organisation der Opfer hatte ein privat finanziertes Expertenteam aus Estland im September 2021 eine Expedition und Tauchgänge zu dem Wrack an der Unglücksstelle in der Ostsee unternommen - parallel zur offiziellen Untersuchung. Diese war von den staatlichen Behörden eingeleitet worden, nachdem im Herbst 2020 Dokumentarfilmer mit einem Tauchroboter unter anderem Löcher im Schiffsrumpf entdeckt hatten.


Chinesisches Geheimdienstschiff vor Australien - «aggressiver Akt»

PERTH: Die australischen Behörden haben vor der Westküste des Landes ein chinesisches Kriegsschiff aufgespürt. Das «Geheimdienst-Kriegsschiff» sei seit vergangener Woche in der Region unterwegs und auch in die ausschließliche Wirtschaftszone des Landes (12 bis 200 Seemeilen von der Küste entfernt) eingedrungen, teilte Verteidigungsminister Peter Dutton am Freitag mit. Der Politiker sprach von einem «aggressiven Akt».

Das Schiff fuhr demnach die Küste in Richtung Süden bis auf Höhe der Stadt Exmouth hinunter. Zuletzt wurde es wieder weiter nördlich in der Nähe von Broome in der Region Kimberley gesichtet. Nie zuvor sei ein chinesisches Kriegsschiff so weit nach Süden gefahren, erklärte Dutton. Es sei ganz klar dessen Absicht, Informationen zu sammeln. Die australischen Behörden überwachten seine Aktivitäten «sehr genau».

Das Verhältnis zwischen Canberra und Peking ist angespannt, seit Australien eine internationale Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus und zum Umgang Pekings mit dem Ausbruch gefordert hatte. Seither hat China Strafzölle etwa auf australischen Wein und andere Exporte verhängt. China ist Australiens wichtigster Auslandsmarkt.

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