Tour de France: Profivereinigung gegen nächtliche Kontrollen
ANNECY: Die internationale Vereinigung der Radprofis hat nach den nächtlichen Dopingkontrollen der Tour-Sieger Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard eine Reform der Testpraxis gefordert. Kontrollen mitten in der Nacht stellten die Sinnhaftigkeit des derzeitigen Vorgehens infrage, schrieb die Fahrervertretung in einer Mitteilung. Zwar unterstützten die Profis ausdrücklich den Kampf gegen Doping und wollten einen sauberen Sport. Die derzeitige Praxis beeinträchtige jedoch Erholung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Athleten. Ausreichende Regenerationszeiten seien ein grundlegender Bestandteil sowohl der sportlichen Leistung als auch der Sicherheit der Fahrer, hieß es weiter.
Nach langem Poker: Laimer verlängert langfristig bei Bayern
MÜNCHEN: Der FC Bayern hat sich nach monatelangem Poker mit Konrad Laimer geeinigt und Österreichs WM-Teilnehmer langfristig gebunden. Der 29-Jährige unterschreibt einen Vertrag bis Sommer 2029, wie der Rekordmeister aus München einen Tag nach dem WM-Finale mitteilte. Für ihn sei es etwas sehr Besonderes, im Trikot des FC Bayern aufzulaufen, sagte Laimer. Der vielseitige Österreicher war beim Double-Gewinn der Bayern in der Vorsaison einer der absoluten Schlüsselspieler von Trainer Vincent Kompany, der Laimer meist als Außenverteidiger einsetzte.
FIFA leitet nach WM-Finale Verfahren gegen Argentinien ein
EAST RUTHERFORD: Die Vorfälle nach der Niederlage gegen Spanien dürften wohl Konsequenzen haben. Der Fußball-Weltverband ermittelt nun, nachdem argentinische Teammitglieder für unschöne Szenen gesorgt hatten.
Wegen der Vorfälle nach dem Ende des WM-Endspiels zwischen Spanien und Argentinien hat der Fußball-Weltverband FIFA eine Untersuchung eingeleitet. Das Disziplinarkomitee habe entsprechende Schritte ergriffen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, aus der internationale Medien zitierten, darunter die Nachrichtenagentur AP und der britische Sender Sky.
Der Argentinier Leandro Paredes hatte sich nach der 0:1-Niederlage gegen Spanien nach dem Abschluss der Verlängerung zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Paredes griff bei Rangeleien Spaniens Gavi am Leibchen, traf ihn mit der Hand im Gesicht und schubste ihn zu Boden. Zuvor hatte er Eric Garcia geschubst. Paredes sah daraufhin ersten Angaben zufolge noch die Rote Karte.
Nach Informationen des britischen Senders BBC verwies die FIFA allerdings darauf, dass es in diesem Moment keine disziplinarischen Maßnahmen gegen Paredes gegeben habe. In der Statistik des Weltverbandes ist nur eine Gelbe Karte aus dem Spiel vermerkt. Danach hatte der Argentinier während der Partie am Rande eines Platzverweises gestanden.
Paredes wurde in der Mitteilung indes nicht namentlich genannt. Außer gegen ihn könnten sich die Ermittlungen auch gegen Nahuel Molina und Co-Trainer Roberto Ayala wegen möglichen Fehlverhaltens richten, wie Medien berichteten. Enzo Fernández musste in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit wegen eines Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz.
Messi lässt Zukunft offen - «Wunde braucht Zeit zum Heilen»
EAST RUTHERFORD: Fußball-Superstar Lionel Messi hat sich erstmals nach dem verlorenen WM-Finale zu Wort gemeldet und seine Zukunft im Trikot von Argentiniens Nationalteam offen gelassen. «Der Schmerz ist unermesslich, und diese Wunde braucht Zeit zum Heilen», schrieb der 39-Jährige am Tag nach dem 0:1 gegen den neuen Weltmeister Spanien, bei dem Messi selbst blass blieb, bei Instagram. Das Stadion in East Rutherford nahe New York hatte Messi am Sonntag kommentarlos verlassen. Das XXL-Turnier in Amerika war bereits seine sechste WM im Trikot der Albiceleste. Vieles sah nach Abschied aus, als Messi vor den eigenen Fans weinte.
Riesenparty für Spaniens Weltmeister in Madrid
MADRID: Mehr als eine Million Menschen haben den frisch gekrönten spanischen Fußball-Weltmeistern in Madrid einen triumphalen Empfang bereitet. Bei der Parade im offenen Bus durch das Zentrum der Metropole jubelten die begeisterten Menschen ihren Helden um Rodri und Jungstar Lamine Yamal zu. «Ich schwebe buchstäblich auf Wolke sieben», sagte Ferran Torres, der Schütze des 1:0-Siegtores im Finale gegen Argentinien, kurz vor Beginn des Korsos. Die Spieler tanzten, sangen und stellten immer wieder den gewonnenen WM-Pokal zur Schau. Allein am Cibeles-Platz, wo die Riesenparty ihren Höhepunkt haben sollte, warteten nach Schätzung der Hauptstadt-Behörden rund 120.000 Menschen. Zuvor hatten König Felipe VI. und Ministerpräsident Pedro Sánchez die Mannschaft empfangen.
Weltrangliste: DFB-Auswahl nach frühem WM-Aus auf Rang zwölf
BERLIN: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach dem vorzeitigen Scheitern bei der Weltmeisterschaft in der Weltrangliste vom zehnten auf den zwölften Platz zurückgefallen. Das geht aus der neuesten Rangliste der FIFA hervor, die der Weltverband nach dem WM-Finale zwischen dem neuen Weltmeister Spanien und Argentinien veröffentlichte. Die DFB-Auswahl war bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko bereits im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen gegen Paraguay ausgeschieden. Spanien übernahm nach dem 1:0 im Endspiel in der Weltrangliste die Führung vom entthronten Champion Argentinien. Dritter ist weiterhin Frankreich, auf Platz vier folgt England, das im kleinen Finale mit 6:4 gegen die Franzosen gewonnen hatte.
Lipowitz zur Tour: «Kein Weg mehr an Pogacar vorbei»
ANNECY: Für den Vorjahresdritten Florian Lipowitz ist die 113. Tour de France aus sportlicher Sicht entschieden. «Der Abstand zu Pogacar ist natürlich jetzt schon immens. Und ich glaube, wenn er jetzt sturzfrei und gesund durchkommt, gibt es da keinen Weg mehr an ihm vorbei», sagte Lipowitz am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt in einer Medienrunde Titelverteidiger Tadej Pogacar führt die Gesamtwertung mit 5:00 Minuten Vorsprung auf Lipowitz' Teamkollegen Remco Evenepoel an. Lipowitz folgt 6:48 Minuten zurück auf dem fünften Platz. Mit Blick auf die Rollenverteilung im Red Bull-Team sieht Lipowitz nun Evenepoel als Kapitän.
Tennisspielerinnen müssen sich Geschlechtstest unterziehen
BERLIN: Tennisspielerinnen müssen künftig einen einmaligen Gentest absolvieren, um auf der Damentour starten zu dürfen. Das bestätigte die Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen WTA der Deutschen Presse-Agentur und verwies auf ihre aktualisierten Teilnahmebedingungen. «Die WTA ist sich bewusst, dass es sich hierbei um ein sensibles und komplexes Thema handelt und verpflichtet sich, alle Spielerinnen mit Würde zu behandeln und die Richtlinie auf respektvolle und umsichtige Weise umzusetzen», hieß es in der Mitteilung. Vergleichbare Tests haben auch andere internationale Sportverbände, etwa in der Leichtathletik und im Boxen, bereits eingeführt. Der Gentest kann entweder per Wangenabstrich oder anhand einer Blut- beziehungsweise Speichelprobe durchgeführt werden. Die neue Richtlinie tritt an diesem Dienstag in Kraft.
Nach Fall Balogun: UEFA-Präsident blieb WM-Finale fern
EAST RUTHERFORD: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat sich gegen einen Besuch des WM-Finals in East Rutherford bei New York entschieden und den Entschluss einem Medienbericht zufolge auch mit dem Fall Folarin Balogun begründet. Der britischen «Times» zufolge habe Ceferin mit dem Fernbleiben auch die große Spaltung zwischen dem Weltverband FIFA und Europas Dachverband UEFA signalisieren wollen. Auch die Nachrichtenagentur PA berichtete. Ceferin selbst wurde nicht zitiert. Die Sperre des amerikanischen Stürmers Balogun war nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino aufgehoben worden. Dies hatte die UEFA vor zwei Wochen scharf kritisiert.
Belgien trennt sich von Trainer - Folgt van Bommel?
TUBIZE: Belgien hat sich trotz des Viertelfinal-Einzugs bei der Fußball-WM von Trainer Rudi Garcia getrennt. Der bis Ende Juli gültige Vertrag des 62-Jährige wird nicht verlängert, wie der belgische Verband einen Tag nach dem WM-Endspiel mitteilte. Favorit auf seine Nachfolge ist Berichten zufolge der frühere Bayern-Star Mark van Bommel. Der 49 Jahre alte Niederländer hat als Trainer unter anderem bereits für PSV Eindhoven, den VfL Wolfsburg und Royal Antwerpen gearbeitet. Der 62 Jahre alte Garcia hatte das Amt Anfang 2025 von Domenico Tedesco übernommen. Bei der WM war beim späten 1:2 gegen den späteren Weltmeister Spanien im Viertelfinale Schluss.
Sky: Italien-Bosse verhandeln mit Guardiola über Trainerjob
MÜNCHEN: Italiens Verbandsbosse bemühen sich einem Bericht zufolge intensiv um Pep Guardiola als neuen Nationalmannschaftstrainer. Wie Sky Sport Italia meldete, wurde der Erfolgscoach am Wochenende in Barcelona von Paolo Maldini besucht. Der zuletzt als Technischer Direktor bei den Azzurri engagierte Ex-Profi habe zusammen mit Verbandsberater Leonardo fast drei Tage lang mit Guardiola über eine mögliche Zusammenarbeit verhandelt, hieß es bei dem Sender. Eine Tendenz, ob der 55-Jährige nur wenige Wochen nach dem Ende seiner Zeit bei Manchester City den Job übernehmen wolle, gebe es nicht. Zuletzt schienen sich Roberto Mancini und Andrea Pirlo als Favoriten auf den Posten herauszukristallisieren.
Englische Fußball-Legende Kevin Keegan ist gestorben
NEWCASTLE: Die englische Fußball-Legende Kevin Keegan ist tot. Der frühere HSV-Profi starb im Alter von 75 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung, wie die britische Nachrichtenagentur PA mit Verweis auf eine Erklärung seiner Familie mitteilte. Keegan entwickelte sich nach seinem Wechsel nach Deutschland zu einer der prägendsten Figuren der Bundesliga. 1979 führte er den HSV zur Meisterschaft und wurde zweimal in Folge zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.
16. Tour-Etappe: Evenepoel-Doppelpack am Genfer See?
ÉVIAN-LES-BAINS: Nach dem Ruhetag geht es bei der Tour de France mit einem Einzelzeitfahren weiter. Der belgische Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel ist als Zeitfahr-Spezialist klarer Favorit.
Olympiasieger Remco Evenepoel winkt bei der 113. Tour de France der Doppelpack. Nach seinem Sieg auf dem Plateau de Solaison ist der Belgier auch auf der 16. Etappe in seiner Spezialdisziplin der klare Favorit. Denn am Dienstag steht das Einzelzeitfahren über 26,1 Kilometer am Genfer See von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains auf dem Programm.
Evenepoel ist der aktuelle Zeitfahr-Welt- und Europameister, auch das olympische Zeitfahren hatte er gewonnen. Aber auch Spitzenreiter Tadej Pogacar dürfte die Etappe entgegenkommen. Schließlich ist mit dem Cote de Larringes auch ein Berg der zweiten Kategorie zu bewältigen.
Am Tag nach dem WM-Endspiel: FC Bayern startet Vorbereitung
MÜNCHEN: Meister FC Bayern hat als letzter Bundesligist die Vorbereitung auf die neue Saison aufgenommen. Für die Fußball-Profis von Trainer Vincent Kompany standen zum Start zunächst Untersuchungen in einem Krankenhaus nahe dem Schloss Nymphenburg und Tests im Leistungszentrum an der Säbener Straße an. Am Tag nach dem WM-Finale war das Team um U21-Nationalmannschaftskapitän Tom Bischof und Ersatztorhüter Sven Ulreich noch recht klein. Kompany muss noch einige Wochen warten, bis sein Star-Ensemble komplett ist.
Kane-Plädoyer für Tuchel: «Ein fantastischer Trainer»
BERLIN: Kapitän Harry Kane hat nach der Kritik an Thomas Tuchel den deutschen Trainer der englischen Fußball-Nationalmannschaft verteidigt. «Er ist ein fantastischer Trainer. Er hat nicht nur den Spielern, sondern auch dem ganzen Land das Vertrauen gegeben, dass dies unser Jahr sein würde», sagte der 32 Jahre alte Mittelstürmer der «Three Lions» und des FC Bayern München. Die Engländer waren im Halbfinale an Argentinien gescheitert und müssen weiter auf den zweiten WM-Titel warten. Tuchel war nach der Niederlage gegen die Argentinier heftig kritisiert worden. Im Spiel um Platz drei hatten sie dann Frankreich in einem wilden Match 6:4 geschlagen.
Großer Bahnhof für Spaniens Fußball-Helden in der Heimat
MADRID: Nach ihrem WM-Triumph gegen Argentinien wird die spanische Nationalmannschaft am frühen Nachmittag zu einer Riesenparty mit Hunderttausenden Fußballfans zurück in Madrid erwartet. Die Maschine mit den neuen Weltmeistern sollte gegen 12.50 Uhr auf dem Flughafen Barajas der Hauptstadt landen. Anschließend um 16.30 Uhr empfängt König Felipe VI. die Mannschaft. Von dort geht es zum Regierungssitz, wo Ministerpräsident Pedro Sánchez die Weltmeister beglückwünschen will. Im offenen Bus fahren die Spieler dann durch Madrid, wo Hunderttausende an den Straßen und vor allem auf dem Cibeles-Platz erwartet werden. Der Bus mit «La furia roja» (der roten Furie), dem Spitznamen der spanischen Nationalmannschaft, soll gegen 21.00 Uhr dort eintrifft.
Nach Titel: Rodri zum besten Spieler der WM gekürt
EAST RUTHERFORD: Der Spanier Rodri ist nach dem WM-Finale als Spieler des Turniers ausgezeichnet worden. Nach dem 1:0 des Fußball-Europameisters gegen Titelverteidiger Argentinien bekam der 30-Jährige von Manchester City einen Goldenen Ball als Trophäe überreicht. Zum besten Torhüter der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko kürte der Weltverband FIFA den Spanier Unai Simón. Die Auszeichnung als bester junger Spieler ging an seinen 19 Jahre alten Teamkollegen Pau Cubarsi vom FC Barcelona. Der Goldene Schuh für den besten Torschützen des Turniers ging an Frankreichs Kylian Mbappé. Der Stürmerstar hatte sich mit seinen beiden Treffern im Spiel um Platz drei gegen England (4:6) noch an Lionel Messi vorbeigeschoben und traf insgesamt zehn Mal. Der Argentinier kam mit acht Toren auf den zweiten Platz. Auch in der ewigen WM-Torjägerliste liegt Mbappé mit 22 Treffern nun vor Messi (21).
Nach WM: Ibrahimovic will kein TV-Experte mehr sein
MÜNCHEN: Er ist meinungsstark und um keinen Kommentar verlegen. Während der WM war Ex-Profi Ibrahimovic als TV-Experte in den USA zugange. Doch auf weitere Turniere vor der Kamera hat er offenbar keine Lust.
Im US-Fernsehen sorgte Zlatan Ibrahimovic während der Fußball-WM als Experte regelmäßig für Aufsehen - vor allem seine Frotzeleien mit Nebenmann Alexi Lalas erheiterten das Publikum. Der Job bei Fox Sports aber wird nach den Aussagen des Schweden eine einmalige Sache bleiben.
«Ich habe die letzten eineinhalb Monate viel geredet - und das jetzt werden meine letzten Worte sein», verkündete der 44-Jährige nach dem Endspiel zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) live im TV in East Rutherford. «Das ist mein Abschied vom Studio. Dies war das erste und letzte Mal für mich.»
Der exzentrische und meinungsstarke Ex-Stürmer bildete zusammen mit Lalas und dem 1998-Weltmeister Thierry Henry das Experten-Trio des Senders für die XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Wie schon zu seiner aktiven Zeit hielt sich Ibrahimovic dabei mit Sprüchen nicht zurück. Vor allem den früheren US-Profi Lalas bedachte der Skandinavier regelmäßig mit Seitenhieben.
Am Ende aber gab er sich demütig und bedankte sich bei seinen Nebenleuten sowie Moderatorin Rebecca Lowe. «Es war eine große Freude, das Studio mit euch zu teilen», sagte Ibrahimovic. Als Lalas fragte, warum er seine Karriere als TV-Experte nach nur einem Job schon wieder beende, antwortete der frühere Stürmer unter anderem des FC Barcelona gewohnt selbstbewusst: «Man muss aufhören, wenn man an der Spitze ist.»
«Sydney Morning Herald»: Makellose Methodik einer Fußball-Maschine
SYDNEY: Zum Sieg Spaniens bei der Fußball-WM meint die australische Zeitung «Sydney Morning Herald» am Montag:
«Spanien hat sich als Fußballnation wohl das vollständigste und erfolgreichste System aufgebaut, das es je gegeben hat. Die Methodik dahinter ist nahezu makellos. Als erstes Land hält Spanien gleichzeitig die Weltmeistertitel der Männer und der Frauen - neben all den anderen Trophäen, die es in den vergangenen Jahren gewonnen hat. Und es wird wohl weiter Titel sammeln, bis jemand einen Weg findet, diese Maschine zu stoppen - falls das überhaupt möglich ist.
Argentinien hingegen war über Jahre hinweg ein Team - und auch ein Land -, das ganz auf Lionel Messi ausgerichtet war. Taktisch, physisch und mental. Das ist leicht nachvollziehbar: Selbst mit 39 Jahren ist Messi ein Ausnahmespieler, der Partien im Alleingang entscheiden kann.
Erst vor wenigen Tagen hat er das wieder bewiesen. Hat man einen Spieler mit derart außergewöhnlichen Fähigkeiten in den eigenen Reihen, muss man versuchen, dieses Potenzial bestmöglich auszuschöpfen. Doch eine Strategie, die so stark auf einen Einzelnen zugeschnitten ist, stößt gegen eine perfekt eingespielte Mannschaft irgendwann an ihre Grenzen.»
Olmos «Heulsuse»: Ein Weltmeister als Mitbewohner
EAST RUTHERFORD: Dani Olmos deutsche Freundin dokumentiert ihren Jubel über Spaniens WM-Titel. Es bleibt kein Auge trocken.
Die Tränen liefen über die Wangen, die Augen rot vom Weinen - vor Glück. Völlig ergriffen und sichtlich emotional mitgenommen hat die deutsche Influencerin Laura Schmitt den größten Triumph ihres Freundes Dani Olmo live im Stadion von East Rutherford miterlebt. Ihr Post bei Instagram kommentierte die 27-Jährige selbst mit: «Heulsuse.»
Tanzend, feiernd, weinend. «Und auf einmal ist mein Mitbewohner Weltmeister?????», schrieb sie dazu unter anderem - den Beinamen «Mitbewohner» verwendet sie öfter für ihren Freund, der durch das 1:0 im Endspiel gegen Argentinien nun auch Fußball-Weltmeister ist. Vor zwei Jahren hatte der 28 Jahre alte Olmo, einst in der Bundesliga bei RB Leipzig, mit Spanien in Deutschland schon den EM-Titel gewonnen.
Das gemeinsame Foto mit der goldenen WM-Trophäe, Küsschen und gegenseitiger Liebeserklärung durfte übrigens auch nicht fehlen.
Armstrong über nächtliche Dopingkontrollen: «Bin sprachlos»
ANNECY: In die Diskussionen um die nächtlichen Kontrollen bei der Tour de France hat sich sogar der prominenteste Dopingsünder der Radsport-Geschichte eingeschaltet. «Sie tauchten um 2 Uhr morgens vor seinem Zimmer (von Jonas Vingegaard) auf. Sie klopften an die Tür und weckten ihn mitten in der Tour de France. 2 Uhr morgens - das ist eine Frage der Menschenrechte. Ich bin sprachlos», sagte Armstrong in seinem Podcast «The Move». Hintergrund der Debatten ist das Tour-Aus des Mitfavoriten Jonas Vingegaard, der auf der 15. Etappe stürzte und dabei einen Schlüsselbeinbruch erlitt. Vor der Etappe musste sich der zweimalige Tour-Champion um 2.00 Uhr einer Dopingkontrolle unterziehen. Spitzenreiter Tadej Pogacar, der sich einer ähnlichen Kontrolle um 5.00 Uhr stellen musste, sah darin womöglich einen Zusammenhang.
Zoff nach Schlusspfiff: Otamendis Heul-Vorwurf an Rodri
BUENOS AIRES: Schlechte Verlierer: Nicht jeder Argentinier hatte sich nach der WM-Finalpleite gegen Spanien unter Kontrolle.
Argentiniens Routinier Nicolas Otamendi sorgte nach der Pleite im WM-Finale gegen Spanien mit Heul-Vorwürfen für Aufsehen. Der 38 Jahre alte Weltmeister von 2022, auch auf dem Feld für eine durchaus härtere Gangart bekannt, baute sich vor Spaniens Kapitän Rodri auf, der seinem alten Bekannten aus gemeinsamen Zeiten bei Manchester City nach dem 1:0 nach Verlängerung nur die Hand reichen wollte.
«Die ganze Woche hast du geheult. Du und (Aymeric) Laporte, ihr beide», giftete Otamendi: «So etwas macht man nicht, du hast bei den Schiedsrichtern gejammert, mein Freund.» Rodri, der zum besten Spieler der WM gekürt wurde, reagierte mit weit aufgerissenen Augen auf die Vorwürfe auf dem Rasen im Finalstadion von East Rutherford.
Er hatte in der Pressekonferenz vor der Partie gesagt, dass er davon ausgehe, dass Argentinien fair spielen würde. Wenn es aber hitzig würde, müssten sie das ignorieren. «In den letzten Spielen haben wir Dinge gesehen, die uns wirklich überrascht haben», hatte Laporte betont: «Vor allem bei Argentinien, einer Mannschaft, die mit ihren Zweikämpfen viele kleine Botschaften sendet.» Otamendi konnte das nach seinem letzten Länderspiel für Argentinien mit diesem Auftritt nicht entkräften.
Lipowitz bereit für Tour-Helferrolle: «Bin offen für alles»
ANNECY: Der Vorjahresdritte Florian Lipowitz kann sich für den Rest der Tour de France auch mit einer Helferrolle für Co-Kapitän Remco Evenepoel anfreunden. «Ich bin natürlich offen für alles. Remco hat definitiv gezeigt, dass er ganz vorne mitfahren kann und am Dienstag kommt seine Spezialdisziplin», sagte Lipowitz, der aktuell mit einem Rückstand von 6:48 Minuten auf dem fünften Gesamtrang liegt. Zeitfahr-Spezialist Evenepoel ist nach seinem Etappensieg am Sonntag mit einem Abstand von 5:00 Minuten Gesamtzweiter hinter Spitzenreiter Tadej Pogacar.
13-jähriger Spanier stirbt bei Freudenfeier über WM-Sieg
CIUDAD RODRIGO: Bei einer Freudenfeier über den Sieg der spanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist es zu einem tragischen Todesfall gekommen. Ein 13-Jähriger starb, als er von der zentralen Steinsäule eines Brunnens erschlagen wurde, wie die Regionalzeitung «Diario de Salamanca» und andere Medien unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichteten. Weitere zwei Menschen seien verletzt worden, als die Steinsäule unter dem Gewicht mehrerer Jungen umstürzte und auf Feiernde fiel, die darunter im Wasser des Brunnens standen.
Steinwürfe und Festnahmen nach WM-Niederlage in Argentinien
BUENOS AIRES: Nach dem verlorenen WM-Finale versammeln sich tausende Menschen in Argentiniens Hauptstadt. Bei einigen schlägt der Frust in Gewalt um.
Nach Argentiniens WM-Finalniederlage gegen Spanien ist es in Buenos Aires zu Zusammenstößen zwischen Fußballfans und Polizei gekommen. Tausende Menschen versammelten sich Medienberichten zufolge nach dem 0:1 der argentinischen Nationalmannschaft rund um den Obelisken, das Wahrzeichen der Metropole.
Kurz vor Mitternacht (Ortszeit) warfen den Berichten zufolge mehrere Menschen Flaschen und Steine auf Einsatzkräfte. Die Polizei habe daraufhin Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt. Dabei seien Fans sowie Polizisten verletzt worden. Etwa 15 Menschen seien festgenommen worden, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten.
Argentiniens Präsident: Feiertag trotz Final-Niederlage
BUENOS AIRES: Es soll einen Feiertag für die WM-Rückkehrer in Argentinien geben. Fraglich ist allerdings, wer alles mit in die Heimat zurückreist.
Argentiniens Präsident Javier Milei hat trotz der Niederlage der Mannschaft um Superstar Lionel Messi im WM-Finale gegen Spanien einen Feiertag ausgerufen. Wann das genau in dieser Woche sein wird, ist aber noch unklar.
«WELTMEISTERSCHAFTSFEIER», schrieb Milei zu Beginn seiner Nachricht bei X: «Angesichts der Unruhe bezüglich der Feierlichkeiten zum Erfolg der argentinischen Nationalmannschaft teile ich der Bevölkerung mit, dass der Tag, an dem gefeiert werden soll - je nachdem, wie sich die Spieler und der Trainerstab entscheiden - zum nationalen Feiertag erklärt wird.»
Die Argentinier hatten nach dem WM-Triumph von Katar Ende 2022 die Titelverteidigung verpasst. Im Endspiel verloren sie nach einer äußerst schwachen Leistung mit 0:1 gegen Europameister Spanien.
Nach Angaben des argentinischen Verbandes wird nicht die komplette Mannschaft nach Buenos Aires reisen. «Nach dem Finale werden einige Spieler des Kaders direkt aus den Vereinigten Staaten zu verschiedenen Zielen aufbrechen, um zu ihren Vereinen zurückzukehren oder ihre Erholungsphase zu beginnen», hieß es vom Verband. Ein Teil der Delegation, bestehend aus Spielern, Trainerstab und Mitarbeitern, werde am (heutigen) Montag gegen 17 Uhr Ortszeit zurück in Argentinien erwartet.
Lahm nach WM: Deutschland braucht wieder Identität
MÜNCHEN: Philipp Lahm rät dem deutschen Fußball, sich nach dem WM-Debakel ein Beispiel zu nehmen an den Erfolgsformeln anderer Nationen wie Weltmeister Spanien. Die Iberer hätten einen klaren Plan, wie sie spielen wollen, schrieb der 42-Jährige in einer Kolumne für den «Kicker». «Diese Identität braucht auch die deutsche Mannschaft wieder», bemerkte Lahm, der Kapitän des bis dato letzten deutschen Weltmeisterteams 2014.