Schweiz bei EU-Forschung außen vor

Nach Absage an EU-Annäherung

Foto: Rüegsegger
Foto: Rüegsegger

BERN: Sieben Wochen nach der Absage an eine engere Bindung an die EU bekommt die Schweiz Konsequenzen zu spüren: Forscherinnen und Forscher bekommen künftig praktisch keine EU-Forschungsgelder mehr. Sie könnten sich zwar um Mitarbeit an Projekten bewerben, die Finanzierung werde dann aber die Schweiz übernehmen, teilte das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation am Mittwoch in Bern mit. Von der Teilnahme an Einzelprojekten etwa des Europäischen Forschungsrats (ERC) - oft als Champions League in der Wissenschaft bezeichnet - seien Schweizer ausgeschlossen.

Die Schweiz gilt bei dem EU-Forschungsprogramm «Horizon» nur noch als «nicht-assoziierter Drittstaat». Für diese Länder gibt es kaum noch Finanzierungshilfen. Die Schweiz strebe eine engere Einbindung weiter an, so das Staatssekretariat. Verhandlungen fänden aber zurzeit nicht statt. «Die Europäische Kommission (hat) die Aufnahme von Verhandlungen in den Zusammenhang der Gesamtbeziehungen Schweiz - EU (gestellt)», teilte es mit.

Das «Horizon Europe»-Programm dauert von 2021 bis 2027 und ist mit einem Gesamtbudget von gut 95 Milliarden Euro das weltweit größte Forschungs- und Innovationsförderprogramm.

Die Schweiz hatte im Mai jahrelange Verhandlungen über einen Rahmenvertrag mit der EU abgebrochen. Die EU wollte alle bilateralen Abkommen darunter zusammenfassen und in Teilbereichen eine engere Bindung. Die Schweiz verhandelte zwar, sah aber zum Schluss ihre Souveränität in Gefahr und unüberbrückbare Differenzen.

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Michael Meier 19.07.21 04:50
@ Walter Gsell
Ich hab zu spät gesehen dass ich genauer hätte lesen sollen. Im Eifer des Gefechts kann man schon mal einige Nullen mehr oder weniger vertauschen. Es ist wieder nur ein Sturm im Wasserglas und wieder wird alles so bleiben wie es ist.
Walter Gsell 19.07.21 00:50
@Michael Meier
Wenn Sie den Kommentar von Peter Shield richtig lesen würden, könnten Sie feststellen, dass er in allen Punkten recht hat. Auch verwechseln Sie da Millionen mit Milliarden, also muss ich mich schon fragen wer da welchen Stuss verbreitet!
Frank Matthias 18.07.21 23:20
Verkaug
Bei soviel Hass und Häme muss ich überlegen meine Villen in St.Moritz zu veräußern.
Das haben sie dann davon.
;)
Peter Shield 18.07.21 22:59
@ Meier
Ok, dann googeln wir mal.... für 2020:

"Beim Handel mit Dienstleistungen sind die USA der wichtigste Handelspartner der EU, gefolgt vom Vereinigten Königreich und der Schweiz[3]...."

Das Königreich ist ja auch mittlerweile weggebrochen und wirdwie die CH drangdaliert, China beäugt man argwöhnisch, die Schweizer werden zunehmend gepiesakt.... WER will denn all die EU-Waren abkaufen, wenn die EU ihre besten Handelspartner zunehmend zur Sau macht? Ich behaupte mal, die CH ist für Europa und vor allem für DE so wichtig, dass sich die EU mit Ihrer Machtpolitik auf einer gefährlichen Gratwanderung befindet. Auch die Kohäsionsmilliarden der Schweiz, welche die EU als obligates Pfand verlangt, werden in der Schweiz keiner Volksabstimmung mehr standhalten (und die wird kommen). Bisher hat man diese Milliarden anstandslos in den Osten bezahlt, wo sie in dubiosen Projekten und zu einem guten Teil in den Taschen korrupter Politiker verschwunden sind. Das lassen sich die Schweizer zu Recht nicht mehr lange bieten.
Ole Bayern 18.07.21 21:50
Was ich hier teilweise lesen muß ....
... ist so etwas von müßig ... unglaublich !!! In der langen Tradition der Handelsbeziehungen , insbesondere zu den großen CH - Anrainerstaaten Italien , Frankreich und Deutschland braucht jeder Jeden, und es funktioniert ja gut . Und das in der direkten Demokratie der CH ein Beitritt zur EU sich komplizierter darstellt als in anderen Ländern der EU ist ja klar . Aber das tut der Wichtigkeit der Handelsbeziehungen CH / EU keinen Abbruch , oder ? Warum diese Gefassel von Blockade , Einfuhrsperre , Sanktionen usw. . Wir sind ein D.A.CH. - Forum , und ich denke, so sollten wir uns auch verhalten . Loben , Kritisieren , andere Meinung haben ... ja , aber derartige teilw. Entgleisungen sind nicht angebracht , meiner Meinung nach .
Somit VG an alle D.A.CH. - ler in nah und fern . Ole
Michael Meier 18.07.21 21:20
EU vs CH Nachtrag
Nicht dass wir uns falsch verstehen. Die Schweiz ist sehr wichtig für die EU und umgekehrt auch.
CH-Exporte zu : USA 14% , EU 57%, China 5% und Japan 3%. CH-Importe : Platz 1 die EU mit 73% , von USA 7% und von China 8% .
Dracomir Pires 18.07.21 21:00
Sehr schade ...
... dass die Deutschen in Thailand offenbar derart EU-hörig sind und gegen die kleine Schweiz wettern. Nochmals: Die Schweiz zahlt der EU Kohäsionsmilliarden!
Michael Meier 18.07.21 20:20
@ Schield
" DUMM " ist nur ihre Aussage . Der Import Export zw. CH und EU hält sich fast die Waage Einfuhr 273 und Ausfuhr 299 Millionen Franken. Die EU ist der wichtigste Abnehmer für die Schweiz , nämlich knapp 60% ! Es sind Fakten und somit können sie aufhören Stuß zu behaupten ! ! !
Peter Shield 18.07.21 19:25
@ Michael R.
@ Michael R.: Sie fantasieren etwas von einer Einfuhrsperre für Schweizer Waren in die EU. Sorry, aber eine solche Aussage ist nicht nur unbedacht, sondern letztlich dumm. Haben sie eine Ahnung vom Wirtschaftsraum Europa? Die Schweiz ist ein dermassen starker Abnehmer von EU-Gütern, dass sich die EU retorsionsmaßnahmen gegen die Schweiz 20x lüberlegen wird. Was glauben Sie denn, würde geschehen, wenn die Schweiz die Alpenübergänge für EU-Laster Höhe höher besteuern würde? Und denken Sie an die 150Tsd deutschen Grenzgänger, die das in der Schweiz verdiente Geld in DE ausgeben?? Die CH ist 1. Handelspartner für Deutschlands erfolgreichsten Wirtschaftsraum Baden-Württemberg. Und Handelspartner Nr 3 der EU nach China und den USA. Die EU kann, selbst wenn sie es wollte, die CH nicht aus dem Markt kippen, dazu ist die CH schlicht zu wichtig.
Solange die EU im Osten nicht aufräumt mit ihren korrupten, undemokratischen Partnerländern, insbesondere Ungarn, Polen, Slowenien und zunehmend auch Bulgarien und Rumänien und nachdem noch immer Optionen zur Mitgliedschaft von Albanien, Serbien, der Ukraine und der Türkei bestehen, bleibt die EU für die Schweiz mit Sicherheit ein NoGo. Würde innerhalb der EU darüber abgestimmt, so stimmten selbst die korrupten Ostländer dagegen, wer will denn noch mehr Subventionsfresser an der Futterkrippe?
Walter Gsell 18.07.21 19:20
@Michael R. und Marek Holdmann
Kommt von Eurem hohen Ross herunter, die Schweiz hat mit der EU ein Handelsdefizit, also wir Schweizer beziehen mehr Waren von der EU. Sollte die EU Sanktionen gegen die Schweiz ergreifen, werden wir sicher mit geeigneten Gegenmassnahmen reagieren. Die ca. 330'000 Grenzgänger aus der EU könnten dann halt nicht mehr Weiterbeschäftigt werden und müssten in ihren eigenen Länder eine Arbeit finden, auch auf die eine Million Lastwagenfahrten pro Jahr durch die Schweiz können wir gut verzichten! Es gibt noch unzählige andere Beispiele wo die EU von der Schweiz profitiert und wir Schweizer müssen sicher nie vor der EU kuschen!
Norbert Kurt Leupi 18.07.21 19:10
Ihr Schweizer / Herr Th.Gittner
Bitte nicht untertreiben ! Wir Schweizer haben unseren Preis ! Im Notfall nehmen wir auch Euro ! 555
Thomas Gittner 18.07.21 18:40
@...Ihr Schweizer....
.....seit einfach nur die Größten und Besten, wenn wir Euch nicht hätten, oh jeehhh armes Europa.
Rene Amiguet 18.07.21 17:50
@Peter Shield
Sie haben einen glasklaren Blick und haben es so wunderbar formuliert. Ich konnte es so richtig geniessen Ihren Beitrag zu lesen! Dankeschön
Rene Amiguet 18.07.21 17:10
@Michael R,
Wir werden ja sehen. Die EU will auf die qualitativ hochwertigen Produkte aus der Schweiz kaum verzichten. Ausserdem gibt es noch viele andere Absatzmärkte als die EU auf dieser Welt. Zum Beispiel haben wir erst vor kurzem ein Handelsabkommen mit dem Bevölkerungsreichsten Land der Erde, Indonesien abgeschlossen. Drei Viertel der Schweizer haben sowieso dieselben genetischen Wurzeln wie die Deutschen und sie sind dementsprechend tüchtig und leistungsfähig. Ihre Prognosen von 30% Arbeitslosen sind nur ein schlechter Wunschtraum. Die EU müsste zuerst einmal all die parasitären Nettobezüger, vor allem Polen und Ungarn los werden. Die Engländer gehörten auch zu den grossen Nettozahlern in die EU und haben sich wohl deshalb abgewendet von diesem Verein. Das am meisten gerupfte Land von der EU ist Deutschland, Die Steuerzahler dieser Nation zahlen sich dumm und dämlich zu Gunsten der anderen. Ich sehe für die Schweiz keine vernichtende Nachteile, auch wenn wir jetzt von der EU drangsaliert werden. Die Hauptsache ist doch für die Schweiz dass sie die Freiheit und ihre Unabhängigkeit als ihr höchstes Gut bewahrt hat und sich nicht der EU Gesetzgebung unterwerfen wollte.
Peter Shield 18.07.21 16:17
Ans eigene Bein...
Die EU Schmarotzer-Länder im Osten wollen ans Schweizer Geld. Die Erpressungsmassnahmen werden immer dreister. Die Schweiz von der Forschung auszusperren ist aber zu 100% ein Eigentor. Kein Land innerhalb der EU hat solch gute Universitäten und Technische Hochschulen wie die Schweiz. Sowohl bei den Unis wie auch bei den TH hat die Schweiz je ein Institut unter den weltbesten 10, die EU Länder kein einziges. Zudem ist die Schweiz zweitstärkster Direktinvestor in der EU und sichert rund 1 Mio. EU-Arbeitsplätze. Als Volkswirtsxhaft steht die CH weltweit an 20. Stelle und stellt somit zwei Drittel aller EU-Länder in den Schatten. Die Schweiz auszusperren wird sich für die EU als Eigentor erweisen, denn das kann sich die EU schlcht nicht leisten. Und ihr dreister die EU Maßnahmen werden, umso breiter die ehemals große Zustimmung in der Schweizer Bevölkerung zur EU, welche sich von welche sich von ehemals 49% auf aktuell etwa 12% reduziert ab.
Michael R. 18.07.21 16:13
Wenn die EU Ernst macht
Wenn die EU wirklich ernst machte und Sanktionen gegen die Schweiz verhängen würde, kämen unsere Nachbarn sehr schnell auf den Knien angerutscht und würden um Entschuldigung bitten.
@Rene: Sie meinen, die EU braucht die Schweiz so dringend, wie sie GB braucht? In GB war man ja auch der Meinung, die EU würde ohne die großartige Industrie in Britannien sofort zusammen brechen. Und nun also die Schweiz, auf die die EU so dringend angewiesen ist.
Ein Einfuhrverbot für Schweizer Waren verhängen wie USA gegen China und die Schweiz ist morgen Pleite und hat 30% Arbeitslose.
So sieht's aus und nicht anders!
Dracomir Pires 18.07.21 16:00
Reine Erpressung des Molochs
Wieso bezahlt die Schweiz dem undemokratischen und maroden Gebilde in Brüssel eigentlich die Kohäsionsmilliarden? Aha, nie davon gehör! Googeln bildet ...
Michael Meier 18.07.21 15:10
@ Marek
Bitte nicht übertreiben . Die CH ist kein Schmarotzer. Norwegen & CH bezahlen für den freien Markt. Die Parasiten sind Polen , Ungarn u.a.m. Die Geschichte wiederholt sich. Vor ca. 2 Jahren hatten wir schon mal den Sturm im Wasserglas wegen der Börsengeschichte und was kam dabei raus ? Nix, gar nix !
Hans-Gerd Englich 18.07.21 14:50
Schweiz aussen vor
Soll es wie England machen???
Geht nicht waere Schwaexit ist aber Schwachsinn.
Ja wer nicht im Club ist, kann auch nicht mitsingen.
Aber ist ja nicht schlimm lese ich , ja dann ist ja Alles OK,.
Die Schweiz ist so reich, die koennten auch autark leben!?... oder irrt sich da jemand?
Michael Meier 18.07.21 14:10
@ Khun
68% vom CH-Export geht in die EU. Einfach England folgen und dann werden wir sehen wer wen braucht.
marek holdmann 18.07.21 14:10
Schweiz
Die EU braucht keine Schmarotzer die sich Rosinen auspicken und keine Leistung bringen
Ling Uaan 18.07.21 14:00
Kohäsionsmilliarden
ist wohl ein anderes Wort für Tribut. Also ist die Schweiz in tributpflichtiger Vasallenstaat und ich dachte immer die seien souverän.
Tom Khun 18.07.21 13:40
Ist doch egal
Die Schweiz braucht die EU nicht.
Hoffe die Schweiz sendet auch keine Kohäsionsmilliarden mehr in die EU.
EU ist von Anfang an eh ein Witz gewesen.
Rene Amiguet 18.07.21 09:50
Die EU schadet sich mehr selbst
Weil die schweizerische Wissenschaft und Forschung weltweit eine Spitzenposition inne hat und die Universitäten und die ETH zu den führenden Institutionen dieser Welt gehören schadet sich die EU vor allem selber. Auch ist die Schweiz als eines der reichsten Länder dieser Welt nicht unbedingt angewiesen auf EU Forschungsgelder. Wenn sie die Kohäsionsmilliarde nicht verschenken würde, hätte sie schon ein ganz schöner Brocken um diesen Verlust wieder auszugleichen!