Masern-Ausbruch auf den Philippinen

Unicef drängt Eltern zu Impfung

Foto: epa/Francis R. Malasig
Foto: epa/Francis R. Malasig

MANILA (dpa) - Nach einem Masern-Ausbruch auf den Philippinen mit bisher mehr als 20 Toten hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef Eltern in dem Land aufgerufen, ihre Kinder gegen die Krankheit impfen zu lassen.

«Masern können für Kinder tödlich sein und zu langfristigen Komplikationen und Behinderungen führen», warnte die stellvertretende Unicef-Landesdirektorin Julia Rees am Samstag. Obwohl die Impfung in staatlichen Einrichtungen kostenlos sei, seien zu wenige Kinder geschützt, beklagte Rees. «Der Masern-Impfstoff ist sicher und wirksam und auf den Philippinen seit über 40 Jahren erfolgreich genutzt worden», betonte sie.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden grassiert die Krankheit sowohl im Großraum Manila als auch in anderen Provinzen. Allein in der Hauptstadt-Region wurden seit Beginn des Jahres mehr als 440 Fälle gemeldet. Die Regierung des südostasiatischen Inselstaats führt die hohe Zahl an Erkrankungen auch auf einen Impfskandal zurück.

Auf den Philippinen hatte es nach einem Impfprogramm gegen Dengue-Fieber, bei dem das Mittel Dengvaxia des französischen Pharmakonzerns Sanofi verabreicht wurde, mehrere Todesfälle gegeben. Deshalb lassen viele Eltern ihre Kinder generell nicht mehr impfen, auch nicht gegen Masern. Insgesamt hatten in den Jahren 2016/17 mehr als 830 000 philippinische Kinder den Dengue-Impfstoff bekommen, bis die Regierung das Programm schließlich aussetzte. Der Konzern nahm das Mittel inzwischen aus dem Verkauf.

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