Rückkehr von IS-Frau aus Syrien verhindern

Foto: epa/Andy Rain
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LONDON (dpa) - Die Regierung in London erwägt, die Rückkehr einer hochschwangeren Britin aus Syrien zu verhindern, die sich dort freiwillig dem «Islamischen Staat» angeschlossen hatte. «Wir dürfen nicht vergessen, dass diejenigen, die Großbritannien verlassen haben, um sich dem IS anzuschließen, von Hass auf unser Land erfüllt waren», sagte der britische Innenminister Sajid Javid der Zeitung «The Times» (Freitag). «Meine Botschaft ist klar - wenn ihr Terrororganisationen im Ausland unterstützt habt, werde ich nicht zögern, eure Rückkehr zu verhindern», sagte Javid weiter.

Die heute 19 Jahre alte Shamima Begum befindet sich derzeit in einem Flüchtlingslager in Al-Hul im Nordosten Syriens. Sie hatte darum gebeten, nach Großbritannien auszureisen, um dort ihr Kind zur Welt bringen zu können. In einem Interview mit dem Blatt hatte Begum berichtet, im Februar 2015 als 15-Jährige gemeinsam mit Mitschülerinnen über die Türkei nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Al-Rakka gereist zu sein. Dort seien die Mädchen mit ausländischen IS-Kämpfern verheiratet worden. «Ich bereue nicht, hierher gekommen zu sein», hatte Begum dem Blatt gesagt.

Aus Sorge um das Leben ihres ungeborenen Kindes sei sie nun aber aus dem einstigen «Kalifat», wie der IS sein Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak nannte, geflohen. Zwei Babys, die sie in Syrien zur Welt gebracht hatte, seien bereits gestorben, sagte Begum.

«Wenn euch die Rückkehr gelingt, solltet ihr euch darauf einstellen, dass ihr verhört werdet, gegen euch ermittelt wird und dass ihr möglicherweise strafrechtlich verfolgt werdet», sagte Javid mit Blick auf Briten, die Terrororganisationen im Ausland unterstützt haben. Auch Deutsche werden der Mitgliedschaft beim IS in Syrien beschuldigt, unter ihnen auch Frauen.

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