La Palma kommt drei Wochen nach Vulkanausbruch nicht zur Ruhe

Ein Teil des Vulkankegels bricht auf La Palma zusammen. Foto: epa/Miguel Calero
Ein Teil des Vulkankegels bricht auf La Palma zusammen. Foto: epa/Miguel Calero

LA PALMA: Der Vulkan auf La Palma hält die 85.000 Bewohner der Kanareninsel weiter in Atem. Die mehr als 1000 Grad heiße Lava zerstört immer wieder neue Flächen. Tierschützer sorgen sich um eine Katze.

Drei Wochen nach dem Ausbruch des Vulkans auf La Palma kommen die Bewohner der Kanareninsel nicht zur Ruhe. Ein neuer Lavastrom, der sich am Samstag gebildet hatte, richtete am Wochenende weitere Zerstörungen an. Das Vulkanologische Institut der Kanaren (Involcan) sprach von «enormen Zerstörungen». Menschen seien aber nicht in Gefahr. Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles flog am Sonntag auf die Atlantik-Insel vor der Westküste Afrikas, um sich ein Bild von der Lage zu machen und bei den Einsatzkräften der Militärischen Nothilfeeinheit zu bedanken. Experten schätzen, dass der Vulkan noch lange aktiv bleiben werde.

Am Samstag war die Nordflanke des Vulkankegels im Gebirgszug Cumbre Vieja eingestürzt. Die gut 1000 Grad heiße Masse trat aus und zog bisher verschonte Flächen in Mitleidenschaft. Da die betroffene Region schon zuvor evakuiert worden sei, habe niemand zusätzlich in Sicherheit gebracht werden müssen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die Behörden. Der Vulkan schleuderte eine Aschewolke bis in eine Höhe von 3,5 Kilometern. Immer wieder erschüttern auch kleine bis mittlere Erdbeben den Süden der Insel, das heftigste Beben hatte eine Stärke von 4,1.

Die Schäden durch den Vulkanausbruch auf der kleinen Insel werden unterdessen immer größer. Seit der Vulkan im Süden La Palmas am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava schon mehr als 1200 Gebäude zerstört. Knapp 500 Hektar waren am Sonntag bereits von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht ungefähr 700 Fußballfeldern. Rund 6000 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, waren weiter in Hotels oder bei Angehörigen untergebracht. Viele von ihnen werden nie mehr in ihre Häuser und Ortschaften zurückkehren können.

Schwer betroffen ist vor allem der für die Insel immens wichtige Bananenanbau, von dem etwa die Hälfte der etwa 85.000 Einwohnern direkt oder indirekt lebt und der sich schon vor dem Vulkanausbruch in der Krise befand. Auch der Tourismussektor beklagt Verluste.

Eine Tierschutzorganisation erneuerte derweil ihren Hilfeaufruf für eine Katze, die offenbar in einem leeren, rundum von Lava umgebenen Wasserbassin eingeschlossen ist. Es sei auf Videoaufnahmen einer Drohne zu sehen, wie die Katze in dem Bassin herumrenne, hatte der Radiosender Cadena Ser am Freitag unter Berufung auf die Organisation Leales berichtet. Man warte weiter darauf, dass die Katze möglichst aus der Luft mit Hilfe einer Drohne mit Nahrung versorgt werde, bis sich der Vulkan wieder beruhigt habe, schrieb Leales auf Twitter. Ob das möglich sein würde, war zunächst unklar.

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Thomas Sylten 12.10.21 00:59
Bericht aus dem" Auge des Zyklons"
Gut recherchierter Artikel mit korrekten Fakten -
was ich (leider) beurteilen kann, da ich nach anderthalbjährigen Corona-Exil in Thailand  - welches ich in seinen besseren Zeiten letztes Jahr wirklich sehr genossen habe -  nun seit Juli gemeinsam mit meiner Meea wieder auf unserer kleinen Finca in den Bergen von La Palma weile, wo ich seit 30 Jahren zuhause bin. Und hier nun prompt doch noch zu meinen Lebzeiten einen Vulkan erlebe  - 
noch dazu einen gigantischen, mit (letzte Nacht) bald 1000 Meter hoher Feuersäule, und dazu auch noch sehr bequem zu beobachten.

Viel zu bequem - denn er ist oberhalb von bewohntem Gebiet ausgebrochen, und fördert dieses Mal derart viel Lava, dass sie auf ihrem Fluss abwärts Richtung Meer alles im Weg Liegende begraben hat. Ich selbst wohne zwar glücklicherweise (rein zufällig) weit genug entfernt und muss nur Asche fegen - aber schon einige meiner Freunde (und viele Menschen mehr) haben buchstäblich ALLES verloren, und sind nun erstmal im weniger betroffenen Norden der Insel  - auch bei mir -  untergeschlüpft.

Seit über 20 Jahren veranstalte ich Abentreuerreisen, öfter auch mit Besuchen bei aktiven Vulkanen - aber so etwas Gigantisches habe ich in seiner geballten Zwiespältigkeit zwischen Faszination und Horror noch nie gesehen: Buchstäblich SCHRECKLICH schön..!!
Thomas Sylten 11.10.21 21:40
An die Moderation
Also ich finde es ja in Ordnung, dass Ihr manche Kommentare überprüft (rote Kennzeichnung) -
aber abgesehen davon dass Ihr bei meinen Einlassungen letztlich noch nie Grund gefunden habt, was zu sperren, solltet Ihr die Überprüfung dann auch mal IRGENDWIE ZEITNAH (!) fertig bringen. Was nutzen Kommentare, die erst drei Tage später freigegeben werden?!?
(Anlass: Mein Kommentar von heute morgen ist immer noch nicht online - und es gab ganz sicher keinen Grund für Sperrung.)