Kurz wünscht sich politische Klarheit in Deutschland

Foto: epa/Philipp Guelland
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MÜNCHEN (dpa) - Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet keine negativen Auswirkungen der ungeklärten Führungsfrage in der CDU auf europäischer Ebene.

Für die deutsche Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union im zweiten Halbjahr habe er «überhaupt keine Bedenken», sagte Kurz am Freitagabend am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz vor Journalisten. Deutschland sei ein großes und sehr starkes Land mit einer ausgezeichneten Verwaltung. «Deswegen bin ich vollkommen überzeugt davon, dass diese Ratspräsidentschaft eine starke sein wird.»

Allerdings wünscht sich der Chef der konservativen ÖVP auch klare Verhältnisse in Deutschland. «Wir sind Schwesterpartei und haben daher natürlich ein Interesse daran, dass sich die CDU/CSU gut entwickelt und als Nachbarland Deutschlands haben wir natürlich Interesse daran, dass es politische Klarheit in Deutschland gibt.»

Auf die Frage, welchen Rat er für CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer für die Organisation ihrer Nachfolge habe, antwortete Kurz nicht. «Da braucht es keine Zurufe von außen. Ich bin überzeugt davon, dass die CDU/CSU eine gute Entscheidung treffen wird, was die Parteiführung betrifft, aber auch die Spitzenkandidatur.»

Kramp-Karrenbauer hat ihren Rückzug vom Parteivorsitz und ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur angekündigt. Sie nimmt wie Kurz an der Münchner Sicherheitskonferenz teil und wird morgen ihre Rede halten.

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Jürgen Franke 16.02.20 00:18
Herr Kurz, da werden Sie wohl noch etwas
warten müssen, denn in Deutschland ist die CDU zur Zeit dabei, sich selbst zu zerfleischen