Klassiker im Ersten: «Verstehen Sie Spaß?»

TV-Moderator Kurt Felix† mit seiner Frau Paola. Foto: epa/Walter Bieri
TV-Moderator Kurt Felix† mit seiner Frau Paola. Foto: epa/Walter Bieri

BADEN-BADEN (dpa) - Keine Show am Samstagabend im deutschen Fernsehen läuft länger als «Verstehen Sie Spaß?». Filme mit der versteckten Kamera, Pranks genannt, haben Hochkonjunktur. Davon profitiert auch Guido Cantz. Als Moderator des TV-Klassikers geht er nun in sein zehntes Jahr.

Guido Cantz stellt Prominenten und anderen eine Falle - und sichert der ARD am Samstagabend gute Einschaltquoten. Den Fernsehklassiker «Verstehen Sie Spaß?» hat er behutsam erneuert und auf die Höhe der Zeit gebracht. Als Moderator der ARD-Unterhaltungsshow geht Cantz in sein zehntes Jahr, die Show selbst läuft schon im 40. Jahr - länger als jede andere Samstagabendshow im deutschen Fernsehen. Die erste Ausgabe in diesem Jahr kommt am Samstag um 20.15 Uhr live im Ersten und wird zeitgleich im österreichischen Fernsehen ORF 1 gezeigt.

«Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn zum Start die Eurovisionshymne ertönt», sagt Cantz. «Das weckt Kindheitserinnerungen.» Die klingende Fanfare zu Beginn ist das Zeichen von öffentlich-rechtlichen Fernsehproduktionen, die in Deutschland sowie parallel in anderen Ländern wie Österreich oder der Schweiz gesendet werden. Früher war sie häufiger zu hören, inzwischen hat sie zunehmend Seltenheitswert. Als Kind habe er sie auf dem Sofa mit den Eltern oft im Fernsehen gehört, sagt der 47-jährige Moderator - und auch im Flötenunterricht gespielt. Nun sei sie Teil seiner Sendung. «Verstehen Sie Spaß?» ist seit einiger Zeit wieder Eurovisionssendung.

Gäste sind diesmal unter anderem die Comedian Sascha Grammel und Pierre M. Krause, Sängerin Lena Meyer-Landrut sowie der Handballnationalspieler Michael Kraus mit seinem Teamkollegen Jogi Bitter. Hinzu kommen die Moderatoren der ORF-Tanzshow «Dancing Stars», Mirjam Weichselbraun und Klaus Eberhartinger. Filme mit der versteckten Kamera stehen im Mittelpunkt.Reingelegt von Cantz und seinem Team wurde unter anderem TV-Moderator Alexander Bommes in seiner im Ersten ausgestrahlten Ratesendung «Gefragt - Gejagt». Handballer Kraus tappte beim Training in die Falle.

Lena Meyer-Landrut gibt für Cantz in einem Film den Lockvogel. «Es hat großen Spaß gemacht, in diese ungewohnte Rolle zu schlüpfen», sagt sie, ohne Details zu verraten. Pierre M. Krause war im Auftrag der Show beim Wiener Opernball unterwegs. Und Cantz selbst verkleidete sich als Toilettenfrau, um Passanten zu verwirren - mehr als vier Stunden saß er dafür in der Maske.

Dreharbeiten seien mit den Jahren schwieriger geworden, erzählt der Showmaster. «Vor allem Prominente sind vorsichtiger und kennen viele Tricks.» Der Erfinder der Show, Kurt Felix, habe in den 1980er Jahren mit einer versteckten Kamera gedreht. Heute seien es pro Dreh im Schnitt acht bis elf Kameras. Außerdem brauche es mehr Arbeit für Masken, Kostüme und Kulissen.

Geplant sind 2019 vier Ausgaben sowie im Sommer ein Best-Of-Special. «Der Humor, für den die Sendung steht, ist genau der Humor, der heutzutage die jungen Zuschauer anspricht», sagt die Chefin der SWR-Fernsehunterhaltung, Barbara Breidenbach. Der Grund seien die Spaßfilme, im Internetzeitalter Pranks genannt. Das zeige der YouTube-Kanal der Sendung, der knapp eine Million Abonnenten habe.

«Ein Erfolgsgarant ist auch der Moderator», sagt Breidenbach. Cantz schaffe es, junge Leute sowie die ganze Familie anzusprechen. Im Fernsehen habe die Show im vergangenen Jahr pro Ausgabe 4 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von knapp 16 Prozent erreicht. Bei den 14- bis 19-Jährigen seien es knapp 26 Prozent Marktanteil. Damit bewege sich der Showklassiker am Samstagabend im Spitzenfeld.

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