Kammer: Deutsche Drohnenfirmen suchen Chancen in Taiwan

Drohnenvorführung während einer Computermesse in Taipeh, Taiwan. Foto: epa/Ritchie B. Tongo
Drohnenvorführung während einer Computermesse in Taipeh, Taiwan. Foto: epa/Ritchie B. Tongo

TAIPEH: Deutsche Drohnenbauer reisen nach Taiwan, um neue Partner zu finden. Was sie von den Hightech-Exporten der Insel lernen wollen - und warum Lieferketten außerhalb Chinas immer wichtiger werden.

Deutsche Drohnenhersteller setzen angesichts der Erfahrungen aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine auf eine stärkere Zusammenarbeit mit Firmen aus Taiwan. Taiwan sei ein bedeutender Exporteur von Drohnen für den europäischen Markt, sagte die Geschäftsführerin der Serviceeinheit des deutschen Wirtschaftsbüros Taipeh, Linda Blechert.

Im ersten Quartal hätten die Ausfuhren hier 115,85 Millionen US-Dollar (rund 99 Mio. Euro) erreicht und damit mehr als im Gesamtjahr 2025. Mindestens zwölf deutsche Drohnenunternehmen wollen laut Blechert Anfang Mai Taiwan besuchen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Das Thema von Lieferketten außerhalb Chinas werde immer wichtiger.

Chancen für Kooperation

Deutschland sei traditionell stark im konventionellen Rüstungsbau, sagte Blechert. Mit dem Aufkommen der Drohnenkriegsführung zeige sich jedoch, dass man bei den erforderlichen Fähigkeiten möglicherweise etwas hinterherhinke, insbesondere angesichts des russischen Krieges in der Ukraine. «Daher sind wir hier definitiv offen dafür, von Taiwan zu lernen», sagte Blechert.

Das Wirtschaftsbüro will den Austausch in der Branche vorantreiben. Denn Deutschlands Drohnenfirmen sind nach Auffassung der Interessenvertretung deutscher Firmen in Taiwan stark im Bereich Software, wodurch sich Chancen für die Zusammenarbeit mit taiwanischen Herstellern ergeben.

Mit Blick auf die Handelsbeziehungen insgesamt wuchsen dem Wirtschaftsbüro zufolge im ersten Quartal Taiwans Exporte nach Deutschland besonders stark. Diese erreichten 2,12 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 28,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Das Handelsvolumen stieg um 5,8 Prozent auf 5,2 Milliarden US-Dollar.

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