NAYPYIDAW: Das Land versinkt im Bürgerkrieg, die Nobelpreisträgerin und einstige Hoffnungsfigur Aung San Suu Kyi sitzt in Haft. Dennoch will die Junta Ende des Jahres wählen lassen.
Viereinhalb Jahre nach ihrem Putsch hat die Militärjunta in Myanmar den Ausnahmezustand in dem südostasiatischen Bürgerkriegsland für beendet erklärt. Dies sei ein Schritt zur Vorbereitung auf eine für Dezember geplante Parlamentswahl, meldete das Staatsfernsehen.
Die Armee hatte am 1. Februar 2021 geputscht und die demokratisch gewählte De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. Die ursprünglich versprochenen Wahlen wurden unter dem Vorwand, die Gewalt im Land lasse diese nicht zu, bisher immer wieder vertagt.
Der Ausnahmezustand war erstmals nach dem Umsturz verhängt worden und wurde dann immer wieder verlängert. Eigentlich lag die im früheren Birma vorgesehene Maximaldauer bei zwei Jahren - so steht es in der ebenfalls unter einer Militärregierung verabschiedeten Verfassung von 2008.
Seit dem Putsch versinkt das Land in Chaos und Gewalt. Die Junta unterdrückt Widerstand mit Gewalt. International ist das Land fast völlig isoliert. Verschiedene Rebellengruppen kämpfen teils sehr erfolgreich gegen die Armee. Die Friedensnobelpreisträgerin und einstige Freiheitsikone Suu Kyi (80) sitzt in Haft. Hinzu kommen Naturkatastrophen: Bei einem Erdbeben im März kamen Tausende Menschen ums Leben.