Iran weist Vorwürfe der Atomenergiebehörde zurück

Foto: epa/Lisi Niesner
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TEHERAN: Der Iran weist Vorwürfe der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zurück, bei offenen Fragen nicht schnell genug und vollständig zu kooperieren.

«Unsere Zusammenarbeit mit der IAEA hat einen bestimmten Rahmen und wir beantworten nur Fragen, die technisch und rechtlich relevant sind», sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Mittwoch. Die Atomenergiebehörde solle das iranische Atomprogramm auf der Basis grundloser Unterstellungen anderer Länder nicht erneut politisieren. «Das würde nur dem internationalen Ansehen der IAEA schaden», sagte der Sprecher.

IAEA-Chef Rafael Grossi hatte den Iran am Montag aufgefordert, umgehend und vollständig zu kooperieren. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der Iran seine Bestände an angereichertem Uran lückenlos angeben müsse. Das betreffe mögliche nukleare Aktivitäten an drei Orten, zu denen der Iran teils den Zugang verweigere.

Die IAEA überwacht weltweit die für den zivilen Bedarf gelagerten Uranvorräte und hat im Fall der Islamischen Republik ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet. Im Wiener Atomabkommen von 2015, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern soll, hatte Teheran der Einhaltung von Obergrenzen zugestimmt.

Laut Mussawi haben die Differenzen zwischen dem Iran und der IAEA nichts mit den anderen Vertragspartnern, besonders den drei europäischen, zu tun. Die fünf Vertragspartner - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - sollten das von ihnen unterzeichnete Atomabkommen vertragsgerecht umsetzen und ihren rechtlichen Verpflichtungen nachgehen, forderte der Sprecher.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomdeal im Jahr 2018 erfüllt auch der Iran seit vergangenem Jahr nicht mehr alle technischen Auflagen des Abkommens. Dies gilt besonders für die Limitierung des Urananreicherungsgrades sowie der Uranvorräte.

Teheran würde aber alle seine technischen Verpflichtungen wieder erfüllen, sobald das Atomabkommen vertragsgerecht umgesetzt werde, hieß es. Dem Iran geht es insbesondere um die Aufhebung der neuen amerikanischen Sanktionen, die das ölreiche Land in eine akute Wirtschaftskrise geführt haben.

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