CUNEO: Über mehrere Stunden sitzt ein junger Höhlenforscher in etwa 120 Metern Tiefe in Norditalien fest. Die Rettungsaktion ist kompliziert. Am frühen Morgen melden die Behörden seine Rettung.
Ein Höhlenforscher ist in Norditalien nach einer stundenlangen Rettungsaktion aus einer Höhle befreit worden. Der Mann war am Sonntag in der Höhle Grotta dei Cinghiali Volanti bei Garessio in der Region Piemont in rund 120 Metern Tiefe mit einem Bein unter einem Felsen eingeklemmt worden. Am Morgen meldete die Bergwacht, dass der Mann - ein etwa 20 Jahre alter Italiener - befreit wurde und nun im Krankenhaus untersucht wird.
Mehr als 50 Einsatzkräfte waren an der Rettungsaktion beteiligt. Diese gestaltete sich wegen der Gegebenheiten der unterirdischen Umgebung und der Beschaffenheit des Weges schwierig. Der Einsatz zog sich über mehrere Stunden. Zunächst war der gesundheitliche Zustand des Mannes unklar.
Höhle in beliebtem Karstgebiet im Piemont
Die Einsatzkräfte erreichten den Höhlenforscher letztlich, entfernten den Fels und befreiten den jungen Mann. Noch unter Tage richtete das Rettungsteam ein kleines medizinisches Versorgungszentrum ein. Ärzte und Sanitäter untersuchten den Mann dort. Nach Angaben der Bergwacht war sein Zustand allerdings gut, so dass er anders als zunächst angenommen nicht auf einer Trage aus der engen Höhle transportiert werden musste.
Die Höhle liegt auf etwa 1.200 Metern Höhe in dem Karstgebiet Rocca d'Orse-Val d'Inferno. Die Gegend ist ein beliebtes Ziel für Höhlenforscher. Nach Angaben des TV-Senders Rai gibt es dort mehr als 600 bereits erkundete Hohlräume, darunter Höhlen, Schächte und große unterirdische Systeme.