Der zweite Streich von Calexico/Iron & Wine

Foto: epa/Cedrik Nemeth
Foto: epa/Cedrik Nemeth

BERLIN (dpa) - 15 Jahre ist es her, dass die US-Folkrocker Calexico und Iron & Wine ein gemeinsames Album einspielten. Lange sah es so aus, als bleibe es bei dieser einen Kooperation - bis jetzt, bis zu «Years To Burn».

Man kann förmlich spüren und ganz sicher hören, dass sich diese Musiker glänzend verstehen, dass sie Kollegen-Freunde fürs Leben sind: Die oft arg verkürzt als «Wüstenrocker» bezeichnete Multikulti-Band Calexico aus Arizona und der Singer-Songwriter Sam Beam aus South Carolina, der unter dem Alias-Namen Iron & Wine seit 15 Jahren feine Folkpop-Alben veröffentlicht.

Zum zweiten Mal nach dem Minialbum «In The Reins» (2005) haben sich Calexico und Iron & Wine nun zusammengetan, um eine gute Handvoll Lieder einzuspielen. «Years To Burn» (City Slang; Veröffentlichung 14. Juni) klingt sogar noch runder als der erste Versuch.

Diese hochsympathischen Musiker - der Gitarrist/Sänger Joey Burns und Schlagzeuger John Convertino sowie einige ihrer Bandmitstreiter auf Calexico-Seite, Beam als zweiter Sänger und Gitarrist - sind im Lauf der Jahre als Songschreiber immer souveräner geworden. Die leider nur acht neuen Tracks umwehen den Hörer wie ein warmer Sommerwind, die herrlichen Harmoniegesänge von Burns/Beam erheben sich zeitweise zur Größe der Everly Brothers, von Crosby, Stills & Nash oder America.

Die bei Calexico gewohnten zackigen Mariachi-Bläser fehlen diesmal, dafür darf Jacob Valenzuela auf der Trompete jazzig improvisieren («The Bitter Suite») und der famose Paul Niehaus seine Pedal-Steel-Gitarre seufzen lassen. Es wird - neben viel Wohlklang - durchaus auch experimentiert, die naive Freude am Drauflosmusizieren in einem Studio von Nashville/Tennessee kommt jederzeit rüber.

Das Beste haben sich Calexico/Iron & Wine für den Schluss aufgespart - den Titelsong «Years To Burn» und das aufgekratzte «In Our Own Time». Nach mehreren Konzerten in diesem Jahr (auch in Deutschland) werden beide Bandprojekte wieder getrennte Wege gehen - hoffentlich bis zu einem dritten gemeinsamen Freundschaftsdienst am US-Folkrock.

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