LONDON: Erneut steckt Premier Starmer in der Krise. Noch zeigt er sich unbeugsam, doch in wenigen Tagen wartet mit einer wichtigen Wahl der nächste Stolperstein. Welches Urteil fällt die britische Presse?
Nach dem Rücktritt eines seiner wichtigsten Minister zeichnet die britische Presse Premierminister Keir Starmer eine düstere Prognose. Ex-Verteidigungsminister John Healey war im Streit um den Verteidigungsetat am Donnerstag überraschend zurückgetreten. Damit verlor der ohnehin schon angeschlagene Premier einen seiner wichtigsten Minister.
Mit Blick auf die bald anstehende Nachwahl im Bezirk Makerfield, bei der sein innerparteilicher Rivale Andy Burnham den Sprung ins Parlament schaffen und ihm damit sein Amt streitig machen könnte, stehen dem Premier besonders harte Tage bevor.
Keir Starmer ist also, schon wieder, im Krisenmodus. Wie eng die Lage für ihn ist, verrät auch ein Blick auf die Titelseiten britischer Zeitungen:
«Daily Mail»: «Gott hilf uns!»
Aus Sicht der Boulevardzeitung «Daily Mail» ist der britische Premier nicht in der Lage, die Sicherheitspolitik des Vereinigten Königreichs zu steuern - Großbritannien werde schutzlos und ohne vernünftige Verteidigung zurückgelassen, wittert das Blatt, und fleht: «Gott hilf uns!».
«The Guardian»: Starmer am Abgrund
Eine düstere Prognose zeichnet auch die Tageszeitung «The Guardian». Durch Healeys überraschenderen Abgang sei Starmers Amtszeit «am Rande des Zusammenbruchs», heißt es etwa auf der Titelseite. Seine «verbliebene politische Autorität» drohe nun, zu verschwinden.
«The Sun»: «Vernichtender Angriff» auf Starmer
«Tanks but no thanks» - also übersetzt in etwa «Panzer, nein danke» - schreibt die für ihre Wortspiele bekannte Boulevardzeitung «The Sun». Healeys Statement zu seinem Rücktritt, in dem er Starmer vorwirft, nicht genug in die Verteidigung zu investieren, sei ein «vernichtender Angriff» auf den Premier.
«The Daily Telegraph»: «Healey torpediert Starmer»
Wenig positive Worte über Starmer finden sich auch auf der Titelseite des «Daily Telegraph». Ex-Minister Healey habe Starmer «torpediert», schreibt die Zeitung. «Sir Keir Starmer wurde von seinem eigenen Verteidigungsminister beschuldigt, Großbritannien in Gefahr zu bringen», heißt es weiter.