Explosion an syrischer Grenze zum Irak

Foto: Unsplash
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DAMASKUS/BAGDAD: Die Kurden geraten im Nordosten Syriens immer mehr unter Druck. Im benachbarten Irak wird die Sicherheit verstärkt. Die Entwicklung spielt vor allem der Türkei in die Hände.

Mit den Kämpfen im Nordosten Syriens wächst auch die Sorge vor einer Eskalation im benachbarten Irak. An der gemeinsamen Grenze beider Länder kam es heute im syrischen Ort al-Jarubija zu einer Explosion an einem Waffenlager, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Eine massive Explosion habe die Gegend erschüttert.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Das syrische Verteidigungsministerium beschuldigte die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) einen ihrer Einsätze mit einer Drohne angegriffen zu haben. Dabei seien sieben Soldaten getötet und 20 weitere verletzt worden, hieß es vom Ministerium.

Die SDF wiesen die Vorwürfe zurück. «Wir weisen die Behauptungen kategorisch zurück», hieß es in einer Presseerklärung. SDF-Kräfte hätten in dem Gebiet keine militärischen Aktivitäten durchgeführt. Nach ihren Informationen habe sich die Explosion aufgrund eines Unfalls «beim Munitionstransport» Regierungstruppen ereignet, hieß es.

Sicherheit an Grenze verstärkt

An der 600 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern wurde die Sicherheit auf irakischer Seite verstärkt, wie der Sprecher des gemeinsamen Einsatzkommandos der Nachrichtenseite An-Nahar sagte. Die Gegend sei «komplett gesichert» und es gebe «keine Hinweise auf ernsthafte Bedrohungen» im Irak, sagte der Sprecher.

Iraks Ministerpräsident Mohammed al-Sudani besuchte heute den Grenzort al-Kaim, um sich ein Bild von der Bereitschaft der irakischen Sicherheitskräfte zu machen, wie die Staatsagentur INA berichtete.

Im Nordosten Syriens bleibt die Lage trotz eines eigentlich vereinbarten Waffenstillstands angespannt. Die Truppen der Regierung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa haben dort Gebiete der SDF eingenommen. Al-Scharaas will die bisher kurdisch verwalteten Gebiete unter Kontrolle der Regierung in Damaskus bringen.

USA stoppten syrische Offensive nicht

Die Kurden geraten im Zuge der Kämpfe im Nordosten immer mehr unter Druck. Sie waren ab 2015 eigentlich ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. US-Präsident Donald Trump treibt aber eine Normalisierung mit Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa voran und hat die Offensive von dessen Regierung im Nordosten Syriens offenbar stillschweigend hingenommen oder zumindest nicht gestoppt.

Eine Schwächung der Kurden und der kurdisch angeführten SDF bedeutet unterdessen einen strategischen Erfolg für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Ankara betrachtet die SDF als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Auch die USA und die EU stufen die PKK als Terrororganisation ein. Die Türkei führt derzeit Friedensverhandlungen mit der PKK.

Die Türkei ist neben Saudi-Arabien der wichtigste Unterstützer der Regierung al-Scharaas in Damaskus. Ankara sorgt sich schon lang, dass im kurdisch verwalteten Nordosten Syriens und damit an der südlichen Grenze zur Türkei ein Mini-Staat mit Verbindungen zur PKK entstehen könnte. Die dort lebenden Kurden wollen in dem als «Rojava» bekannten Gebiet dagegen ihren Traum von einem eigenen Staat vorantreiben. Die Kurden leben vor allem im Südosten der Türkei, aber auch im Iran, im Irak sowie in Syrien.

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