BAGDAD: Israel soll laut Berichten von einer geheimen Militärbasis im Irak aus gegen den Iran operiert haben. Der Irak weist das zurück. Dennoch kommt es dort jetzt zu einem Militäreinsatz.
Die irakischen Volksmobilisierungskräfte - ein staatlich eingebundener proiranischer Milizenverband - haben nach eigenen Angaben einen militärischen «Säuberungs- und Sucheinsatz» im Süden des Iraks gestartet. Der Einsatz habe in den Wüstenregionen der Provinzen Nadschaf und Kerbala begonnen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur INA.
Der Einsatz erfolgt wenige Tage nach Berichten über einen mutmaßlichen israelischen Militärstützpunkt in dem Wüstengebiet im Irak. Das «Wall Street Journal» hatte berichtet, dass Israel von dort auch Luftangriffe im benachbarten Iran durchgeführt habe. Das israelische Militär soll dem Bericht zufolge den Stützpunkt auch mit eigenen Luftschlägen verteidigt haben. Dabei wurde demnach mindestens ein irakischer Soldat getötet.
Am Montag erst erklärte die irakische Regierung, dass sich keine nicht autorisierten ausländischen Basen oder Kräfte auf irakischem Staatsgebiet befänden. Im März seien irakische Streitkräfte «mit unbekannten, nicht autorisierten Einheiten zusammengestoßen, die von Flugzeugen unterstützt wurden», hieß es. Dabei sei ein irakischer Sicherheitsangehöriger getötet, zwei weitere verletzt und ein Fahrzeug beschädigt worden.
Die proiranischen Volksmobilisierungskräfte spielten zwischen 2014 und 2017 eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» und operieren weiterhin gemeinsam mit den irakischen Sicherheitskräften.