Metropole Istanbul nicht für starkes Erdbeben gewappnet

Foto: Pixabay/Vcrea Park
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ISTANBUL: Mehr als 20 Jahre nach einem verheerenden Erdbeben nahe Istanbul ist die Millionenmetropole nach Ansicht von Experten noch immer nicht für ein weiteres Beben gewappnet. Der Baubestand sei in einem «desaströsen» Zustand, teilte der Vorsitzende der Istanbul Bauingenieurskammer, Nusret Suna, zum 21. Jahrestag des Erdbebens von Gölcük am Montag mit. «Selbst die optimistischsten Szenarien zeigen, dass bei einem möglichen Erdbeben in Istanbul das Leben Hunderttausender Bürger bedroht ist», hieß es.

Suna kritisierte, dass zahlreiche Bauten in Istanbul ohne Genehmigung und ohne Expertise errichtet worden seien. Zudem gebe es zu wenig Freiflächen auf denen sich die Einwohner nach einem Beben versammeln könnten. In den mehr als 20 Jahren seit der Katastrophe von Gölcük habe sich die Situation nicht nennenswert verbessert.

Umwelt- und Städteminister Murat Kurum sagte anlässlich des Jubiläums, insgesamt 1,5 Millionen Wohnungen müssten dringend umgebaut werden, 300.000 davon allein in Istanbul. Das wolle man innerhalb von fünf Jahren umsetzen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu den Minister.

Das Beben mit der Stärke 7,6 am 17. August 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul war eines der folgenreichsten Beben in der Türkei. Damals starben in der Region rund 18.000 Menschen. Die 16-Millionen-Metropole Istanbul ist besonders erdbebengefährdet. Forscher erwarten ein weiteres starkes Beben im Raum Istanbul, wann ist jedoch unklar.

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