Erdogan: Wien soll «zu Verstand kommen»

Der ürkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: epa/Erdem Sahin
Der ürkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: epa/Erdem Sahin

ISTANBUL (dpa) - In der Diskussion um Moschee-Schließungen in Österreich hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Regierung in Wien aufgerufen, «zu Verstand zu kommen». Erdogan sagte am Dienstag bei der Eröffnung der Transanatolischen Gas-Pipeline (TANAP) in Eskisehir: «Als Türkei finden wir es von Vorteil, wenn die österreichische Regierung so schnell wie möglich zu Verstand kommt, anstatt auf dem Fehler zu insistieren.»

Es nutze niemandem, «Muslime zur Zielscheibe zu machen» und «Ausländerfeindlichkeit anzustacheln», sagte Erdogan weiter. «Die Leiden, die Juden, Roma und Sinti im Zweiten Weltkrieg ertragen mussten, die Massaker und Folter, die sie erlebten, haben offen gezeigt, was für Schandtaten diese Art von Politik verursachen kann», sagte Erdogan.

Wien hatte am Freitag die Ausweisung von möglicherweise bis zu 40 Imamen und die Schließung von sieben Moscheen angekündigt. «Parallelgesellschaften, politischer Islam und Radikalisierungstendenzen haben in unserem Land keinen Platz», sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz dazu in Wien. Bei den Imamen im Visier der Behörden handelt es sich um Geistliche der «Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich» (Atib). Erdogan hatte die Entscheidung Wiens schon am Wochenende scharf kritisiert.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 13.06.18 23:37
Die Regierung Österreichs ist auf den
richtigen Weg und wird sich nicht von einem hysterischen Erdogan beeinflussen lassen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Erdogan von den Türken, die in Deutschland oder Österreich unter demokratischen Bedingungen leben, wieder mit überwältigender Mehrheit diesen Despoten wählen.
Uli Sattler 13.06.18 16:59
Und Mutti wirt sicherlich auch intervenieren...
natürlich zu gunsten Erdogans... ;-( Weil ihrer Meinung ja der Islam zu Deutschland gehört. Es ist schon traurig das sich keiner mal ein Herz fasst und Mutti mal von ihrem Tron stösst. Es gibt doch genug "Irre" um sie rum...da könnte sich doch einer mal ein Herz nehmen bevor D ganz den Bach runter geht.
aurel aurelis 13.06.18 16:12
verbieten und ausweisen
Alle für Atib und in D Ditib arbeitenden Imame, usw. machen Werbung für den Terroristenunterstützer Erdogan gehören ausgewiesen. Sie einzusperren wäre zu teuer!
Johann Riedlberger 13.06.18 15:46
ich würde mir
für Deutschland eine Regierung mit so viel Verstand wünschen, wie die österreichische hat. Man muss sich nur an Erdogan's eigene Worte erinnern, um zu verstehen wie viel Bedrohung im Islam stecken kann: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten." Türkischer Ministerpräsident Tayyip Erdogan
Beat Sigrist 13.06.18 15:44
Erdogan vergisst wohl
die eigenen Schandtaten welches sein land selbst auf dem Gewissen hat.Man denke an den Vülkermord an den Armeniern welcher noch heute von der offiziellen Türkei verleugnet wird.Oder die Menschrechtsverletzungen in den letzten 24 Monaten in der Türkei selbst.Man könnte hier eine endlose lange Liste erstellen.Solange die Türkei eine Diktatur ist und alles was die Christen betrifft bekämpft und anders denkende Menschen einfach ohne Gerichtsurteil ins Gefängnis wirft sollten wir diesem Land den Rücken kehren und keine Hand bieten zu einem Dialog. Oesterreich hat den Mut diese verlogene Politik welche in gewissen Moscheen betrieben wird zu verbieten.Religionsfreiheit ist ja schon in Ordnung egal welche Glaubensrichtung aber bitte keine Propaganda und Politik in den Moscheen veranstalten oder in türkischen Schulen in Westeuropa. Dies muss mit allen Mitteln verboten werden - darum hat Oesterreich richtig gehandelt!