Erdgasstreit im Mittelmeer

Erdogan verkündet weitere Bohrungen

Foto: Pixabay/Rauschenberger
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ISTANBUL: Im Streit um Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut scharfe Töne angeschlagen. «Das Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten hat absolut keine Gültigkeit», kritisierte er am Freitag in Istanbul die kürzlich geschlossene Vereinbarung zwischen den beiden Ländern über Gebiete im Mittelmeer. Die Türkei habe umgehend wieder mit Bohrungsarbeiten im östlichen Mittelmeer angefangen. Wo genau diese stattfinden sollten, ließ er jedoch offen.

«Wir haben auch Frau Merkel gesagt: «Guck, sie haben ihr Wort nicht gehalten. Jetzt setzen wir unseren Weg fort»», sagte Erdogan. Nach Berichten über Vermittlungen Deutschlands hatte Ankara Ende Juli angekündigt, im Streit mit Griechenland um die Erkundung von Erdgasfeldern vorerst abwarten zu wollen.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatte Griechenland mit Ägypten am Donnerstag ein Abkommen über die Festlegung ihrer Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) im Mittelmeer geschlossen. Das Abkommen gilt als Reaktion auf eine ähnliche Zusammenarbeit der Türkei mit Libyen. Mit dem Abkommen zwischen Ägypten und Griechenland wird nun praktisch ein Strich durch die libysch-türkische Zone gezogen. Denn die neue griechisch-ägyptische Zone ist mit ihr größtenteils identisch. Erdogan erklärte, die Türkei werde weiter an ihrem Abkommen mit Libyen festhalten.

Bei einer Ausschließlichen Wirtschaftszone handelt es sich um ein Seerechtsübereinkommen, das die Nutzung von Meeresabschnitten sowie die Wahrnehmung von Hoheitsrechten zwischen den Staaten regelt.

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