PATTAYA: Polizei und Einwanderungsbehörde haben in Pattaya drei entführte indische Touristen aus der Gewalt einer mutmaßlichen Entführerbande befreit. Die Opfer waren gefesselt, misshandelt und mit roter Farbe besprüht worden, um blutüberströmt zu wirken. Mit Fotos und Videos forderten die Täter von den Familien pro Opfer vier Millionen indische Rupien (rund 1,4 Millionen Baht) Lösegeld. Fünf Tatverdächtige – vier Pakistaner und ein Inder – werden verdächtigt, hinter der Entführung zu stehen.
Am Montag (27. Juli 2026) um 16.09 Uhr durchsuchten Einsatzkräfte unter der Leitung von Police Colonel Napatsapong Khositsuriyamanee, Leiter der Einwanderungsbehörde Chonburi, gemeinsam mit Ermittlern der Polizeistation Pattaya City unter Police Colonel Anek Sarathongyu sowie Lakshman Singh, Präsident der Indian Association Pattaya, ein zweistöckiges Reihenhaus in einem Wohngebiet in der Soi Phatthanakan in Nong Prue (. Zuvor hatten Ermittlungen ergeben, dass dort die drei Männer festgehalten wurden.

Im Obergeschoss fanden die Beamten die 23-jährigen Mohit, den 24-jährigen Ashish und den 20-jährigen Himanshu. Sie waren getrennt voneinander eingesperrt und mit Nylonseilen, Kunststoffschnüren sowie Kabelbindern an Händen und Füßen gefesselt. Ihre Münder waren mit Klebeband verschlossen, damit sie keine Hilfe rufen konnten.
Sprühfarbe sollte Blut vortäuschen
Bei der Untersuchung stellten die Beamten zahlreiche Verletzungen an Oberkörper und Beinen fest. Himanshu war bis auf die Unterwäsche entkleidet worden. Die Täter hatten seinen Kopf und Oberkörper mit roter Sprühfarbe besprüht, damit es auf Fotos und Videos so aussah, als würde er stark bluten. Am Tatort wurden unter anderem eine Dose roter Sprühfarbe, Klebeband und ein Holzstock sichergestellt, der offenbar für die Misshandlungen verwendet worden war.

Nach Angaben von Police Lieutenant Colonel Kawinwat Arayasuriwong, stellvertretender Leiter der Einwanderungsbehörde Chonburi, begann der Fall am 21. Juli 2026. Die indische Botschaft in Thailand hatte sich an die Einwanderungsbehörde und die Polizei von Pattaya gewandt, nachdem Angehörige der Opfer gemeldet hatten, dass diese entführt worden seien. Die Täter hatten die Familien per Videoanruf mit den gefesselten und misshandelten Männern unter Druck gesetzt und Lösegeld gefordert.
Fünf Tatverdächtige auf der Flucht
Anhand von Überwachungskameras und weiterer Ermittlungen konnten die Behörden den Aufenthaltsort der Opfer lokalisieren und sie befreien. Der mutmaßliche Wachmann des Hauses konnte jedoch mit einem Motorrad fliehen. Die Identitäten aller fünf mutmaßlichen Täter sind den Behörden bereits bekannt. Die Fahndung läuft.

Nach Aussagen der Opfer hatten sie bei einem angeblichen Reiseveranstalter ein Pattaya-Reisepaket gebucht. Nach ihrer Ankunft am Flughafen Suvarnabhumi in den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2026 seien sie zunächst mit einem Taxi zur Sukhumvit Road in Pattaya gebracht worden. Dort habe sie jeweils einzeln ein Motorradfahrer abgeholt – unter dem Vorwand, sie zum Hotel zu bringen und dort frühstücken zu können. Stattdessen seien sie in das spätere Versteck gebracht worden.
Mit Messern bedroht und gefesselt
Dort hätten weitere Mitglieder der Bande sie unter Vorhalt von Messern überwältigt, gefesselt, geknebelt und festgehalten. Anschließend kontaktierten die Täter die Angehörigen per Telefon und Videoanruf, forderten das Lösegeld und drohten, die Geiseln sofort zu töten, falls die Polizei eingeschaltet werde oder die Zahlung ausbleibe. Zudem behaupteten sie, dass ihre Bande von Polizeibeamten geschützt werde, wodurch die Opfer aus Angst keinen Widerstand leisteten.

Die Befreiten berichteten außerdem, dass vor ihrer Ankunft bereits ein weiterer indischer Staatsangehöriger in dem Haus festgehalten worden sei. Dieser sei erst freigelassen worden, nachdem seine Familie rund drei Millionen Rupien Lösegeld gezahlt hatte. Nach Angaben der Opfer besteht die Bande aus vier pakistanischen und einem indischen Staatsangehörigen. Sie bedankten sich ausdrücklich bei den Einsatzkräften für ihre Rettung.
Polizei fahndet nach den Tätern
Die Einwanderungsbehörde Chonburi und die Ermittler der Polizeistation Pattaya City setzen ihre Ermittlungen fort und fahnden nach den flüchtigen Tatverdächtigen.

Nach Angaben der Behörden wird der Fall mit höchster Priorität behandelt, da derart schwere Straftaten das Sicherheitsgefühl und das touristische Image Pattayas erheblich beeinträchtigen.