Die thailändische Bestattungskultur im Wandel der Zeit

Axel Ertelt neuestes Buch gibt Einblicke, wie die Thais mit dem Tod und ihren Toten umgehen

BANGKOK: Vom Scheiterhaufen zum Krematorium: Thailand, dass bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts noch Siam hieß, hat sich, was seine Bestattungskultur betrifft, bis heute kaum geändert.

Immer noch werden die alten Rituale abgehalten, mit denen auch die Geister besänftig und vertrieben werden sollen. Fast könnte man sagen, dass die einzige Veränderung in den letzten hundert Jahren nur die Art der Verbrennung betrifft. Während diese noch bis fast zum Ende des 20. Jahrhunderts hauptsächlich auf dem Scheiterhaufen erfolgte, haben die thailändischen Wats (Klöster) heute fast alle ein Krematorium. Doch auch hier gibt es ein großes Umweltproblem und nicht selten werden auch alte Autoreifen zum Anheizen benutzt.

Beerdigung und Wiedergeburt

Wie schrieb doch einst der alte Reiseschriftsteller Ernst von Hesse-Wartegg im Jahre 1899: „Sein größtes Fest sieht der Siamese niemals, denn es ist jenes bei der Verbrennung seiner Leiche.“ Wer eine Beerdigung in Thailand hautnah miterlebt, der könnte meinen, dass dort so eine Beerdigung etwas recht Lustiges sei. Nun ist es nicht so, dass hier niemand trauern würde, aber das zeigt man nicht. Glauben die Thais doch an eine Wiedergeburt und hoffen die Toten noch im Leben wiederzufinden. Dazu haben sie einen bestimmten Trick entwickelt. Eine Methode, über die man bei uns nur den Kopf schütteln wird. In Thailand gehen die Uhren manchmal noch etwas anders.

Die Geister und der Tod

Ein besonderes Augenmerk wird im Buch auch auf die Geister geworfen, die in Thailand auch heute noch allgegenwärtig aktiv und gefürchtet sind. Was beim und zum Thema Tod alles berücksichtigt werden muss, das ist vielfältig und im Buch ein ganzes Kapitel wert.

Fakten und Informationen

In einem abschließenden Kapitel werden allgemeine Fakten dargestellt und es wird auf Sterbefälle deutscher Staatsbürger in Thailand und thailändischer Staatsbürger in Deutschland eingegangen. Was ist in so einem Fall zu machen? Was muss erledigt werden? Was kann man als in Thailand lebender deutscher Staatsbürger vorbereitend machen, damit der thailändische Ehepartner in Thailand nicht mit der Situation überfordert ist. Adressen der Konsulate und internationaler Bestattungsinstitute in Thailand werden aufgeführt und sind ebenso hilfreich wie viele erste Vorsorgeinfos und Tipps – sowohl für Thailand, als auch für Deutschland.


Das Buch Die thailändische Bestattungskultur im Wandel der Zeit - Wie die Thais mit dem Tod und ihren Toten umgehen von Axel Ertelt ist am 14. März 2019 im NIBE Verlag erschienen. Es umfasst 299 Seiten und 54 Abbildungen. Erhältlich als Softcover-Buch für 19,95 Euro im Online-Shop des NIBE Verlags oder im deutschen Buchhandel unter der ISBN 978-3-96607-010-2.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.