Geschichte einer lebenslangen Begeisterung

Die Queen und die Pferde 

Die britische Königin Elizabeth II. (3.v.r) besucht die Royal Windsor Horse Show. Foto: Steve Parsons
Die britische Königin Elizabeth II. (3.v.r) besucht die Royal Windsor Horse Show. Foto: Steve Parsons

LONDON: Wetten tut sie wohl nicht - aber ansonsten hat die Queen in ihrem Leben so ziemlich alles mitgenommen, was mit Pferden zu tun hat. Auch bei ihrem großen Jubiläum spielen Rosse eine große Rolle.

Das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde: Für Queen Elizabeth II. begann diese Leidenschaft früh und hält bis ins hohe Lebensalter an. Erst vor wenigen Wochen zeigte sie sich beim Pferderennen in Ascot - selten lachte die Queen zuletzt so ausgelassen in die Kameras wie dort. Kurz vor ihrem 96. Geburtstag in diesem Jahr ließ sich die Monarchin in Windsor außerdem mit zweien ihrer schneeweißen Ponys - Bybeck Katie und Bybeck Nightingale - ablichten.

Als die Queen in der privaten Reitschule des Buckingham-Palastes erstmals aufs Pferd stieg, soll sie nicht älter als drei Jahre gewesen sein. Mit vier Jahren schenkte Großvater König Georg V. ihr bereits das erste Shetland-Pony namens Peggy.

Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich die Queen nicht nur zur begeisterten Reiterin, sondern auch zur Expertin für Pferdezucht. Sie schickte ihre Stuten auf Gestüte in aller Welt und züchtete auch in der Heimat fleißig.

2013 schrieb sie Geschichte, als ihr Pferd Estimate den Goldenen Pokal beim Royal-Ascot-Rennen gewann - es war das erste Mal, das dies einer Monarchin gelang. Ihren spektakulärsten Erfolg feierte die Queen jedoch bereits im Jahr ihres Silbernen Thronjubiläums 1977, als ihre Stute Dunfermline bei den Rennen Oaks und St. Leger den Sieg holte. Insgesamt soll die heute 96-Jährige rund 180 Pferde und Ponys besitzen, die auf verschiedene Residenzen und Ställe über das Königreich verteilt sind.

Die Hoffnung, einmal mit einem Pferd beim von ihr geliebten Epsom Derby zu gewinnen, erfüllte sich der Queen allerdings auch zum Platin-Jubiläum nicht. Ihre Pferde schieden bereits im Vorfeld aus. Für das Derby habe er auch keine Tipps, scherzte der Erzbischof von York, Stephen Cottrell, der seine Predigt beim Gottesdienst zu Ehren der Queen am Freitag mit Pferde-Metaphern spickte. «Wir sind so glücklich, dass Sie noch immer im Sattel sind», sagte er in Richtung der Königin, von der angenommen wurde, dass sie das Geschehen am Fernseher verfolgte.

Die Leidenschaft fürs hohe Ross ist auch über die Grenzen des Vereinigten Königreichs hinaus bekannt: Der französische Präsident Emmanuel Macron schenkte zum Jubiläum einen Hengst der Republikanergarde. Der sieben Jahre alte Fabuleu de Maucour sei mit seiner Eleganz und seiner harmonischen Gestalt repräsentativ für die französische Zucht, hieß es aus dem Élyséepalast. Zusätzlich gab es Sattel, Zaumzeug und einen Säbel.

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