Corona-Überblick: Meldungen am Sonntag

Foto: Pixabay/Mohamed Hassan
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Lula steuert auf knappen Sieg in Präsidentenwahl zu

BRASÍLIA: In einem überraschend engen Kopf-an-Kopf-Rennen steuert Luiz Inácio Lula da Silva auf einen Sieg in der ersten Runde der Präsidentenwahl in Brasilien zu. Der linke Ex-Staatschef kam auf 47,46 Prozent, wie das Wahlamt am Sonntag nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen mitteilte. Der rechte Amtsinhaber Jair Bolsonaro erhielt demnach 44,03 Prozent. In den Umfragen lag Lula zuletzt deutlich vorn. Nach Einschätzung von Experten bekannten sich viele Befragte nicht zu ihren tatsächlichen Favoriten oder entschieden sich erst am Wahltag.

Die Wahl hat die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas extrem gespalten. Lula bezeichnete Bolsonaro wegen dessen zögerlicher Corona-Politik als Völkermörder, Bolsonaro nannte seinen Kontrahenten nach dessen Verurteilung wegen Korruption einen Dieb. Die Unterstützer des Amtsinhabers fordern immer wieder unverhohlen einen Militärputsch. Bolsonaro hatte zuletzt Zweifel am Wahlsystem gestreut und angedeutet, das Ergebnis möglicherweise nicht anzuerkennen.


Scholz beendet Corona-Isolation und nimmt wieder Termine wahr

BERLIN: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat seine Corona-Infektion überwunden und seine Isolation beendet.

Der Kanzler sei freigetestet und nehme ab sofort seine Termine wieder wahr, teilte ein Regierungssprecher am Sonntag in Berlin mit. Er bestätigte damit Informationen der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Scholz war am vergangenen Montag positiv auf Corona getestet worden und hatte sich mit milden Erkältungssymptomen in der Kanzlerwohnung im Bundeskanzleramt in Isolation begeben. Er hatte erklärt, auf ärztlichen Rat hin das Medikament Paxlovid zu nehmen, das helfen könne, die Ausbreitung des Virus im Körper zu unterdrücken.


Lula gegen Bolsonaro: Brasilianer wählen Präsidenten

BRASÍLIA: In Brasilien hat die Präsidentenwahl begonnen. Bei der Abstimmung am Sonntag forderte der linke Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2010) den rechten Amtsinhaber Jair Bolsonaro heraus. Mehr als 156 Millionen Wahlberechtigte sind aufgefordert, über ihren neuen Staatschef abzustimmen. Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, treffen die beiden stärksten Bewerber am 30. Oktober in einer Stichwahl aufeinander. Neben dem künftigen Präsidenten werden auch Abgeordnete, Senatoren und Gouverneure gewählt. Mit ersten Ergebnissen wird in der Nacht auf Montag gerechnet.

Die Wahl hat die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas extrem gespalten. Lula bezeichnete Bolsonaro wegen dessen zögerlicher Corona-Politik als einen Völkermörder, Bolsonaro nannte seinen Kontrahenten nach dessen Verurteilung wegen Korruption einen Dieb. In den vergangenen Monaten wurden mindestens drei Lula-Anhänger von mutmaßlichen Bolsonaro-Anhängern getötet. Die Unterstützer des Amtsinhabers fordern immer wieder unverhohlen einen Militärputsch.

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