Virusvariante Delta nimmt deutlich zu
BERLIN: Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.
Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.
Corona geleugnet und Personal belästigt: Klinik-Verbot für Briten
WORCESTER: Sie stellten die Corona-Pandemie in Live-Videos aus Kliniken als Falschmeldung dar und belästigten das Personal - nun dürfen vier Männer in England nur noch aus medizinischen Gründen ein Krankenhaus betreten. Die Polizei der westenglischen Stadt Worcester belegte die Männer im Alter von 27 bis 34 Jahren mit einem entsprechenden Verbot, sie müssen zudem Geldstrafen wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln zahlen.
Das Quartett hatte Krankenhauspersonal belästigt, als es in Livestreams aus mehreren Kliniken behaupteten, die Corona-Risiken würden völlig übertrieben dargestellt. Die Männer trugen dabei weder Masken noch hielten sie Abstand, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.
«Dieser Fall unterstreicht, dass wir nicht zögern werden, Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten, wenn sich dies negativ auf die Gesundheit des Personals, der Patienten und der Allgemeinheit auswirkt - auch wenn alle Anspruch auf Meinungsfreiheit haben», betonte die Polizei. Die Männer hatten die Videos zu Jahresbeginn in mehreren Städten gedreht, kurz vor dem Höhepunkt der Pandemie in Großbritannien.
Lettlands Regierungschef: Corona-Impfung wie gedeckter Tisch
RIGA: Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins hat kostenlose Corona-Impfkampagnen mit einem gedeckten Tisch verglichen. In einem Interview im lettischen Radio verwies er am Mittwoch auf die inzwischen ausreichend verfügbaren Impfstoffe und Impfzentren mit geschultem Personal in dem baltischen EU-Land.
«Jeder Einwohner über zwölf Jahre hat Anspruch auf eine Impfung», sagte Karins. «Der Tisch ist gedeckt, wie man so sagt. Alle Teller, Gläser, Flaschen, Schinken, traditioneller Salat - alles ist da. Man muss einfach nur an diesen Tisch kommen und so viel umsonst essen wie möglich! Dies nennt man Impfung», sagte der lettische Ministerpräsident.
In Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern war die Impfkampagne anfangs nur sehr schleppend angelaufen. Die Regierung in Riga stand dafür heftig in der Kritik. Inzwischen sind knapp ein Viertel aller Letten vollständig geimpft, rund 30 Prozent zumindest einmal. Karins appellierte an die Bevölkerung, sich gegen Corona impfen zu lassen.
Frankreich beendet Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien
PARIS: Frankreich lockert in dieser Woche weitere Corona-Maßnahmen. Das Tragen von Masken im Freien ist ab Donnerstag nur noch bei Menschenansammlungen verpflichtend, wie Premierminister Jean Castex am Mittwoch verkündete. Die nächtliche Ausgangssperre ab 23.00 Uhr entfällt demnach ab Sonntag. Eigentlich sollte die Regelung noch bis Ende des Monats gelten. Castex sagte, die Situation habe sich schneller als erwartet verbessert. In keinem Département auf dem Festland gebe es eine besorgniserregende Entwicklung. Auch in den Überseegebieten verbessere sich die Lage.
Zuletzt lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche bei etwa 40. Mit den sinkenden Corona-Zahlen war in den vergangenen Wochen immer wieder ein Ende der Maskenpflicht im Freien diskutiert worden, einige Gebiete preschten vor. Castex betonte nun, dass eine Pflicht weiterhin gelte, wenn es eng werde oder viele Menschen aufeinander träfen - etwa in Warteschlangen oder im Stadion. Das Ende der Ausgangssperre kommt in Frankreich pünktlich zur Fête de la Musique am 21. Juni. Weitere vorgesehene Hygienemaßnahmen blieben aber bestehen, kündigte Castex an.
Dem Premierminister zufolge sollten bis Ende August 35 Millionen Menschen in Frankreich vollständig geimpft sein. Bis Mitte Juni hätten etwa 30 Millionen der rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mindestens eine erste Impfdosis erhalten.
Zahl der Verkehrstoten in der EU auf Rekordtief
BRÜSSEL: Die Zahl der Verkehrstoten in der EU ist einer Erhebung zufolge im Corona-Jahr 2020 so stark gefallen wie seit zehn Jahren nicht. Rund 18.800 Menschen starben im vergangenen Jahr auf Europas Straßen und damit rund 3900 weniger als noch 2019, wie das European Transport Safety Council (ETSC) am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Die Nichtregierungsorganisation führt den Rückgang hauptsächlich auf das geringere Verkehrsaufkommen in der Corona-Pandemie zurück. In den Jahren zuvor waren die Zahlen nur leicht zurückgegangen und zwischenzeitlich auch wieder angestiegen.
Im Vergleich zum Jahr 2010 habe sich die Zahl der Verkehrstoten um 37 Prozent verringert, teilte das ETSC mit. Die EU hatte sich für den Zeitraum ursprünglich eine Halbierung der Todeszahlen im Straßenverkehr zum Ziel gesetzt. Der Organisation zufolge erreichte lediglich Griechenland (minus 54 Prozent) diese Zielmarke.
In Deutschland starben demnach 2020 rund 25 Prozent weniger Menschen auf den Straßen als zehn Jahre zuvor. Damit habe sich der Abwärtstrend in der Bundesrepublik langsamer als im EU-Schnitt entwickelt. Mit rund 33 Verkehrstoten pro Millionen Einwohner sei die Todesrate auf Deutschlands Straßen jedoch generell niedriger als im EU-Mittel.
Moskau führt Corona-Pflichtimpfungen in Unternehmen ein
MOSKAU: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verpflichtet Russlands Hauptstadt Moskau eine Reihe von Unternehmen, mindestens 60 Prozent ihrer Mitarbeiter impfen zu lassen. Unter anderem im Handel, in der Gastronomie sowie im Bildungs-, Kultur- und Sportbereich soll diese Impfquote bis Mitte August erfüllt sein, wie aus einer Anordnung der obersten Amtsärztin Moskaus, Jelena Andrejewa, hervorgeht. Die neue Regelung gilt auch für staatliche und kommunale Einrichtungen. Insgesamt seien mehr als zwei Millionen Moskauer betroffen, sagte Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa.
Auch rund ein halbes Jahr nach dem Start der Massenimpfungen zögern viele Menschen weiterhin, sich mit einem der russischen Präparate immunisieren zu lassen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind bislang erst 1,8 Millionen Menschen in seiner Stadt gegen Corona geimpft - das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung in der Metropole mit zwölf Millionen Einwohnern.
Ab Mitte Juli solle überprüft werden, ob Arbeitgeber die nun eingeführte Impfquote umsetzten, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die zuständige Kontrollbehörde. Bei Nicht-Erfüllung drohen den Unternehmen demnach Strafen in Höhe von bis zu einer Million Rubel (rund 11.500 Euro). Russlandweite Pflichtimpfungen seien nicht geplant, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Die Zahl der Neuinfektionen war in Moskau zuletzt massiv angestiegen. Am Mittwoch registrierten die Behörden mehr als 5700 neue Fälle binnen 24 Stunden. Bürgermeister Sobjanin nannte die Entwicklung «dramatisch». Als Reaktion hatte er bereits arbeitsfreie Tage bis zum kommenden Sonntag angeordnet. Im selben Zeitraum bleiben auch öffentliche Spielplätze geschlossen sowie zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr auch Restaurants und Clubs.
EU-Agentur: Randgruppen auch beim Impfen zumeist benachteiligt
WIEN: Benachteiligte Gesellschaftsgruppen sind laut einem EU-Menschenrechtsbericht auch in vielen nationalen Covid-Impfplänen zu kurz gekommen. Die Europäische Agentur für Grundrechte (FRA) in Wien kritisierte am Mittwoch, dass der Fokus auf ältere Menschen, medizinisches Personal und Schlüsselkräfte manchmal den Blick auf andere Risikogruppen verstellt habe.
Laut einem Bericht der FRA, der die Situation Ende April widerspiegelt, waren nur in einem Drittel der EU-Länder Gefangene für Impfungen bevorzugt vorgesehen, obwohl sie wegen ihrer gedrängten Unterbringung einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In vielen Ländern war zudem keine Priorisierung für Obdachlose, Geflüchtete, Migranten und Angehörige der Roma vorgesehen. Auch diese Gruppen seien wegen ihrer Lebens- und Gesundheitssituation oft einer größeren Gefahr durch Covid-19 ausgesetzt, betonten die EU-Menschenrechtler.
Nur in Deutschland, Österreich und Rumänien wurden sowohl Obdachlose als auch Gefangene sowie Menschen in Einrichtungen für Geflüchtete als priorisierte Gruppen definiert. Aber auch für Deutschland nannte die FRA Kritikpunkte: Die EU-Agentur zitierte Forderungen verschiedener Organisationen nach einem besseren Impf-Zugang für Migranten ohne Papiere, Gefangene und Sehbehinderte.
Die FRA beschäftigte sich in ihrem Bericht auch mit digitalen Impf-, Test- und Genesungszertifikaten. Die Diskriminierung von Ungeimpften müsse vermieden werden, hieß es: «Negative Tests sollten Menschen dieselben Rechte und Freiheiten ermöglichen wie Impfzertifikate.»
Johnson & Johnson liefert nach EU-Angaben weniger als geplant
BRÜSSEL: Der US-Hersteller Johnson & Johnson kann nach Angaben der EU-Kommission sein Lieferziel für Corona-Impfstoff bis Ende Juni nicht einhalten. Die den EU-Staaten zugesagte Menge von 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal werde nicht erreicht, sagte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel. Wie viel geliefert werde, könne er noch nicht sagen. Der Sprecher bekräftigte aber das Ziel, bis Ende Juli insgesamt genug Corona-Impfstoff verschiedener Hersteller zu haben, damit 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft werden können.
Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist wichtig für die europäische Impfkampagne, weil anders als bei anderen Vakzinen eine Dosis für den vollen Impfschutz ausreicht. Sehr seltene Thrombosefälle bei Geimpften hatten kritische Fragen aufgeworfen, doch hat der Impfstoff weiter die uneingeschränkte Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur EMA.
Indien öffnet den Taj Mahal wieder
NEU DELHI: Indiens berühmteste Sehenswürdigkeit, der Taj Mahal, ist nach zwei Monaten Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Angesichts sinkender Infektionszahlen dürften ab Mittwoch täglich 650 Besucherinnen und Besucher auf das Gelände des Marmormonuments und Unesco-Weltkulturerbes, wo an gut besuchten Tagen vor der Corona-Krise um die 25.000 gewesen seien, sagte ein Sprecher der zuständigen Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Die Gäste müssten dabei immer Masken tragen, Abstand halten, ihre Temperatur messen sowie ihre Hände desinfizieren lassen und sie dürften keine Oberflächen berühren. Tickets müssen online erworben werden.
Das Monument, das ein Mughal-Herrscher im 17. Jahrhundert für seine Lieblingsfrau bauen ließ, soll zudem dreimal täglich gereinigt werden. Allerdings stellt Indien ausländischen Touristinnen und Touristen derzeit keine Visa aus.
Nach einer heftigen zweiten Corona-Welle im April und Mai sinken die registrierten Infektionszahlen pro Tag wieder deutlich. Gab es an gewissen Tagen mehr als 400.000 registrierte Corona-Fälle in dem Land mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern, sind es inzwischen etwas mehr als 60.000. Die heftige Welle wird unter anderem mit der ansteckenderen Delta-Variante in Verbindung gebracht, die zuerst in Indien entdeckt worden ist.
Neben dem Taj Mahal dürfen inzwischen auch wieder mehr als 3000 andere Denkmäler und Museen öffnen.
Corona-Variante Lambda: WHO beobachtet Ausbreitung in Lateinamerika
GENF: Eine bisher vor allem in Lateinamerika auftretende Corona-Variante steht nun unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virus-Version mit dem Namen Lambda möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, berichtete die Genfer UN-Behörde in der Nacht auf Mittwoch. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu lägen jedoch noch nicht vor.
Die Variante wurde erstmals im August 2020 in Peru identifiziert. In dem Land wurden seit April 81 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten rund ein Drittel.
Corona-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung («variants of interest»), die zu gehäuften Fällen führen oder in mehreren Ländern auftreten. Dazu gehört Lambda. Eine Stufe höher stehen die besorgniserregenden Varianten («variants of concern»). Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar oder führen zu schwereren Erkrankungen. Darunter fällt etwa die Delta-Variante, wegen der die geplante Corona-Öffnung in Großbritannien verschoben wird.
Höchster Wert an Corona-Neuinfektionen seit Februar
LONDON: Die Delta-Variante des Coronavirus treibt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien weiter deutlich in die Höhe. Am Mittwoch meldeten die Behörden 9055 neue Fälle - das waren etwa 1380 mehr als am Vortag und der höchste Tageswert seit Februar. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die noch Anfang Mai unter 20 lag, stieg mittlerweile wieder auf deutlich mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.
Wie schnell sich das Virus derzeit ausbreitet, zeigt die Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage: 55.216 Fälle zwischen dem 10. und 16. Juni bedeuten ein Plus von fast einem Drittel im Vergleich zur Vorwoche. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer in etwa gleicher Höhe aus. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm im Wochenvergleich sogar um 40 Prozent zu.
Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante hat Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England um vier Wochen verschoben. Die Regierung mahnt die Bevölkerung zur Vorsicht, will die bisher gelockerten Regeln aber nicht zurücknehmen und nun spätestens am 19. Juli alle Restriktionen beenden. Bis dahin soll das Impfprogramm noch einmal Fahrt aufnehmen. Bisher wurden 57,8 Prozent der Erwachsenen die für den vollen Schutz notwendigen zwei Impfdosen verabreicht.
Impfpflicht für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen
LONDON: Für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen soll es Berichten zufolge bald eine Corona-Impfpflicht geben. Das Personal solle einen Zeitraum von 16 Wochen bekommen, um sich impfen zu lassen oder ansonsten die eigene Anstellung verlieren, wie unter anderem der «Guardian» und die «Times» unter Berufung auf Regierungsquellen am Mittwoch berichteten. Möglicherweise könnte die Impfpflicht später auch auf medizinisches Personal im englischen Gesundheitsdienst ausgeweitet werden. Gesundheit ist in Großbritannien Ländersache.
Dem «Times»-Bericht zufolge sollen rund zehn Prozent der medizinischen Beschäftigten und sogar 16 Prozent des Personals in Pflegeheimen noch nicht gegen Corona geimpft sein, obwohl die Gruppen gleich zu Beginn der mittlerweile weit fortgeschrittenen Impfkampagne immunisiert wurden.
Die Labour-Partei und Gewerkschaften lehnen die Pläne ab - sowohl aus ethischen und rechtlichen Gründen als auch aus der Sorge, dass eine Impfpflicht den Personalmangeln in den systemrelevanten Berufsgruppen verschärfen könnte.
Nordkoreas Machthaber warnt vor schlechterer Versorgung
SEOUL/PJÖNGJANG: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Bevölkerung auf eine Verschlechterung der Nahrungsmittelversorgung vorbereitet. Die Landwirtschaft habe im vergangenen Jahr infolge eines Taifuns weniger Getreide produzieren können, sagte Kim am Dienstag zum Auftakt eines mehrtägigen Treffens des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei in Pjöngjang. Die Nahrungssituation für die Menschen werde nun «angespannt» sein, zitierten ihn die Staatsmedien am Mittwoch. Kim, der auch Parteichef ist, wies die Teilnehmer an, Maßnahmen zur Lösung des Problems zu ergreifen.
Eine gute Ernte sei die «militante Aufgabe, die unsere Partei und der Staat mit oberster Priorität» erfüllen müsse, sagte Kim. Nur so könne den Menschen ein stabiles Leben ermöglicht und der sozialistische Aufbau des Landes gewährleistet werden.
Nordkorea ist nach mehreren Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft seit vielen Jahren auf Nahrungshilfe von außen angewiesen. Nach Schätzung der südkoreanischen Regierung fehlen dem Nachbarland in diesem Jahr 1,2 bis 1,3 Millionen Tonnen Nahrungsmittel für eine halbwegs ausreichende Versorgung der Bevölkerung.
Im vergangenen Jahr hatte neben den Folgen von Überschwemmungen und Sturmschäden auch die Coronavirus-Pandemie dem streng abgeschotteten Land schwer zugesetzt. Nordkorea hatte seine Grenzen wegen des Corona-Ausbruchs schon früh dichtgemacht, was sich auch stark auf den Außenhandel auswirkte.