Cannabis-Markt ein Milliardengeschäft

Laut Prohibition Partners könnte Thailands Cannabis-Branche bis 2024 ein Wachstum von 661 Mio. USD erzielen, vorausgesetzt, Cannabis wird auch als Genussmittel legalisiert. Davon fallen 237 Mio. USD auf medizinischen Cannabis. Foto: epa
Laut Prohibition Partners könnte Thailands Cannabis-Branche bis 2024 ein Wachstum von 661 Mio. USD erzielen, vorausgesetzt, Cannabis wird auch als Genussmittel legalisiert. Davon fallen 237 Mio. USD auf medizinischen Cannabis. Foto: epa

THAILAND: Das Cannabisforschungsunternehmen Prohibition Partners prophezeit Thailands bisher noch junger Cannabis-Branche bis zum Jahr 2024 enormes Potential. Ein Marktpotential in dreistelliger Milliardenhöhe (US-Dollar) sei den Experten folgend durchaus denkbar, wenn sich der Gesetzgeber dafür entscheiden würde, Cannabis nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch als Genussmittel zu legalisieren.

Nach Schätzungen des „Asian Cannabis Report“ könnte in Asien bis zum Jahr 2024 eine Cannabisindustrie im Wert von 5,8 Milliarden US-Dollar entstehen, wenn die wichtigsten Märkte der Region Cannabis sowohl als Genussmittel als auch für medizinische Zwecke legalisieren würden. Gemäß Daragh Anglim, Geschäftsführer bei Prohibition Partners, würde ein regulierter, legaler Cannabismarkt für Patienten, Landwirte und Volkswirtschaften in ganz Asien einen Wandel bedeuten.

In der „Bangkok Post“ erklärte er, dass die Legalisierung von Cannabis der bevölkerungsreichsten Region der Welt ein robustes Wirtschaftswachstum bescheren könnte, das sowohl von der lokalen als auch internationalen Nachfrage getragen würde. Dem Bericht zufolge konsumieren fast 86 Millionen Menschen in ganz Asien regelmäßig Cannabis und es wird erwartet, dass allein der Konsum von medizinischem Cannabis in Asien schneller wachsen werde, als in anderen Ländern und Regionen, in denen die Legalisierung bereits früher vollzogen wurde. Als die wichtigsten Märkte für medizinisches Cannabis nennt der Bericht China und Japan.

Während die Volksrepublik das Potential aufweise, 2024 einen Marktwert von fast 4,4 Mil­liarden US-Dollar zu erreichen, lautet die Prognose für das Land der Kirschblüte 800 Millionen US-Dollar. Beide Länder würden gemäß den Schätzungen von Prohibition Partners einen Marktanteil von 90 Prozent erzielen. Bereits heutzutage ist China führend im weltweiten Handel mit Hanfprodukten und stellt fast die Hälfte der Weltproduktion bereit. Der derzeitige Wert wird auf 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. In Indien hingegen sind mit ca. 38 Millionen die meisten Cannabiskonsumenten in Asien beheimatet.

Da die Nachfrage nach Cannabidiol (CBD) international steigt, habe China eine enorme Chance, diesen Markt zu kontrollieren und dazu beizutragen, dass sich die Meinung zugunsten dem therapeutischen Nutzen von verschiedenen Cannabinoiden auch in Ländern ändert, die einer Legalisierung bisher noch kritisch gegenüberstehen, prognostiziert Anglim.

Bisher ist in Thailand der Einsatz von Cannabis ausschließlich für medizinische Zwecke erlaubt. Grundlage dafür schuf das neue Betäubungsmittelgesetz aus dem Jahr 2019. Das Königreich ist das erste Land in ganz Südostasien, in dem Cannabis zu medizinischen Zwe­cken legal eingesetzt werden darf. Die Legalisierung von Cannabis als Rauschmittel sei hingegen noch in „weiter, weiter Ferne“, betont Gesundheitsminister Piyasakol Sakolsatayadorn. 

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