Britische Experten beobachten Mutante der Delta-Variante

Ein Covid-19-Hinweis zur öffentlichen Gesundheit am University College Hospital im Zentrum Londons. Foto: epa/Andy Rain
Ein Covid-19-Hinweis zur öffentlichen Gesundheit am University College Hospital im Zentrum Londons. Foto: epa/Andy Rain

LONDON: In Großbritannien beobachten Experten derzeit eine noch weitgehend unbekannte Mutante der Delta-Variante des Coronavirus. Man habe die Mutante namens AY4.2 sehr genau im Blick, hieß es in dieser Woche aus dem Regierungssitz Downing Street. Die Variante weist zwei Mutationen auf, die bereits von anderen Versionen des Coronavirus bekannt seien.

Forscher gehen jedoch bislang nicht davon aus, dass die Variante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante - die Rede ist ersten Schätzungen zufolge von einer möglicherweise zehn Prozent höheren Übertragbarkeit. Dies könne höchstens eine kleine Anzahl an zusätzlichen Corona-Fällen ausgelöst haben, sagte der Biologe Francois Balloux vom University College London. «Das kann nicht der Grund für den aktuellen Anstieg der Fallzahlen in Großbritannien gewesen sein.»

Die neue Mutante sei nicht mit dem Aufkommen der Alpha- oder Delta-Variante vergleichbar. «In diese Stadium würde ich dazu raten abzuwarten. Keine Panik», sagte Balloux. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde wurde die Mutante AY4.2 in der Woche Ende September/Anfang Oktober in sechs Prozent aller sequenzierten Corona-Proben nachgewiesen.

Großbritannien hatte in den vergangenen Tagen jeweils mehr als 40.000 Fälle verzeichnet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei weit über 400. Die Zahl der Todesfälle stieg auf den höchsten Stand seit März.

Neben den britischen Fällen sollen der Nachrichtenagentur PA zufolge einige Fälle der Variante in den USA und in Dänemark bekannt sein. Allerdings sequenziert Großbritannien deutlich mehr Viren, um das Auftreten möglicherweise gefährlicher Varianten zu überwachen. Erstmals ist die Mutante der BBC zufolge im Juli von Experten entdeckt worden, seitdem hat ihr Anteil an den Corona-Fällen langsam zugenommen. Die Variante AY4.2 ist bislang nicht offiziell von der Gesundheitsbehörde als «Variante unter Beobachtung» oder «besorgniserregende Variante» eingestuft worden.

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