GAZA/TEL AVIV: Trotz offizieller Waffenruhe gibt es erneut Tote und Verletzte durch Angriffe in Gaza. Israels Kontrolle über das Gebiet soll weiter ausgeweitet werden.
Bei neuen israelischen Luftangriffen in der Stadt Gaza sind nach palästinensischen Angaben mindestens neun Menschen getötet worden. 15 weitere Palästinenser hätten dabei Verletzungen erlitten, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Es seien insgesamt vier Wohnungen angegriffen worden. Unter den Verletzten sei ein neunjähriges Mädchen. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.
Offiziell gilt seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe im Gazastreifen. Dennoch kommt es immer wieder zu israelischen Angriffen und bewaffneten Zwischenfällen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte zuletzt an, die militärische Kontrolle über den Gazastreifen von derzeit 60 auf 70 Prozent des Gebiets ausweiten zu wollen. Bei Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe hatte Israel noch 53 Prozent des Küstenstreifens kontrolliert.
Die zweite Phase des von US-Präsident Donald Trump initiierten Friedensplans sieht die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas sowie einen schrittweisen Abzug israelischer Truppen vor. Anschließend soll der Wiederaufbau des im Krieg schwer zerstörten Palästinensergebiets beginnen. Die Hamas lehnt eine Entwaffnung jedoch ab und konnte ihre Herrschaft in den weiterhin von ihr kontrollierten Gebieten seit Beginn der Waffenruhe wieder festigen.
Der Hohe Repräsentant für Gaza, Nickolaj Mladenow, erklärte im vergangenen Monat, ein Wiederaufbau des Gazastreifens sei ohne die Entwaffnung der Hamas nicht möglich.