Australien wehrt sich gegen China

Milliardenprogramm für Pazifik

Der australische Premierminister Scott Morrison. Foto: epa/Dan Himbrechts
Der australische Premierminister Scott Morrison. Foto: epa/Dan Himbrechts

CANBERRA (dpa) - Mit einem Milliardenprogramm will Australien der gestiegenen Konkurrenz durch die Volksrepublik China in der Pazifik-Region entgegenwirken. Premierminister Scott Morrison kündigte am Donnerstag an, kleineren Pazifikstaaten bis zu zwei Milliarden australische Dollar (knapp 1,3 Milliarden Euro) Finanzhilfen für Infrastrukturprojekte zur Verfügung zu stellen. Zudem soll es nochmals umgerechnet 650 Millionen Euro geben, um Geschäfte der australischen Wirtschaft dort zu erleichtern.

Vor dem alljährlich stattfindenden Asien-Pazifik-Gipfel in der kommenden Woche machte Morrison deutlich, dass sein Land in der Region wieder eine größere Rolle spielen will. «Australien kann sich nicht darauf verlassen, dass sein Einfluss im Südwest-Pazifik immer so bleibt. Wir haben das leider schon zu oft getan.»

Der rechtsliberale Regierungschef fuhr fort: «Das ist unser Flecken Erde. Hier tragen wir besondere Verantwortung.» Das Geld soll unter anderem in Straßen-, Wasser- und Telekom-Projekte fließen.

Seit einigen Jahren ist China darum bemüht, seinen Einfluss auszuweiten - durchaus mit Erfolg. Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs nächste Woche findet in Papua-Neuguinea statt, dem ärmsten Land der Apec (Asia-Pacific Economic Cooperation). Sowohl Australien als auch China helfen bei Finanzierung und Organisation des Gipfels.

Morrison kündigte zudem an, dass Australien wegen der chinesischen Konkurrenz fünf weitere diplomatische Vertretungen im Pazifik-Raum eröffnen wird. Zudem stellt es kleineren Pazifikstaaten Patrouillenboote zur Verfügung.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.