DOHA: Nach blutigen Gefechten und Luftangriffen sollen die Waffen zwischen Afghanistan und Pakistan nun erst einmal schweigen. Wie ihr Konflikt gelöst werden könnte, muss weiter besprochen werden.
Pakistan und Afghanistan haben sich bei Friedensgesprächen in Katar auf eine sofortige Waffenruhe geeinigt. «Ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Pakistan und Afghanistan ist beschlossen. Die Serie von Terroranschlägen aus Afghanistan auf pakistanischem Boden wird sofort eingestellt», erklärte Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Mohammad Asif am Sonntagmorgen auf der Plattform X.
Auch der Sprecher der in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, Sabihullah Mudschahid, bestätigte die Entwicklung. Mudschahid erklärte auf X, Kabul werde «Gruppen, die Angriffe gegen die pakistanische Regierung verüben», nicht unterstützen. Laut Asif würden die Nachbarländer das Territorium des jeweils anderen respektieren. Für den 25. Oktober ist den Angaben nach ein Treffen für weitere Absprachen in der Türkei geplant.
Grenzgefechte und Tote bei Luftangriffen
Den Friedensgesprächen in Katars Hauptstadt Doha war ein jüngst eskalierter Konflikt der einstigen Verbündeten vorausgegangen. Seit der erneuten Machtübernahme der islamistischen Taliban in Kabul 2021 hat sich die Beziehung der Nachbarländer massiv verschlechtert. Islamabad wirft Kabul vor, der militanten Gruppe der pakistanischen Taliban (TTP) Schutz zu gewähren, welche in Pakistan wiederholt Anschläge verübt hat.
Pakistan hatte zuletzt Luftangriffe auf Gebiete in Afghanistan geflogen. Afghanische Streitkräfte hatten darauf mit Angriffen entlang der Durand-Linie, der umstrittenen gemeinsamen Grenze, reagiert. Es kam zu schweren Gefechten, bis ein vorübergehender Waffenstillstand vereinbart wurde. Zuletzt waren am Freitag bei pakistanischen Luftangriffen in der ostafghanischen Provinz Paktika mindestens 17 Zivilisten gestorben.