Türkische Verbände fordern mehr Schutz

730.000 Arbeitsunfälle 

Menschen überqueren die Galata-Brücke in Istanbul am Goldenen Horn unter grauem Himmel und zeigen den Alltag der Stadt heute dort. Foto: epa/Tolga Bozoglu
Menschen überqueren die Galata-Brücke in Istanbul am Goldenen Horn unter grauem Himmel und zeigen den Alltag der Stadt heute dort. Foto: epa/Tolga Bozoglu

ANKARA: Zum «Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz» ziehen türkische Berufsverbände Bilanz und fordern grundlegende Verbesserungen der Arbeitsschutzmaßnahmen. Aktuelle Unfallzahlen alarmieren.

In der Türkei fordern Berufsverbände zum «Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz» der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) besseren Arbeitsschutz und verstärkte Kontrollen. Die Türkei registrierte über 730.000 Arbeitsunfälle im Jahr 2024, wie offizielle Zahlen der türkischen Sozialversicherungsanstalt (SGK) belegen. Knapp 2.000 davon endeten demnach tödlich.

Insgesamt handelt es sich bei den Unfällen den Angaben zufolge um eine Verdreifachung innerhalb von zehn Jahren. Die meisten davon ereigneten sich im Bausektor, in der Metallindustrie und in der Textilbranche. Dahinter könnte sich eine höhere Dunkelziffer verbergen, denn erfasst wurden nur sozialversicherte Arbeitnehmer.

Arbeitsunfälle als strukturelles Problem

Der Vorsitzende der Vereinigung der türkischen Ingenieur- und Architektenkammern (TMMOB) sagte der Zeitung «Cumhuriyet», Arbeitsunfälle in der Türkei seien keine Einzelfälle, sondern ein strukturelles Problem. Seine Vereinigung fordert ein wirksameres Kontrollsystem und abschreckende Sanktionen für Arbeitgeber.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat 2003 den 28. April zum «Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz» erklärt, um das Bewusstsein für die Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten weltweit zu stärken.

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