67 Jungen vor Beschneidungs-Ritual gerettet

Junge Abakhwetha der Xhosa stehen während ihres traditionellen Initiationsrituals auf einem Hügel an der Wild Coast in Südafrika. Foto: epa/Nic Bothma
Junge Abakhwetha der Xhosa stehen während ihres traditionellen Initiationsrituals auf einem Hügel an der Wild Coast in Südafrika. Foto: epa/Nic Bothma

PRETORIA: Jedes Jahr sollen Jungen in Südafrika durch ein kulturelles Beschneidungs-Ritual zu Männern werden. Doch in einigen Einrichtungen arbeiten Pfuscher. Für manche Kinder endet das tödlich.

In Südafrika sind Regierungsangaben zufolge 67 Jungen aus illegalen Beschneidungs-Einrichtungen gerettet worden. Es geht dabei um eine kulturelle Praxis, bei der pubertierende Jungen beschnitten und auf ihre Rolle als Erwachsene vorbereitet werden. In der Vergangenheit ist es dabei aufgrund von Infektionen zu Dutzenden Todesfällen gekommen. Nach Angaben der staatlichen Koordinierungsbehörde PICC wurden in vergangenen Tagen 14 illegale Einrichtungen geschlossen.

Auf die Beschneidung, die in den sogenannten Initiationsschulen von traditionellen Heilern durchgeführt wird, folgt traditionell eine mehrtägige «Phase der Abgeschiedenheit», während der die Jungen in isolierten Hütten in abgeschiedenen Gegenden wohnen.

Regierung will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Die Regierung werde sicherstellen, dass die Leiter der illegalen Einrichtungen, denen es um Profit auf Kosten der Kinder gehe, zur Rechenschaft gezogen würden, sagte Andries Stemmer, der stellvertretende Vorsitzende der Behörde. «Alle Initiierten müssen lebend nach Hause kommen», so Stemmer.

Das Ritual, das in Südafrika von den Volksgruppen Xhosa und Ndebele praktiziert wird, ist kulturell tief verwurzelt. Nur initiierte Jugendliche gelten in diesen Kulturen als «echte Männer». Seit 2010 werden die zugelassenen Einrichtungen von der Regierung streng reguliert. Versuche, eine medizinische Beschneidung in Kliniken zu fördern, um gesundheitliche Risiken zu minimieren, hatten bislang kaum Erfolg.

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