BRÜSSEL/CARACAS: Nach den schweren Erdbeben bleibt die humanitäre Lage in Venezuela prekär. Aus der EU sind bereits Einsatzkräfte vor Ort. Nun soll weitere Unterstützung geschickt werden.
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela will die EU über eine humanitäre Luftbrücke insgesamt 50 Tonnen an Hilfsgütern schicken. Von Kopenhagen aus soll Anfang der Woche unter anderem Material für Notunterkünfte, Wasser- und Sanitäranlagen und Lehrmittel in die betroffenen Gebiete geflogen werden, wie die EU-Kommission mitteilte.
Auch finanzielle Unterstützung kündigte die EU an: Fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe in den Kommunen, die am stärksten betroffen sind. Die Hilfe solle vor allem für medizinische Versorgung und Unterbringung verwendet werden.
Laut Kommission haben sich insgesamt bisher 14 EU-Länder mit Rettungskräften, medizinischem Personal, Telekommunikationsmitteln oder technischer Expertise beteiligt. Unter anderem sind Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus Deutschland vor Ort.
Außerdem stellt die EU Geodaten des Copernicus Satellitensystems zur Verfügung, die Rettungskräfte in Form von Karten für ihre Einsätze nutzen könnten.
Katastrophale humanitäre Lage
Zwei schwere Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten vergangene Woche den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert. Offiziell liegt die Zahl der Todesopfer bislang bei 1.450, wie der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, am Sonntag mitteilte. Rund 3.200 Menschen sind demnach verletzt worden. Es gibt Hinweise darauf, dass mehrere zehntausend Menschen vermisst werden. Mehr als 70.000 Familien sind nach der Katastrophe auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zahlreiche Menschen schlafen im Freien oder in Notunterkünften.