​Nestlé bestreitet Förderung von Sklavenarbeit

Archivbild: epa/Rungroj Yongrit
Archivbild: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK/ZÜRICH: Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat Behauptungen als falsch zurückgewiesen, das Unternehmen beziehe den im Katzenfutter Fancy Feat enthaltenen Fisch von einem thailändischen Lieferanten, der in Menschenschmuggel und Sklavenarbeit involviert sei (DER FARANG berichtete). 

„Sklavenarbeit hat bei unserem Lieferanten keinen Platz“, heißt es in einer in Zürich veröffentlichen Stellungnahme. Vier Verbraucher haben in Los Angeles Nestlé S.A. vor dem Bundesgericht verklagt. Sie werfen dem Schweizer Konzern vor, über seinen Lieferanten „Sklavenarbeit auf schwimmenden Gefängnissen“ zu fördern. Millionen Verbraucher hätten das Katzenfutter nicht verkauft, wären sie über Menschenschmuggel und Sklavenarbeit informiert gewesen. Laut dem Konzern würden alle Lieferanten die Menschenrechte und die geltenden Arbeitsgesetze einhalten. Im letzten Jahr habe Nestlé mit dem unabhängigen Beratungsbüro Achilles mit dem Ziel zusammengearbeitet, Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsschritte der Lieferanten zu bekommen. Weiter arbeite das Unternehmen eng mit der Nicht-Regierungsorganisation Verite zusammen. Diese sammele Informationen über Fischkutter, Mühlen und Meeresfrüchtefarmen in Thailand und benenne Betriebe, die Sklavenarbeit fördere oder Menschenrechte verletze.

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Leserkommentare

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Peter Jürg Ern 01.09.15 12:50
Nestle! Mr. Leo-Friedl..
Ich bin seit vielen Jahren Kleinaktionär von Nestle und, als ich noch in der Schweiz lebte, ging ich auch an die Jahresversammlung (das ist der einzige Ort/Tag wo Kleinaktionäre auch in der Oeffentlichkeit zu Worte kommen und ihren ärger ausdrücken können). Gerade wegen der immensen Grösse kann sich Nestle "Sklaven-Produkte" gar nicht leisten. Wir Kleinaktionäre haben damals Nestle vor allem wegen dem "Wassergeschäft" heftig kritisiert und Aenderungen verlangt. Nicht nur abgefülltes Wasser sondern auch öffentliche Brunnen zur Verfügung zu stellen. Dieses Anliegen wurde teilweise auch erfüllt. In diesem Geschäft herrscht ein gnadenloser "Qualitäts-und Umsatz-Konkurrenz-Kampf", dass sich keiner zu viele "schlechte" Nachrichten leisten kann. Die Klage wurde in Kalifornien USA eingereicht nicht in Vevey oder in Bangkok also einmal mehr in den USA und nicht da wo man eigentlich klagen müsste! Ist es möglich, dass die amerikanische Konkurrenz "Kraft" etc. ein Vitales Interesse haben, einen Mitbewerber zu schädigen? In Indien mussten Nestel-Nudeln eingezogen werden (wegen zu hohen Bleiwerten). In Singapur wurden die in der gleichen Fabrik in Indien hergestellten Nudeln, im Labor getestet und für gut befunden?! Wer hatte Recht, Indien oder Singapur. Inzwischen hat ein indisches Gericht Nestle "recht-gegeben"! Da gab es einmal eine top-Gelenk-Hersteller-Firma "Sulzer-Medica" in Winterthur, die expandierten ihr Geschäft in die USA nach Texas, bis einige Jahre nach Eröffnung der Geschäfte dort, hunderte von Hüftgelenken "verschmutzt" in den Verkauf gelangten.... Sammelklagen folgten etc. und letztendlich wurde diese Schweizer Firma von "Zimmer-USA" übernommen.....und sie machen immer noch die besten Gelenkbestandteile auf der Welt. Ist es möglich dass da jemand "Firmen-Sabotage" betrieb? Einem Land dass die Kanzlerin eines verbündeten und befreundeten Landes "hinterhältig" ausspionieren lässt, so einem Land mute ich noch viel Uebleres zu! Stellen Sie sich einmal vor Herr Leo, wie leicht es ist, Lebensmittel im Verkaufsgestell zu vergiften, ich wage gar nicht daran zu denken und zu glauben, auch, nur um einen Konkurrenten kaputt zu machen. Da hat einmal eine "gestörte" Frau in vorverpacktes gehacktes Rundfleisch dünne Nadeln reingesteck! So einfach ist das heute! Deshalb übersteigt es meine Fantasie, dass Nestle auch nur im geringsten etwas mit "Sklaven-Handel- und Sklaven-Arbeit zu tun haben will. Da steht auch für eine Firma Nestle zu viel auf dem Spiel. Uebrigens wurde Nestle von einem deutschen Emigranten gegründet! Und die Firma ist nur deshalb so gross geworden, weil sie seit über hundert Jahren gute Produkte herstellt, wie etwa auch Mercedes in der BRD. Der Markt ist wirklich gnadenlos und kleinste Fehler können fatal sein.
LeO-Friedl Paierl 31.08.15 11:11
Slaves
Wie in der Fisch- und Krabbenbranche gearbeitet wird, ist hinlänglich bekannt. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass Nestle als weltweit grösster Foodkonzern eine Ausnahme bildet. Wie kann man sonst zu so einem Riesen werden?