Bangladesch wirft Myanmar Luftraumverletzung vor

 Ein Transport-Helikopter der Armee Myanmars steht am 28. August 2017 startbereit am Sittwe Airport, Rakhine, Myanmar. Foto: epa/Nyunt Win
Ein Transport-Helikopter der Armee Myanmars steht am 28. August 2017 startbereit am Sittwe Airport, Rakhine, Myanmar. Foto: epa/Nyunt Win

DHAKA (dpa) - Im Streit über flüchtende Rohingyas aus Myanmar hat Bangladesch dem Nachbarland Myanmar eine Verletzung seines Luftraums vorgeworfen. Das Außenministerium in Dhaka warnte am Freitagabend vor Konsequenzen, sollte es zu erneuten Verletzungen kommen. Solche Übertretungen liefen «guten nachbarlichen Beziehungen» zuwider, hieß es.

Nach Angaben des Ministeriums hatten Hubschrauber aus Myanmar in den vergangenen Tagen wiederholt den Luftraum über dem Bezirk Cox's Bazaar im südöstlichen Grenzgebiet verletzt. Myanmar reagierte zunächst nicht auf die Warnung.

Mindestens 38.000 muslimische Rohingyas sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit dem 25. August aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen. Im Grenzgebiet suchten weitere Zehntausende Fluchtmöglichkeiten. Dutzende starben allein bei Bootsunglücken auf dem Grenzfluss Naf.

Vergangene Woche hatten militante Rohingyas Polizei- und Militärposten in Myanmar überfallen. Der Gegenschlag der Sicherheitskräfte löste eine Massenflucht aus. Myanmar erkennt die teils seit Generationen im Land lebenden Muslime nicht als Staatsbürger an.

Bangladesch hat inzwischen seine Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze verstärkt. Das Land beherbergt nach eigenen Angaben bereits 400.000 Rohingyas und will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

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Leserkommentare

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TheO Swisshai 04.09.17 20:03
@Oliver Harms / Richtig informiert ?
Lieber Herr Harms, ich bin über die Geschichte und den Konflik der Rohingyas in Myanmar, recht gut informiert. Allerdings deckt sich mein Wissensstand überhaupt nicht mit Ihren Angaben, weder dazu wann die Rohingyas nach Myanmar gekommen sind, noch darüber, welcher Seite zuerst Gewalt angewendet hat. Meines Wissens, geht man davon aus, dass das Rohingyas-Volk in Myanmar ursprünglich auf deportierte und geflohene Bengalis zurückgeht, die im 16. und 18. Jahrhundert angesiedelt wurden. Das widerspricht aber Ihrer Aussage, sie seien erst im 19. Jahrhundert, zusammen mit den Briten, gekommen. Gleich nach dem Abzug der Briten und mit der Unabhängigkeit Burmas 1948, begann übrigens die massive Unterdrückung und Verfolgung der Rohingyas durch die buddhistische Regierung. Es gab seither mindestens 20 grosse und massive Militäroperationen gegen die Rohingya-Minderheit, die viele Tote, die Verwüstung ihrer Siedlungsgebiete und Heiligtümer, sowie die systematische Zerstörung ihrer Infrastrukturen zur Folge hatten. Angesichts dieser Tatsachen, kann ich Ihnen auch bei der Frage, welche Seite mit der Gewalt begonnen hat, nicht beipflichten, denn für mich sieht es sehr wohl so aus, als seien es doch die Buddhisten gewesen. Wer von uns beiden liegt nun richtig ?
Dracomir Pires 04.09.17 09:20
Bangladesch hat 163 Millionen Einwohner ...
... fast alle von ihnen sind Moslems. Das Land soll jetzt auch seine 1,3 Millionen moslemischen Landsleute aufnehmen, welche im buddhistischen Myanmar Probleme machen.
Oliver Harms 03.09.17 19:10
mit den engländern als kolonialmacht
sind sie gekommen und zwar gegen den willen der bevölkerung! nur sind sie nicht wieder mit den engländern abgezogen sondern meinten auf den von ihnen sich illegal angeeigneten gebieten bleiben zu müßen.nur jetzt ohne ihre schutzmacht. im übrigen,ist es ja ein leichtes sich darüber zu informieren,von welcher seite die gewalt begonnen wurde und das waren nicht die buddhisten.
TheO Swisshai 03.09.17 16:57
Ausradieren ?
Einerseits anerkennt Myanmar, die teils seit Generationen in ihrem Staat lebenden Rohingyas, nicht als Staatsbürger an. Folglich besitzen sie als Staatenlose keinerlei Rechte und können sich somit gar nicht mit legalen Mitteln, gegen die ständige Verfolgung und willkürliche Unterdrückung von Seiten der Burmesischen Streitkräfte, wehren. Grundbesitz von Rohingyas wird beschlagnahmt und Privatbesitz zerstört oder gestohlen. Myanmar vertritt offiziell die Position, dass es sich bei den Rohingyas, um illegale Einwanderer aus Bangladesch handelt und treibt ihre Vertreibung mit allen Mitteln voran. Von den Vereinten Nationen werden sie als die „am stärksten verfolgte Minderheit der Welt“ eingestuft. Andererseits will Bangladesch, obwohl sie eine sehr ähnliche Sprachen haben und sich gegenseitig verstehen können, keine weiteren Rohingyas aufnehmen, weil sie schon 400'000 haben. Das sind übrigens nicht mal 0.25 % der Gesamtbevölkerung Bangladeschs. Ja um Himmelswillen, wo sollen sie nur hin, wenn sie da wo sie sind, nicht mehr sein dürfen ? Müsste da nicht jedem klar sein, dass da etwas nicht aufgeht ? Es kommt mir fast so vor, als wären in den Regierungen heutzutage die Dummen überdurchschnittlich gut vertreten. Anders kann ich mir eine solche politische Sackgasse mit tödlichem Ausgang, nicht erklären.