Mai-Proteste: Polizei greift durch

Hunderte Festnahmen bei Demos am Taksim-Platz Istanbul

Die blaue Notbeleuchtung eines deutschen Polizeiautos leuchtet auf. Foto: epa/Sascha Steinbach
Die blaue Notbeleuchtung eines deutschen Polizeiautos leuchtet auf. Foto: epa/Sascha Steinbach

ISTANBUL: Die Stimmung ist aufgeheizt am Tag der Arbeit: Demonstranten wollen in Istanbul zum Taksim-Platz, doch die Polizei schreitet ein.

Die türkische Polizei hat sich Auseinandersetzungen mit Demonstranten geliefert, die anlässlich des 1. Mai zum berühmten Taksim-Platz in Istanbul marschieren wollten. Das berichten lokale Medien, darunter die Tageszeitung «Cumhuriyet». Zuvor hatten die Behörden Versammlungen in diesem Gebiet verboten.

Die Bereitschaftspolizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zu zerstreuen, und sperrte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die Zufahrtsstraßen zum Taksim-Platz, schrieb die Zeitung.

Aufnahmen des oppositionellen Senders Halk TV zeigen, wie mehrere Personen während der Zusammenstöße in Polizeifahrzeuge gezwungen wurden. Die lokale Anwaltsvereinigung CHD bezifferte die Zahl der Festgenommenen auf über 300, was zunächst nicht unabhängig überprüft werden konnte.

Zugänge zum Platz gesperrt

Das Büro des Gouverneurs von Istanbul hatte zuvor angekündigt, dass Demonstrationen und Märsche rund um den Taksim-Platz und in den angrenzenden Gebieten nicht erlaubt seien, und verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Die Behörden hatten einige U-Bahn-Stationen und Hauptverkehrsstraßen in Teilen der Stadt gesperrt und zwei Orte auf der asiatischen Seite der Stadt für die Feierlichkeiten am Tag der Arbeit zugewiesen.

Der Taksim-Platz, ein symbolträchtiger Ort für die türkische Arbeiterbewegung und Schauplatz der Gezi-Park-Proteste von 2013, ist seit vielen Jahren für Mai-Kundgebungen praktisch gesperrt.

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