Ist die Perle auf dem Teller Millionen wert?

​Muschellotterie

Im zentralen Indopazifik ist die Melonenschnecke (Melo melo) weit verbreitet. Foto: Wikepedia/Norbert Nagel (mörfelden-walldorf)
Im zentralen Indopazifik ist die Melonenschnecke (Melo melo) weit verbreitet. Foto: Wikepedia/Norbert Nagel (mörfelden-walldorf)

BANGKOK: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen beim Muschel-Abendessen und plötzlich liegt vor Ihnen auf dem Teller eine wunderbar schimmernde Perle. Thailands sogenannte Muschel-Lotterie bringt jeden Tag neue Gewinner hervor - aber nur wenige werden zu Millionären.

Wertvolle Melo-Perlen sind der „Hauptgewinn“. Glückliche Entdecker posten ihre Schätze in den sozialen Medien wie YouTube, die sich derzeit rasend schnell verbreiten. Unter Bergen von Muscheln aller Art schimmern da die vermeintlichen Reichtümer in allen Größen und Farben.

Doch Experten vom Gem and Jewellery Institute of Thailand (GIT) gießen reichlich Wasser in diese freudetrunkenen Glücksmeldungen: Wirklich wertvoll seien ausschließlich die sogenannten Melo-Perlen. Laut der Pearlwise-Website ist eine hochwertige Melo-Perle bei einer Auktion in der Regel über 75.000 US-Dollar (über 2,7 Millionen Baht) wert. Doch eine solche Kostbarkeit findet sich nicht in gewöhnlichen Muscheln, wie etwa der gefleckten Babylonschnecke oder der goldenen Apfelschnecke.

Laut GIT-Direktor Sumed Prasongpongchai sind Melo-Perlen nur in den Gehäusen von Melo-Schnecken zu finden. Perlen aus Muscheln und anderen Schnecken sind weit weniger wertvoll.

Melo-Schnecken können im Gegensatz zu Muscheln und Austern nicht für die Perlenproduktion gezüchtet werden. Natürliche Melo-Perlen sind außerdem so selten, dass es keinen Bewertungsstandard für diese kostbaren Edelsteine gibt. Die wertvollsten Melo-Perlen sind orange gefärbt und weisen deutliche flammenartige Streifen auf, so Sumed. "Je mehr Schlieren, desto wertvoller und teurer ist die Melo-Perle".

Letztes Jahr fand der thailändische Lastwagenfahrer Monthian Jansuk, 40, eine seltene orangefarbene Melo-Perle in einer 50-Baht-Tüte mit Schnecken, die er auf dem örtlichen Markt in Chonburi gekauft hatte. Nachdem die GIT ihre Echtheit bestätigt hatte, verkaufte Monthian die Perle für 1,2 Millionen Baht. Man schätzt jedoch, dass der tatsächliche Wert dieser Perle das Dreifache betrug.

Jeder, der eine wertvoll aussehende Perle zum Abendessen findet, kann diese an das GIT schicken und ihre Echtheit überprüfen lassen. Ist es tatsächlich eine echte Melo-Perle, kann der glückliche Besitzer sein Abendessen künftig in einem stilvollen Restaurant genießen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.