Erdbeben in Venezuela: Was bekannt

Ein Verletzter wird nach den schweren Erdbeben in die Notaufnahme eines Krankenhauses in Caracas gebracht. Foto: EPA/Rayner Peña
Ein Verletzter wird nach den schweren Erdbeben in die Notaufnahme eines Krankenhauses in Caracas gebracht. Foto: EPA/Rayner Peña

BERLIN: Binnen weniger Sekunden erschütterten zwei starke Beben Venezuela. Mindestens 164 Menschen sterben, mindestens rund 1.000 sind verletzt. Was bislang bekannt ist - und welche Fragen offen bleiben.

Nach einem Erdbeben in Venezuela werden viele Todesopfer und große Schäden befürchtet. Ein Überblick über das, was bisher bekannt ist:

Was wir wissen

- Zahl der Opfer: Mindestens 164 Menschen sind gestorben. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez geht außerdem von mindestens 971 Verletzten aus.

- Ort des Erdbebens: Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit; 0.04 Uhr MESZ Donnerstag) 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein. Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon. Am stärksten betroffen ist der Bundesstaat La Guaira, wo auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas und ein wichtiger Seehafen liegen.

- Stärke des Erdbebens: Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der beiden Erdbeben mit 7,2 und 7,5 an. Eine Modellrechnung der Behörde legte nahe, dass eine sehr hohe Opferzahl zu befürchten war. Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Es gab demnach schon 20 Nachbeben. Es war das stärkste Beben in dem Land seit mehr als einem Jahrhundert.

- Welche Hilfe angeboten wird: US-Präsident Donald Trump sicherte dem südamerikanischen Land schnelle Hilfe zu. US-Außenminister Marco Rubio erklärte kurze Zeit später, die Regierung bringe sofort Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe auf den Weg. Auch andere Länder sagten sofort Hilfe zu. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, dass Deutschland an der Seite Venezuelas stehe und helfen werde. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte, dass die Bundeswehr bis zu sechs Transportflugzeuge A400 M zur Verfügung stellen könne.

Was wir nicht wissen:

- Weitere Opfer: Es wird befürchtet, dass es noch viele weitere Todesopfer und Verletzte geben wird. Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als tausend Todesopfern nahe.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.