Walfangkommission tagt in Slowenien

​Vorstoß gegen Fangverbot

Eröffnung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Foto: epa/Roberto Scola
Eröffnung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Foto: epa/Roberto Scola

PORTOROZ: Vertreter der 88 Mitgliedsländer der Internationalen Walfangkommission (IWC) sind am Montag im slowenischen Badeort Portoroz zu ihrer Jahrestagung zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der bis Freitag dauernden Veranstaltung steht der Umgang mit gefährdeten Meeressäugetieren wie Walen und Delfinen. Für deren kommerziellen Fang gilt zwar seit 36 Jahren ein im Prinzip weltweites Verbot. Doch der Schutz der Meeressäuger wird immer löchriger, weil etliche Vorbehalte und Ausnahmebestimmungen bestehen.

Die IWC-Mitgliedsstaaten kommen alle zwei Jahre zusammen, zuletzt allerdings wegen der Corona-Pandemie 2018 im brasilianischen Florianópolis. Dort war eine Erklärung angenommen worden, die die Beibehaltung des Walfang-Moratoriums und einen verbesserten Walschutz einforderte. Wale seien heute einer Reihe von Bedrohungen ausgesetzt, die weit über die direkte Bejagung hinausgehen, hatte man damals festgehalten. Plastikverschmutzung, Beifang, Schiffskollisionen, Unterwasserlärm sowie die Auswirkungen des Klimawandels gefährden die Meeressäugetiere zusätzlich.

Der diesjährigen IWC-Tagung liegen nun allerdings Initiativanträge mehrerer karibischer und afrikanischer Staaten vor, die auf eine Wiederbelebung des kommerziellen Walfangs abzielen. Unter anderem soll die Jagd auf Meeressäuger als Beitrag zur Erhöhung der Ernährungssicherheit für ärmere Länder berücksichtigt werden. Diese könne auch nachhaltig betrieben werden.

Umweltschützer sprechen sich vehement gegen die Annahme dieser Anträge aus. Walfang könne nichts Wesentliches zur Bewältigung der gegenwärtigen Ernährungskrise beitragen, erklärte Fabienne McLellan, Geschäftsführerin von OceanCare. ««Nachhaltiger Walfang» ist ein Konzept, das es in der Realität nicht gibt», fügte sie hinzu.

Die Walschützer vermuten hinter den Initiativanträgen die lenkende Hand Japans. Das ostasiatische Land war 2019 aus Protest gegen die Erklärung von Florianópolis aus der IWC ausgetreten und hat seitdem wieder mit dem kommerziellen Walfang begonnen. In Portoroz ist Japan nur noch als Beobachter vertreten, scheint aber nach Ansicht der Umweltschützer hinter den Kulissen seinen Einfluss geltend zu machen.

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