NEU-DELHI: Marschierende Soldaten, Tänze und EU-Prominenz: Warum Indiens Nationalfeiertag dieses Jahr für Europa besonders interessant war.
Indien hat seinen Nationalfeiertag mit einer Demonstration militärischer Stärke und der kulturellen Vielfalt des Landes begangen. Die alljährliche Parade zum Tag der Republik in Neu-Delhi besahen sich als ausländische Hauptgäste diesmal EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa. Ihre Einladung sollte auch die wachsende Bedeutung der Europäischen Union für das bevölkerungsreichste Land betonen.
«Ihre Präsenz unterstreicht die wachsende Stärke der Indien-EU-Partnerschaft und unsere Verpflichtung für gemeinsame Werte», schrieb Indiens Premierminister Narendra Modi auf X. Zusammen mit den Gästen und der indischen Präsidentin Draupadi Murmu verfolgte er die Parade, die einen militärischen und zivilen Teil hatte.
Von der Leyen und Costa vertreten die EU am Dienstag auch beim geplanten bilateralen Gipfeltreffen in der indischen Hauptstadt. Dabei könnte der Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem bevölkerungsreichsten Land der Erde verkündet werden.
Inder feiern Inkrafttreten der Verfassung
Zehntausende Menschen säumten den zeremoniellen Boulevard Kartavya Path in Neu-Delhi, auf dem die Parade unter großen Sicherheitsvorkehrungen stattfand. Am 26. Januar wird das Inkrafttreten der Verfassung Indiens im Jahr 1950 gefeiert.
Aufgefahren wurden unter anderem Panzer und Raketensysteme, darunter Panzerabwehrraketen und ein von russischen und indischen Unternehmen entwickelter Marschflugkörper. An den Tribünen zogen Mitglieder von Infanterieregimentern und uniformierte Reiter auf Kamelen und Pferden vorbei. Hubschrauber und Kampfjets flogen über die Köpfe der Zuschauer hinweg.
Außerdem fuhren Motivwagen zahlreicher indischer Bundesstaaten vorbei, um auf kulturelle Eigenarten, technisch-wirtschaftliche Errungenschaften oder ihren Beitrag für die Unabhängigkeit Indiens aufmerksam zu machen. Zum kulturellen Teil gehörte eine Aufführung von 2.500 Tänzerinnen und Tänzern.