SANTO DOMINGO: Washington bleibt laut Rubio trotz des Ausgabenstopps der Stabilisierung von Haiti verpflichtet. Andere entwickelte Länder müssten dagegen viel mehr tun.
In dem von Gewalt erschütterten Karibikstaat Haiti ist das Engagement vieler wohlhabender Länder nach Ansicht von US-Außenminister Marco Rubio zu gering. «Sie könnten mehr tun, also ermutige ich sie, mehr zu tun», sagte Rubio in der Dominikanischen Republik zum Abschluss seiner mehrtägigen Lateinamerikareise durch fünf Länder. Die Dominikanische Republik teilt sich mit Haiti die Karibikinsel Hispaniola.
Trotz des zuletzt von der US-Regierung verhängten Ausgabenstopps für ausländische Hilfsgelder, der auch Hilfen für Haiti betrifft, seien die USA weiterhin stark engagiert, die Sicherheit in Haiti und die multinationale Schutztruppe zu unterstützen, versicherte Rubio. Die USA würden weiterhin helfen. Die Mission in Haiti müsse allerdings eine neue Ausrichtung finden, um erfolgreich zu sein.
Kritische Lage wegen der Banden
Präsident Luis Abinader sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Rubio, die kritische Lage in Haiti verlange entschlossenes Handeln. «Haiti ertrinkt, während ein Teil der internationalen Gemeinschaft von der anderen Seite aus passiv zusieht», sagte Abinader.
Das verarmte Haiti mit rund 11,7 Millionen Einwohnern leidet seit Jahren unter der Gewalt schwer bewaffneter Banden, die die Hauptstadt größtenteils unter ihrer Kontrolle haben. Mehr als eine Million Menschen gelten als vertrieben im eigenen Land. Eine internationale Sicherheitsmission unter kenianischer Führung, die derzeit aus nur rund 800 Beamten besteht, konnte bislang nicht für Sicherheit sorgen.