Verstärkter Grenzschutz wegen Krise in Haiti

Soldaten der Dominikanischen Republik bewachen die Grenzmauer in Pedernales. Foto: epa/Orlando Barria AcompaÑa CrÓnica
Soldaten der Dominikanischen Republik bewachen die Grenzmauer in Pedernales. Foto: epa/Orlando Barria AcompaÑa CrÓnica

SANTO DOMINGO: Weißer Sand, türkisblaues Meer: Millionen Touristen besuchen jedes Jahr die traumhaften Strände der Dominikanischen Republik. Doch die Regierung ist in Sorge. Denn das Nachbarland versinkt im Chaos.

Wegen der grassierenden Bandengewalt in Haiti will das karibische Urlaubsland Dominikanische Republik die Grenze zum Nachbarstaat verstärkt sichern. Mehr Soldaten würden an die rund 400 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Ländern entsandt, kündigte Präsident Luis Abinader am Sonntag (Ortszeit) an. Derzeit bewachen rund 9.500 Soldaten das Grenzgebiet - künftig sollen es 11.000 sein.

Haiti und die Dominikanische Republik teilen sich die südöstlich von Kuba gelegene Insel Hispaniola und haben jeweils gut elf Millionen Einwohner. Seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 hat Haiti kein Staatsoberhaupt mehr, die schon zuvor prekäre Sicherheitslage ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Gewalttätige Banden kontrollieren mehr als 80 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince. Sie terrorisieren immer mehr Gemeinden, vergewaltigen Frauen und rekrutieren Kinder.

Der Tourismus boomt

Abinader sagte, seine Regierung müsse verhindern, dass das Chaos und die Unsicherheit in Haiti auf die Dominikanische Republik übergreifen. Er werde die Grenzmauer um mehrere Kilometer verlängern und irreguläre Migration aus dem Nachbarland härter bekämpfen lassen. Die internationale Gemeinschaft habe Haiti im Stich gelassen, kritisierte der Präsident.

Der Tourismus ist eine der wichtigsten Wirtschaftszweige der Dominikanischen Republik. 2024 besuchten mehr als elf Millionen Urlauber die traumhaften Strände und die Kulturstätten des Landes, während Haiti in der Krise versank. Ein Übergangs-Präsidialrat, das seit einem Jahr die Regierungsgeschäfte führt, hat die Lage dort bisher nicht stabilisieren können. Eine internationale Sicherheitsmission unter kenianischer Führung, die rund 2.500 Beamte umfassen sollte, ist mit bisher nur 1.000 Einsatzkräften unterbesetzt.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.