Verzweiflung nach Flut in Mexiko

Dutzende Tote, viele Vermisste und zerstörte Dörfer

Mehr als 40 Tote und Dutzende Vermisste nach heftigen Regenfällen in Mexiko. Überschwemmungen verursachten schwere Schäden in 117 Gemeinden des Landes. Foto: epa/David Martínez Pelcastre
Mehr als 40 Tote und Dutzende Vermisste nach heftigen Regenfällen in Mexiko. Überschwemmungen verursachten schwere Schäden in 117 Gemeinden des Landes. Foto: epa/David Martínez Pelcastre

POZA RICA: Gewaltige Regenmassen haben in Mexiko zahlreiche Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Dutzende Menschen starben, viele werden vermisst. Präsidentin Claudia Sheinbaum sieht sich wachsender Kritik gegenüber. Während Soldaten im Dauereinsatz sind, warnen Meteorologen vor neuen Unwettern.

Nach den verheerenden Regenfällen in Mexiko steigt die Zahl der Toten ebenso wie die Verzweiflung der Überlebenden. Bisher wurden mindestens 47 Leichen geborgen, 38 Menschen werden noch vermisst, wie die Regierung mitteilte. Rund 260 Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten, Zehntausende Häuser voller Schlamm und Trümmer.

Präsidentin Claudia Sheinbaum wurde bei einem Besuch in der großflächig überschwemmten Stadt Poza Rica im östlichen Bundesstaat Veracruz mit Protesten konfrontiert. Die Betroffenen fordern schnellere Hilfe der Behörden. Sheinbaum sagte später in einer Videobotschaft: «Wir wissen, dass es viel Verzweiflung und Besorgnis gibt. Wir werden uns um alle kümmern.»

Zehntausende haben keinen Strom

Durch die reißende Strömung angeschwollener Flüsse wurden viele Straßen und Brücken beschädigt. Umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockieren etliche Straßen. Zehntausende Menschen müssen wegen umgekippter Strommasten ohne Elektrizität auskommen.

Rund 10.000 Soldaten sind mit Booten, Hubschraubern und Baggern im Einsatz. Sie räumen Straßen frei, holen Menschen aus überfluteten Gemeinden und versorgen sie mit Lebensmitteln. Tausende wurden in Notunterkünfte gebracht. Die Helfer versuchen noch, mehrere Ortschaften zu erreichen, die bisher nicht zugänglich waren.

Ursachen und betroffene Regionen

Verantwortlich für die ergiebigen Regenfälle der letzten Tage sind unter anderem die tropischen Wirbelstürme «Priscilla» und «Raymond» im Pazifik sowie Wetterphänomene im Golf von Mexiko. Besonders schwer betroffen sind die im Zentrum beziehungsweise Osten des Landes gelegenen Bundesstaaten Veracruz, Puebla, Hidalgo, San Luis Potosí und Querétaro.

Laut dem mexikanischen Wetterdienst ist aufgrund verschiedener Wetterphänomene in den kommenden Tagen mit weiterem Regen zu rechnen. «Die vom Pazifischen Ozean und dem Golf von Mexiko eindringende Feuchtigkeit wird im Nordosten, Westen, in der Mitte, im Osten und im Süden des Landes zu Regen und Schauern führen», hieß es am Sonntag (Ortszeit). Die Böden können in einigen Regionen aber kein Wasser mehr aufnehmen, das Risiko weiterer Erdrutsche steige.

Bilanz der Schäden und ungewöhnliche Folgen

Zehntausende Häuser sowie Kliniken, Schulen, Straßen und Brücken wurden beschädigt. Die meisten Todesopfer wurden bisher in Veracruz und Hidalgo gemeldet. Auch in Puebla und Querétaro kamen Menschen ums Leben. In San Luis Potosí gab es Schäden, aber keine Opfer.

In Puebla sorgten die Unwetter zudem für den Tod eines Tigers, der nach der Überschwemmung eines Zoos nahe der Gemeinde Xicotepec als vermisst galt. Das 130 Kilogramm schwere Tier wurde unter Wurzeln und Baumstämmen aufgefunden, die von den Fluten weggeschwemmt worden waren, wie die Umweltbehörde Profepa mitteilte.

Regenzeit bringt Mexiko jedes Jahr an die Grenze

Die aktuelle Katastrophe reiht sich in eine Serie von Extremwetterereignissen ein, die Mexiko in den letzten Jahren zunehmend heimsuchen. Durch den Klimawandel verstärken sich tropische Wirbelstürme und führen zu massiven Regenfällen. Experten fordern, dass gefährdete Regionen künftig besser abgesichert und Warnsysteme modernisiert werden, um Menschenleben zu schützen.

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