Ukrainekrieg: Meldungen am Freitag

Foto: epa/Fotomontage
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Putin feiert Eroberung von Kostjantyniwka

MOSKAU/KIEW: Monatelang wurde um die kleine Industriestadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine gerungen. Jetzt ist sie wohl von russischen Truppen erstürmt worden.

Kremlchef Wladimir Putin hat nach offizieller Darstellung die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk durch seine Truppen gefeiert. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilisten angeordnet.

Von ukrainischer Seite gab es zu den Siegesmeldungen aus Moskau keinen Kommentar. Zuletzt hatten ukrainische Militärs eine schwierige Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt eingeräumt. Der ukrainische Generalstab in Kiew sprach am Abend in seinem Lagebericht lediglich von schweren Kämpfen rund um Kostjantyniwka.

Putin käme nun seinem Ziel näher, den Donbass komplett unter russische Verwaltung zu bringen. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle.


Größere Teile der Krim ohne Strom

MOSKAU: Verkehrte Welt: Nach den Attacken Russlands auf die Infrastruktur der Ukraine sorgen jetzt ukrainische Angriffe für Stromausfälle auf russisch besetzten Gebieten.

Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim in größeren Gebieten für Stromausfälle gesorgt. «Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom», wurde der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow von der Agentur Tass zitiert. «Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an.» Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien.

Bisher haben die russischen Streitkräfte mit Attacken immer wieder für massive Stromausfälle in der Ukraine gesorgt. Vor allem im Winter wurde die Zivilbevölkerung damit schwer unter Druck gesetzt.

Aktuell richten sich ukrainische Angriffe vermehrt gegen militärische Ziele auf der Krim. Allerdings gerät auch die Energie-Infrastruktur ins Visier ukrainischer Drohnen.


Kiew meldet Zerstörung von Brücke auf der Krim

KIEW: Die russischen Truppen auf der besetzten Halbinsel Krim geraten immer wieder ins Visier ukrainischer Kampfdrohnen. Die Folgen tragen russische Soldaten an anderer Stelle.

Die ukrainischen Streitkräfte haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim eine Reihe von Zielen angegriffen und nach eigenen Angaben schwer getroffen. Wichtigstes Ziel sei eine Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk im Zentrum der Krim gewesen, die nach Angaben des Generalstabs in Kiew vollständig zerstört worden ist. Damit sei die Versorgung der Fronten im Osten der Ukraine mit Nachschub deutlich erschwert worden.

Daneben seien Radaranlagen sowie eine Anlage zur elektronischen Aufklärung bei Sewastopol von Drohnen angegriffen worden. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite war nicht möglich.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Zuletzt haben die ukrainischen Streitkräfte wiederholt militärische Ziele auf der Krim angegriffen, um unter anderem den Nachschub für die russischen Truppen im Osten der Ukraine zu unterbrechen.


Russische Gleitbomben und Raketen auf ukrainische Städte

SAPORISCHSCHJA: Das russische Militär bombardiert erneut Industrieanlagen in der Großstadt Saporischschja im Südosten der Ukraine. Auch Dnipro wird angegriffen. Es gibt zivile Opfer.

Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Großstädte Saporischschja und Dnipro mit Gleitbomben, Drohnen und Raketen sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. «Drei Tote und zwölf Verwundete, unter ihnen auch Kinder», schrieb Olexander Ganscha, Militärverwalter von Dnipro. Die Region sei im Tagesverlauf von mindestens 50 Angriffen getroffen worden.

In der frontnahen südostukrainischen Großstadt Saporischschja wurden durch eine Gleitbombe mindestens zwei Zivilisten getötet. Weitere 21 seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Durch die Bombe sei das Gebäude eines Industrieunternehmens beschädigt worden. Die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft etwa 20 Kilometer südlich der Industriestadt.

Die Ukraine wehrt sich seit etwas mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion.


Ukraine soll bei Nato-Gipfel Milliardenversprechen erhalten

BRÜSSEL: Die von Russland angegriffene Ukraine soll beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen.

Darauf verständigten sich die 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.


Tote bei Drohnenangriff auf besetzte Stadt

TOKMAK: Ukrainische Drohnen greifen gezielt russische Nachschublinien und Energieanlagen hinter der Frontlinie an. Bei einem Angriff auf Tokmak im besetzten Südosten sollen Zivilisten getötet worden sein.

In der von russischen Truppen besetzten Stadt Tokmak im Südosten der Ukraine sind bei einem ukrainischen Drohnenangriff nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Weitere 18 seien verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Gebietes Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram mit. Die Attacke galt demnach einem Infrastrukturobjekt. Getroffen worden sei ein städtischer Markt, schrieb er. Diese Informationen können nicht unabhängig überprüft werden.

Das ukrainische Militär greift seit mehreren Wochen systematisch russische Nachschubrouten hinter der Front an. Ukrainische Behördenvertreter hatten daher als Vorsichtsmaßnahme Zivilisten zur Flucht aus den russisch kontrollierten Gebieten aufgefordert. Tokmak liegt rund 25 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion.


Explosion in Monaco: Ukrainerin aus Deutschland verdächtigt

MONACO: Bei einer Explosion in Monaco wurden Anfang der Woche drei Menschen schwer verletzt. Nun steht fest: Die Behörden verdächtigen keinen Mann, sondern eine Frau. Die Spur führt auch nach Deutschland.

Nach der Explosion in Monaco mit Schwerverletzten suchen die Behörden eine Ukrainerin mit Wohnsitz in Deutschland. Anders als zunächst gedacht, handle es sich bei der verdächtigen Person um eine Frau und nicht um einen Mann, sagte Morgan Raymon von der Staatsanwaltschaft Monaco. Die Frau sei in ihren Dreißigern, und ihr letzter bekannter Wohnort sei in Deutschland. Die Verdächtige, die sich als Mann verkleidet hatte, werde mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Am Montagabend hatte es am Eingang eines Wohngebäudes eine heftige Explosion in Monaco gegeben. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt. Zuvor hatte eine Person dort den Angaben nach ein Paket abgelegt, später war sie geflohen. Ermittelt werde wegen versuchter Tötung und einer Sprengstoffstraftat.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtige nicht alleine gehandelt hat. Zwischenzeitlich nahmen sie zwei Männer fest. Weil diese aber wohl nicht aktiv an der Tat beteiligt waren, kamen sie wieder frei. Der Zeitung «Le Parisien» zufolge ist der Wohnort der Verdächtigen Frankfurt.

Zur Identität der Opfer hatte die Staatsanwaltschaft keine Angaben gemacht. Nach Medienberichten in Monaco, Frankreich und der Ukraine soll es sich um einen ukrainischen Oligarchen, seine Ehefrau und einen Sohn des Paares handeln.


Stromausfall in Belgorod nach ukrainischem Raketenangriff

BELGOROD: Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine fordert immer mehr zivile Opfer auf beiden Seiten. Nun ist eine Rakete in einer russischen Grenzstadt eingeschlagen - mit fatalen Folgen.

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die westrussische Großstadt Belgorod ist nach Behördenangaben eine Frau ums Leben gekommen. Die Frau habe durch den Einschlag tödliche Splitterverletzungen erlitten, teilte Bürgermeister Walentin Demidow mit. Zudem wurde das Kraftwerk in Mitleidenschaft gezogen. «Objekten der Energieinfrastruktur wurden ernsthafte Beschädigungen zugefügt. In einer Reihe von Stadtbezirken gibt es Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung», heißt es in einer Mitteilung des Krisenstabs der Region.

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg in der Ukraine und beschießt dort auch systematisch Städte und Gemeinden im Hinterland. Allerdings spüren inzwischen auch die grenznahen Regionen in Russland selbst mehr und mehr die Auswirkungen des Konflikts. Belgorod ist in Russland eine der am stärksten betroffenen Städte.


Tote und Verletzte nach Drohnen- und Raketenangriff

SUMY/KRYWYJ RIH: Russland hat erneut mit Drohnen und Raketen die Ukraine beschossen. In einer Industriestadt gibt es schwere Schäden an der Infrastruktur, in einer Kleinstadt stirbt ein knapp zweijähriges Mädchen.

Bei einem Drohnenangriff auf die Stadtratsgemeinde Romny im nordukrainischen Gebiet Sumy sind nach Behördenangaben vier Menschen ums Leben gekommen. Das russische Militär habe ein Mehrfamilienhaus attackiert, teilte der Chef der Militärverwaltung in Sumy, Oleh Hryhorow, mit. Bei den Opfern handle es sich um einen alten Mann, zwei Frauen und kleines Kind - «ein Mädchen, das noch nicht einmal zwei Jahre alt war». Drei weitere Personen seien verletzt worden.

Derweil sind bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Großstadt Krywyj Rih im Gebiet Dnipropetrowsk sieben Menschen verletzt worden. Zwei Frauen würden weiterhin im Krankenhaus behandelt, teilte der städtische Chef des Verteidigungsrats, Olexander Wilkul, am Morgen nach dem Angriff bei Telegram mit. «Nach neuesten Informationen wurden neun Wohnblocks, ein Schulgebäude, ein Unternehmen und mehrere Geschäftsobjekte, Garagen und zehn Fahrzeuge beschädigt», schrieb er. Zwei Wohnblocks seien von der Gasversorgung abgeschnitten.

Die Attacken erfolgten nur eine Nacht nach dem massiven kombinierten Luftangriff auf die Hauptstadt Kiew. Dort ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 30 gestiegen. Krywyj Rih ist dabei als Geburtsstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr und wichtiger Industriestandort selbst häufig Ziel russischer Attacken. Bei einem Raketenangriff 2025 kamen so 19 Menschen ums Leben und mehr als 70 wurden verletzt. Die Rakete schlug damals neben einem Kinderspielplatz ein.

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