Ukraine trifft Industrieanlagen

Foto: Pixabay
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TULA/JAROSLAWL/MOSKAU: Die Ukraine versetzt Russlands Kriegswirtschaft mit Drohnenangriffen zunehmend empfindliche Gegenschläge. Treffer gibt es diesmal in einem Chemiebetrieb und einem Treibstoffdepot.

Die Ukraine hat mit Drohnenangriffen auf Russland in Industrieanlagen in den Gebieten Tula und Jaroslawl Brände ausgelöst. In der südlich von Moskau gelegenen Region Tula berichtete Gouverneur Dmitri Miljajew, dass Trümmer einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände einer Chemiefabrik in Nowomoskowsk gefallen seien. In sozialen Netzwerken gab es Berichte und nicht überprüfbare Videoaufnahmen von einem Brand. Demnach wurde der für die Kriegswirtschaft wichtige Betrieb Asot getroffen.

Asot ist eines der größten Chemiewerke Russlands, das vor allem Dünger, aber auch Bestandteile für die Produktion von Munition in Rüstungsbetrieben herstellt. Der Gouverneur machte zunächst keine Angaben zum Ausmaß der Schäden oder möglichen Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung.

Im Gebiet Jaroslawl sprach Gouverneur Michail Jewrajew von einem Drohnenangriff auf Industrieobjekte für die Lagerung von Kraftstoffen. Es sei zu einem Brand gekommen. Verletzte gebe es nicht, teilte der Beamte mit.

Moskau meldet Einschränkungen im Flugverkehr

Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von insgesamt 249 Flugobjekten in verschiedenen Regionen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete, es seien mehrere Drohnenangriffe abgewehrt worden. Der Flughafen Schukowski musste laut Behörden wegen Luftalarms geschlossen werden. Einschränkungen gab es demnach auch am Hauptstadtflughafen Domodedowo.

Die Ukraine verteidigt sich in dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg mit Gegenangriffen auf die Industrieanlagen des Nachbarlandes. Diese vor allem mit Drohnen ausgeführten und inzwischen zunehmenden Attacken treffen immer wieder auch Industrieanlagen, die für die russische Kriegswirtschaft wichtig sind.

Die Schäden sind bisweilen massiv und wirken sich inzwischen auch auf die Versorgung mit Kraftstoffen aus. Berichte über Benzin-Engpässe an Tankstellen gibt es inzwischen sogar aus dem weit von der Ukraine entfernten Tatarstan, aber auch aus Moskau und St. Petersburg. Besonders schwierig ist die Lage auf der von Russland schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die russische Regierung betont, dass die Lage unter Kontrolle sei.

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