Angriff auf Raketenfabrik im russischen Wolgograd

Teile einer mutmaßlich ukrainischen Drohne liegen nach einem Angriff im Hof eines Wohngebäudes in Rostow am Don. Foto: EPA/Stringer
Teile einer mutmaßlich ukrainischen Drohne liegen nach einem Angriff im Hof eines Wohngebäudes in Rostow am Don. Foto: EPA/Stringer

WOLGOGRAD: In ihrem Abwehrkrieg schießt die Ukraine auf Rüstungsfirmen in Russland. Nach einer solchen Attacke spricht Wolgograds Gouverneur von Schäden an «Produktionsanlagen», Kiew von einer Raketenfabrik.

Die Ukraine hat in der Nacht und am frühen Morgen eigenen Angaben nach eine Rüstungsfabrik in der russischen Millionenstadt Wolgograd angegriffen. Marschflugkörper des Typs Flamingo hätten die Anlagen des Betriebs Titan-Barrikady getroffen und in Brand gesetzt, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. In der Fabrik würden Artilleriesysteme und auch Elemente für die Abschussrampen von Raketen produziert, schrieb er.

Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte Schäden an den «Produktionsanlagen eines Unternehmens», machte aber keine genaueren Angaben dazu, was dort produziert wird. Seinen Angaben nach wurden mindestens zehn Menschen verletzt. Er schrieb von angreifenden «Flugobjekten mit Hochgeschwindigkeit» - damit dürften Marschflugkörper gemeint sein. Mehrere lokale Brände seien gelöscht worden, schrieb Botscharow weiter. Wohngebäude waren demnach nicht betroffen.

Fabrik soll an Produktion von Oreschnik beteiligt gewesen sein

Titan-Barrikady stellt Medienberichten nach Komponenten für die Raketenkomplexe Iskander, Jars und Topol-M her, die prinzipiell auch Atomwaffen tragen können. Zudem soll die Fabrik auch an der Produktion der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt sein.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat sie sich dabei verstärkt auf Attacken gegen strategisch wichtige Objekte im russischen Hinterland verlegt - zumeist mit Drohnen, mehrfach inzwischen aber auch mit den selbst entwickelten Marschflugkörpern Flamingo. Ins Visier geraten sind neben Militäreinrichtungen und Rüstungsbetrieben auch Anlagen der Ölindustrie. Damit will die Ukraine den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschweren.

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Chris Jomtien 30.06.26 14:04
@Plante HDV
Aus der menschlichen Natur heraus gibt es nirgends völlig neutrale Nachrichtenerstattung. Sogar bei Tieren erlebt man häufig, dass diese Lügen um sich selbst oder ihre Angehörigen als "gut" darzustellen oder um bewusst anderen Tieren zu schaden.
Von der Presse wird im Regelfall das eigene Land als die gute Seite dargestellt, ebenso die Verbündeten. Unter bestimmten Voraussetzungen führt dies selbst bei der sogenannten "freien Presse" zu kollektiver Geschichtsfälschung. Jedoch sind, mit Ausnahme von Nordkorea, die nationalen Nachrichtenorgane nicht die einzige Informationsquelle. Insbesondere haben wir seit dem weltweiten Internet unbegrenzte Möglichkeiten, uns zu informieren und andersherum betrachtet, erscheint jede noch so unbedeutende Nachricht irgendwo im Internet und wird dort gelesen und von vielen Lesern diskutiert, mit anderen Berichten verglichen und so auf Plausibilität geprüft.
Mit Sicherheit waren die russischen Invasoren in keinem der zwangsweise der Sowjetunion angeschlossen Staaten bei der einheimischen Bevölkerung beliebt und das wird sich für die Dortgebliebenen nach dem Ende der Sowjetunion nicht wesentlich geändert haben. Doch von dem durch die blauen Fanatiker behaupteten Völkermord kann keine Rede sein. Denn das wäre in der übrigen Welt, die weder auf der ukrainischen noch auf der russischen Seite steht, wie ein Lauffeuer bekannt geworden.
Plante HDV 29.06.26 14:25
D. Milkert 28.06.26 22:20
Was Sie da geschrieben haben ist für mich persönlich äußerst erschreckend. Wenn das den Tatsachen entspricht werde ich wohl vieles überdenken müssen. In Kürze werde ich mich intensiv damit beschäftigen. Das Verhalten von ZDF und DPA, als öffentlich rechtliche Institution, wäre wohl nicht wieder gut zu machen. Wie dem auch sei. Putins Verhalten macht ihn aber nicht menschenfreundlicher.
Detlef Milkert 28.06.26 22:20
Sprache als Waffe?
Als kleines Kind hat mir meine Oma, bei der ich öfters war da meine Eltern beide berufstätig waren, sehr oft aus der Zeit des Dritten Reiches erzählt. Auch was man sagen durfte, und was nicht, das bestimmte Formulierungen verändert oder verboten wurden, und das Fakten auch verschwiegen wurden.
Der Ukraine Krieg hat ja eine Vorgeschichte, und leider wird die in der Presse leider immer verschwiegen. Das der Koalitionpartner von Selenski zum Beispiel mit Milizen bereits vor 2008 kooperierte, die mit Hakenkreuzfahnen schwenkend "Tod allen Russen" skandiert haben.
Sogar das ZDF hatte in einer Sendung mal darüber berichtet, aber inzwischen den Bericht entfernt. Warum wohl, es dürfte wohl Propaganda sein das gemacht zu haben.
Und wo sind die Angaben darüber, das Selenskis Milizen zwischen 2008 und 2014 tausende Russen in den östlichen Gebieten ermordet haben? Das die Renten- und Krankenversicherungen in diesen Gebieten für Russen ganz einfach nicht mehr aufgekommen sind?
Das die DPA, die man so ziemlich Russen-Feindlich einstufen kann, das verschweigt liegt ja auf der Hand. Schade nur, das der Farang da auch mitmacht, ungeprüft, denn ausländische Presse war bislang für Deutsche auch in Deutschland die beste Quelle, um unzensierte Nachrichten zu erhalten, also nicht Zensiertes.
Das Putin nur seine russischen Landsleute schützen wollte, vor den Milizen Selenskis, wo bleibt dieser Fakt?Also kein Angriffskrieg, sondern die Verteidigung von Russen, die zuvor abgschlachtet wurden..
Schade
Ingo Kerp 28.06.26 13:40
Die Ukraine beschießt in letzter Zeit vermehrt und erfolgreich russ. Raffinerien und milit. Objekte. Ob das in Game Changer ist, sei noch dahingestellt. RUS rächt sich dafür mit Bombardierungen von zivilen Zielen mit etlichen Toten in mehreren Städten. Militärisch gibt es in der UKR wenig Bewegung und auch auf den 2. Brief mit einem "Friedensangebot" von Selenskjy an Putin gibt es bisher keine Antwort. So scheint 2026 zu Ende zu gehen, wie die Jahre zuvor, leider.

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