HALLE: In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll.
Die tschechischen Behörden haben die Festnahme der verurteilten deutschen Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich offiziell bestätigt. Zugleich baten sie die deutsche Seite, einen Antrag auf Auslieferung zu stellen, wie die Staatsanwaltschaft Halle (Sachsen-Anhalt) mitteilte.
Liebich war den Angaben zufolge am Vortag im tschechischen Schönbach bei Asch festgenommen worden und befindet sich seitdem in Polizeigewahrsam.
Die Staatsanwaltschaft Halle werde einen Auslieferungsantrag stellen, sagte Oberstaatsanwalt Dennis Cernota auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Liebich kann einer Auslieferung zustimmen oder diese ablehnen. Im zweiten Fall entscheidet die tschechische Justiz über das weitere Vorgehen. Bei einer Auslieferung soll Liebich nach Chemnitz (Sachsen) gebracht werden.
Geschlechtseintrag soll korrigiert werden - Entscheidung steht aus
Nach der 55 Jahre alten Liebich war seit Ende August 2025 gesucht worden. Sie war damals nicht zum Haftantritt im Frauengefängnis in Chemnitz erschienen. Zuvor war Liebich - damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven - vom Amtsgericht Halle im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Berufung und Revision gegen das Urteil scheiterten.
Nach der Verurteilung ließ Liebich den Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich setzen und änderte den Vornamen auf Marla Svenja.