PALM BEACH: US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben bei ihrem Gipfel die Weichen für die Zukunft der Region gestellt. Während Washington ein militärisches Eingreifen androht, wächst die internationale Sorge um die Sicherheit ausländischer Arbeitskräfte aus aller Welt.
In der luxuriösen Kulisse von Mar-a-Lago empfing US-Präsident Donald Trump am Montagabend (Ortszeit) den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einem entscheidenden Krisengipfel. Im Zentrum der Gespräche stand der Übergang in die zweite Phase des US-geführten Friedensplans für Gaza. Trump betonte, dass eine dauerhafte Stabilität nur durch die vollständige Entwaffnung der Hamas möglich sei – eine Forderung, welche die Organisation bisher strikt ablehnt.
Die Rhetorik des US-Präsidenten war dabei gewohnt scharf: Er kündigte an, der Hamas nur noch ein extrem kurzes Zeitfenster für die Waffenabgabe einzuräumen. Sollte diese Frist verstreichen, drohte Trump mit einem harten Eingreifen einer internationalen Koalition. Laut Trump stünden bereits 59 Nationen bereit, die Hamas militärisch zu zerschlagen, sollte der Friedensprozess weiterhin sabotiert werden.
Sorge um internationale Arbeitskräfte wächst
Besondere Brisanz hat die Lage für die globalen Gastarbeiter in Israel. Neben den rund 30.000 thailändischen Staatsbürgern, die das Rückgrat des Agrarsektors bilden, sind tausende Menschen aus Nepal, den Philippinen, Indien sowie mehreren afrikanischen Staaten im Land tätig. Das thailändische Arbeitsministerium in Bangkok beobachtet die Eskalation mit Sorge, da ausländische Helfer in Grenzgebieten in der Vergangenheit immer wieder zur Zielscheibe wurden.
Ein erneutes Aufflammen der Kämpfe, wie von Trump angedroht, würde die mühsam stabilisierte Arbeitsmigration aus Südostasien und anderen Weltregionen gefährden. Viele Regierungen mahnen zur Zurückhaltung, um das Leben ihrer Landsleute nicht erneut aufs Spiel zu Spiel zu setzen. Die thailändische Botschaft in Tel Aviv bleibt in höchster Alarmbereitschaft, um im Notfall Evakuierungspläne für die weit verstreuten Arbeitsgruppen zu koordinieren.
Scharfe Töne aus Teheran nach Trump-Warnung
Auch in Richtung Iran sendete Trump eine unmissverständliche Warnung. Sollte Teheran sein Raketen- und Atomprogramm nach den Schlägen vom Juni 2025 weiter aufbauen, würden die USA die Anlagen „schnell beseitigen“. Er wolle keinen „Treibstoff für B-2-Bomber verschwenden“, werde aber handeln, wenn Israel bedroht sei.
Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten: Ein Sprecher der iranischen Führung erklärte am Dienstag, dass Irans Verteidigungsfähigkeit „nicht verhandelbar“ sei. Jede Aggression werde eine „harte Antwort jenseits der Vorstellungskraft“ zur Folge haben. Die Drohgebärden zwischen Washington und Teheran erreichen damit zum Jahresende einen neuen Siedepunkt.
Eklat um angebliche Begnadigung Netanjahus
Abseits der militärischen Strategien sorgte eine Aussage Trumps für diplomatisches Beben. Er behauptete, die Begnadigung Netanjahus in dessen Korruptionsprozess sei bereits „unterwegs“. Diese Einmischung in die israelische Justiz stieß umgehend auf Widerstand in Jerusalem.
Staatspräsident Izchak Herzog stellte am Dienstagmorgen klar, dass Israel ein souveräner Rechtsstaat sei und keine Entscheidung über eine Begnadigung gefallen ist. Dieser Vorfall zeigt, dass das Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu trotz der engen Allianz nicht frei von Spannungen über die nationale Souveränität Israels ist.
Strategische Allianz und historische Ehrung
Trotz dieser Misstöne bezeichnete Trump seinen Gast als „Helden“ und „Kriegspremierminister“. Netanjahu revanchierte sich mit einer historischen Geste: Er kündigte an, Trump als erstem Nicht-Isreali überhaupt den renommierten Israel-Preis zu verleihen, um seine Verdienste um den Frieden und die Sicherheit des Landes zu würdighen.
Diese Ehrung unterstreicht die tiefe politische Verflechtung am Ende des Jahres 2025. Beide Staatsmänner betonten, dass sie das Jahr 2026 zum Jahr des „endgültigen Sieges“ über den Terrorismus in der Region machen wollen. Kritiker warnen jedoch, dass die aggressive Diplomatie den Nahen Osten in einen noch größeren Flächenbrand stürzen könnte.
Der aktuelle US-Plan sieht für die kommenden Monate die Einsetzung einer technokratischen Übergangsregierung in Gaza sowie die Stationierung einer internationalen Schutztruppe vor. Während Phase eins – die Freilassung der meisten Geiseln – weitgehend abgeschlossen ist, droht Phase zwei nun an der Entwaffnungsfrage zu scheitern.
Ein Scheitern der Diplomatie hätte globale Auswirkungen auf Arbeitsmärkte und Sicherheitsstrategien. Ob Trumps „Frieden durch Stärke“ oder eine neue Welle der Gewalt das Jahr 2026 einleitet, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.