Vulkan Taal weiter gefährlich

Foto: epa/ Office Of Civil Defense
Foto: epa/ Office Of Civil Defense

MANILA (dpa) - Von außen wirkt der zweitgrößte Vulkan auf den Philippinen wieder recht ruhig - doch im Innern brodelt das Magma. Die Gefahr einer gewaltigen Explosion ist längst nicht gebannt. Zehntausende Menschen können deshalb noch nicht zurückkehren.

Er spuckt zwar nicht mehr so viel Asche, aber beruhigt hat sich der Vulkan Taal rund 66 Kilometer südlich der philippinischen Hauptstadt Manila eine Woche nach seinem ersten Ausbruch nicht. Im Innern steige Magma auf, die sich schnell den Weg nach oben bahnen könnte, sagte Maria Antonia Bornas, die Chefin der Abteilung Überwachung des staatlichen seismologischen Instituts Phivolcs, am Sonntag. Damit sei die Gefahr einer gefährlichen Eruption nach wie vor hoch.

Die Behörde halte deshalb an ihrer Empfehlung fest, dass alle Einwohner im Umkreis von 14 Kilometern rund um den Vulkan - der Gefahrenzone - noch nicht zurückkehren sollten. Mehr als 160 000 Menschen hatten in den vergangenen Tagen ihre Dörfer in der Provinz Batangas verlassen müssen. Erst am Samstag hatte die Polizei weitere Ortschaften in der dicht besiedelten und bei Touristen beliebten Gegend geräumt.

Die Aktivität des mitten in einem See gelegenen Vulkans schien an der Oberfläche zwar nachzulassen - aber: «Was wir an der Oberfläche sehen, unterscheidet sich von dem, was sich im Innern abspielt», sagte Phivolcs-Chef Renato Solidum am Samstag auf einer Pressekonferenz. «Wir beobachten immer noch das Aufsteigen von Magma. Und das kann in eine noch gefährlichere Aktivität des Vulkans münden.» Seit Sonntag vor einer Woche gilt die Warnstufe 4 von 5.

Viele der Anwohner reagierten mit Ungeduld und Unverständnis auf diese Maßnahme: «Im Moment geschieht mit dem Vulkan überhaupt nichts», sagte etwa der 84-jährige Rosauro Del Mundo. «Er beruhigt sich, und uns sollte erlaubt werden, wieder zurückkehren zu können.» Del Mundo befolgte die Anordnung zur Evakuierung nicht und blieb in seinem Heimatort Talisay, um sein Haus zu hüten. Doch seine Tochter und drei Enkel halten sich seit dem 12. Januar in einer Notunterkunft im nahe gelegenen Santo Tomas auf. «Warum sollte ich gehen? Ich habe Erfahrung mit vier Eruptionen seit ich ein Kind war, und ich bin immer noch am Leben», so Del Mundo.

Anwohnern der Gefahrenzone wird zwar erlaubt, für einige Stunden nach ihren Häusern zu sehen. Danach sollten sie aber in die Notunterkünfte zurückkehren, heißt es. Der dreifache Vater Jerry Miranda bekam einen Schreck, als er am Sonntag in seinem Haus in Talisey kurz nach dem Rechten sehen wollte: Der graue Ascheregen hatte Pflanzen, die er verkauft, erstarren lassen. Drei Menschen starben bisher seit dem ersten Ausbruch - einer an Herzinfarkt während der Evakuierung, zwei weitere in Notunterkünften an Krankheiten.

Der Taal ist nach dem Mayon der zweitaktivste Vulkan der Philippinen, er liegt auf der philippinischen Hauptinsel Luzon in der Provinz Batangas. Seit 1572 brach er 33 Mal aus. Sein bislang letzter großer Ausbruch war 1977, der verheerendste 1911 mit mehr als 1300 Toten. Der südostasiatische Inselstaat mit rund 100 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring - der geologisch aktivsten Zone der Erde mit mehr als 450 Vulkanen.

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Thomas 21.01.20 09:57
Ich verfolge das via WebCam und Bulletins
Was den Anwohnern so locker vor kommt, ist durch verschiedene Messungen aber keinesfalls Ruhig. über 4.000 Tonnen SO2 am Tag, erhebliche sonst nicht übliche Erdbeben, Rissen entlang 2er Linien Südwestlich des Taal Sees, Hebung bis und mit zwischen den Risslinien um bis zu 50 cm, sowie horizontale Verschiebung um die Risse um bis zu 60 cm in Ost und West Richtung, sowie 1 Grad mehr Wassertemperatur ist alles andere als Ruhig. - Die Evakuierung ist sicher noch gerechtfertigt, aber wie der Bauer geht es oft kaum anders, als das EINE Person tagsüber wohl nach dem Rechten sieht. Leider wird das u.U. noch Wochen oder Monate so gehen bis es Kracht oder sich beruhigt. Solange Hebungen, Senkungen und Spreizungen mit Erdbeben aktiv sind, darf es keine Entwarnung geben.