Regierungspartei gewinnt Regionalwahl

Der neu gewählte Bürgermeister von Seoul, Oh Se-hoon, feiert nach seinem Wahlsieg gemeinsam mit Unterstützern in seinem Büro. Foto: epa/Jeon Heon-kyun
Der neu gewählte Bürgermeister von Seoul, Oh Se-hoon, feiert nach seinem Wahlsieg gemeinsam mit Unterstützern in seinem Büro. Foto: epa/Jeon Heon-kyun

SEOUL: Die regierende Mitte-Links Partei siegt in 12 von 16 Regionen - und dreht damit die politischen Kräfteverhältnisse im Land. Organisatorische Mängel überschatten die Wahlen.

Südkoreas Regierungspartei hat die politischen Kräfteverhältnisse bei den Regionalwahlen im Land gedreht. Wie aus Daten der nationalen Wahlkommission hervorgeht, konnte die linksgerichtete Demokratische Partei (DP) bei den Abstimmungen am Mittwoch in 12 von insgesamt 16 Regionen die meisten Stimmen holen.

In den restlichen vier Regionen gewann die konservative Oppositionspartei Macht des Volkes (PPP), darunter auch in der politisch extrem bedeutsamen Hauptstadt Seoul. Dort konnte der 65-jährige Oh Se Hoon, dem Ambitionen fürs Präsidentenamt nachgesagt werden, seinen Bürgermeisterposten erneut verteidigen.

Damit haben sich auf regionaler Ebene die politischen Machtverhältnisse deutlich verschoben. Bei den vorherigen Regionalwahlen im Jahr 2022 waren noch 12 Regionen an die konservative PPP gegangen, während die linksgerichtete DP lediglich in 5 Regionen gewann. Aufgrund einer regionalen Zusammenlegung wurde diesmal nur in 16 statt 17 Regionen abgestimmt.

Die Wahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für den seit rund einem Jahr amtierenden Präsidenten Lee Jae Myung (DP). Er genießt nach wie vor vergleichsweise breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung, während sich das konservative Lager seit der Staatskrise von 2024 bislang nicht erholen konnte. Damals hatte Ex-Präsident Yoon Suk Yeol (PPP) überraschend das Kriegsrecht ausgerufen und das Land damit zeitweise ins Chaos gestürzt, wofür der 66-Jährige mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Die Wahlbeteiligung fiel diesmal mit 61 Prozent vergleichsweise hoch aus. Überschattet wurden die Wahlen jedoch von organisatorischen Problemen. In mehr als einem Dutzend Wahllokalen fehlten über mehrere Stunden ausreichend Stimmzettel. Politiker der PPP forderten daraufhin einen Stopp der Auszählung sowie eine Wiederholung der Abstimmung. Zudem kam es vor dem Sitz der nationalen Wahlkommission in Gwacheon sowie vor einigen Wahllokalen in Seoul zu Protesten.

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